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Berufsorientierung: BIBB stellt Modelle zur Organisation von Praxiserfahrungen vor

Kompass
Bild: © Tobias Machhaus - Fotolia.com

Eine neue Veröffentlichung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt Beispiele dafür, wie Praxiserfahrungen in der Berufsfindungsphase erfolgreich organisiert werden können.

Fragt man Jugendliche, was das Wichtigste bei der Berufsorientierung sei, dann stehen praktische Erfahrungsmöglichkeiten und Einblicke in das Arbeitsleben an erster Stelle. Auch Expertinnen und Experten betonen, dass das "Erproben" in Werkstätten und Betrieben die Kompetenzen für die Berufswahl entscheidend stärkt. Angesichts von rund 25% vorzeitig gelöster Ausbildungsverträge und hoher Studienausstiegszahlen kommt der Berufsorientierung eine große Bedeutung für gelingende Übergangsprozesse in Ausbildung, Studium und Beruf zu.

"Die Zielsetzung muss Prävention statt Reparatur durch frühe praxisnahe Berufsorientierung lauten!" betont BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. "Dabei ist eine flächendeckende Einbindung der Schülerinnen und Schüler nötig, auch an Gymnasien."

Der Sammelband "Die praktische Seite der Berufsorientierung", der unter anderem Beispiele für betriebliche Projekte, Praktikumskonzepte, die regionale Verankerung der Berufsorientierung (BO) und eine individuelle Begleitung Jugendlicher beleuchtet, will die systematische Organisation von Praxiserfahrungen im Rahmen der Berufsorientierung voranbringen. Dabei stehen unterschiedliche Aspekte im Vordergrund:

  • die Verbindung zwischen Potenzialanalyse, Werkstatttagen und der darauffolgenden individuellen Förderung durch die Schule - gezeigt am Beispiel des Berufsorientierungsprogramms (BOP) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Das Programm wird vom BIBB administrativ und wissenschaftlich begleitet.
  • die Zusammenarbeit von Schule und Betrieb bei Konzeption und Umsetzung eines Praktikumskonzepts - dargestellt am Beispiel eines Patenschaftsmodells,
  • die Verankerung von BO in regionalen Netzwerken - hier beschrieben für eine mittel- und eine großstädtische Region,
  • die Verbindung von betrieblichem Engagement bei der BO mit der Gewinnung von Fachkräftenachwuchs - beispielhaft präsentiert von zwei Unternehmen,
  • die individuelle Begleitung von Schülerinnen und Schülern durch ältere Jugendliche, gezeigt anhand von zwei Beispielen zum Peer-Mentoring, sowie
  • die Einbeziehung der Eltern im Rahmen schulischer BO sowie in BO-Messen.

Mit diesen beispielhaften Ansätzen lässt sich BO als Teil schulischer Allgemeinbildung fortentwickeln - mit dem Ziel, dass möglichst alle Schülerinnen und Schüler die Kompetenzen erwerben können, die ihnen helfen, sich für "ihre" Ausbildung, "ihr" Studium und "ihren" Beruf zu entscheiden. Erst durch die Verbindung zwischen der Förderung individueller Potenziale im Schulunterricht und kompetenzfördernden Angeboten zu berufsbezogenen Praxiserfahrungen wird die Berufsorientierung tatsächlich zu einer Brücke von der Schule in Ausbildung und Beruf, so das Fazit der Autorinnen.

Die BIBB-Publikation "Die praktische Seite der Berufsorientierung - Modelle und Aspekte der Organisation von Praxiserfahrungen" aus der Reihe "Berichte zur beruflichen Bildung" kann auf der Internetseite des BIBB bestellt werden.

Ansprechpartnerinnen im BIBB:
Angelika Puhlmann
Carolin Kunert

Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) vom 15.01.2015

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