Sie sind hier: Startseite  Politik  Sozialpolitik

Sozialpolitik / Flucht und Migration

Berufliche Integration für zugewanderte Fachkräfte ermöglichen

Puzzleteile
Bild: © Rido - Fotolia.com

Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ fordert in ihrem Positionspapier für alle zugewanderten Fachkräfte qualifikationsadäquate Zugänge in den Arbeitsmarkt sowie Zugänge zum Erwerb von Fachwissen, Sprache und Gesellschaftswissen gleichrangig zu verbessern.

Vor dem Hintergrund bedeutender gesellschaftlicher Entwicklungen, wie der Zunahme der Migration, dem demografischen Wandel und dem verstärkten Fachkräftebedarf in einzelnen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe gilt es, die Potentiale von allen zugewanderten Fachkräften mit Blick auf ihre mitgebrachten Berufsqualifikationen wahrzunehmen und wertzuschätzen und ihnen ohne jegliche Form der Diskriminierung oder Marginalisierung die berufliche Integration zu ermöglichen.

Auch im Kontext der verstärkten Zuwanderung von Flüchtlingen aufgrund von Krieg, Armut und Vertreibung sollten deshalb neben den dringenden Fragen einer angemessenen Unterbringung und Gesundheitsversorgung Maßnahmen für umfassende Zugänge zu Arbeit, Bildung, Sprache und Gesellschaftswissen sowie die Integration in den (Aus-)Bildungs- und Arbeitsmarkt bzw. in die Gesellschaft verstärkt ins Zentrum politischen Handelns rücken. Viele der aktuell in Deutschland ankommenden Flüchtlinge werden hier dauerhaft oder für eine längere Zeit bleiben. Demnach sind Politik und Gesellschaft im Sinne unserer demokratischen Werte (wie Menschenwürde, Gleichheit, Wahrung der Menschenrechte) gefordert, sowohl für EU-Bürgerinnen und EU-Bürger als auch für Zuwanderer aus Drittstaaten Perspektiven für eine berufliche und soziale Integration zu eröffnen.

Um dies zu befördern, ist es nach Ansicht der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ zwingend erforderlich, von Beginn an die Zugänge zum Erwerb von Fachwissen, Sprachkenntnissen und Wissen über die aufnehmende Gesellschaft (Gesellschaftswissen) gleichrangig sicherzustellen. Alle zugewanderten Fachkräfte sollten ohne nachhaltige Brüche in der Bildungs- und Berufsbiografie qualifikationsadäquat einen Zugang in den entsprechenden Berufsbereichen finden und gleichzeitig Unterstützung und Begleitung im fachlichen, sprachlichen und kulturellen Bereich erhalten können. Dies schafft die Grundlage für eine dauerhafte und nachhaltige berufliche und soziale Integration in Deutschland. In diesem Fall können die Zugewanderten eigenständig für ihren Lebensunterhalt sorgen, gewinnen Selbstvertrauen und stärken mit ihrem Engagement, ihrer Arbeitsleistung und ihren Steuer- und Sozialversicherungsbeiträgen das Gemeinwesen.

Auch für die Kinder- und Jugendhilfe erwachsen damit neue Herausforderungen mit Blick auf in diesem Arbeitsfeld existierende Einrichtungen und deren Teams. Träger, Leitungen und Fachberatungen sind gefordert, sich kulturell zu öffnen – sowohl bezogen auf den verstärkten Einsatz von Fachkräften mit Migrationshintergrund innerhalb multikultureller Teams sowie in der pädagogischen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Eltern unterschiedlichster Kulturen und Sprachen.

Das komplette Positionspapier steht zum Download (PDF, 154 KB) zur Verfügung.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ

Info-Pool