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Sozialpolitik

BaWü: Ausbildungsbündnis stärkt die Berufsausbildung

Handwerkslehrling übt an einer Maschine

Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid hat sich mit den Spitzenvertretern des „Bündnis zur Stärkung der beruflichen Ausbildung in Baden-Württemberg“ getroffen. Baden-Württemberg weist im Jahresverlauf bundesweit die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit auf.

"Die geringe Jugendarbeitslosigkeit ist auch eine Stärke unseres dualen Ausbildungssystems. Diese Stärke zu erhalten und auszubauen, daran knüpft unsere Arbeit im Ausbildungsbündnis an", sagte Schmid bei der Vorstellung der Bündnisbilanz. Die Quote betrug im Bündniszeitraum 2010 bis 2014 durchschnittlich 3,1 Prozent.

Schmid zog gemeinsam mit den Bündnispartnern eine positive Gesamtbilanz der Bündnisarbeit: "Das Ausbildungsbündnis hat seit seiner Gründung im Jahr 2010 bis heute viel dazu beigetragen, die berufliche Ausbildung in Baden-Württemberg zu stärken. Wir haben gemeinsam Erfolge erzielt und arbeiten weiter gemeinsam an den Herausforderungen des Ausbildungsmarkts." Das Bündnis erarbeitet derzeit die Grundlagen für die Fortsetzung ab dem Jahr 2015.

Erfolge und Herausforderungen der Bündnisarbeit

"Im Ausbildungsbündnis wollen wir gemeinsam die Attraktivität der Berufsausbildung erhöhen, vor allem auch bei Jugendlichen mit höheren Schulabschlüssen. Hier ist uns einiges gelungen, was wir weiter fortsetzen können", so Schmid. Im Bündniszeitraum ist der Anteil von Auszubildenden mit (Fach-)Hochschulreife angestiegen. Deren Anteil an allen Auszubildenden nahm von 16,4 Prozent im Jahr 2010 um fünf Prozentpunkte auf 21,4 Prozent im Jahr 2013 zu.

Die Unterrichtsversorgung der beruflichen Schulen konnte im Bündniszeitraum entscheidend verbessert werden. Im Bündniszeitraum wurde das landesweite Unterrichtsdefizit halbiert auf zuletzt 2,2 Prozent im Schuljahr 2013/14. In der Teilzeit-Berufsschule sank das Defizit  um ein Drittel von 8,5 Prozent auf 5,6 Prozent im Schuljahr 2013/14.

Um dem Rückgang der abgeschlossenen Ausbildungsverträge zu begegnen, hat das Ausbildungsbündnis ein Eckpunktepapier zur Neugestaltung des Übergangs von der Schule in den Beruf entwickelt. Dazu hat das Kultusministerium zum Schuljahr 2014/15 in den Regionen Mannheim, Weinheim, Ostalbkreis und Rems-Murr-Kreis einen Modellversuch gestartet, um den Übergang von der Schule in den Beruf zu verbessern.  "Unser Ziel ist, dass mehr Jugendlichen der direkte Übergang von der Schule in die Ausbildung gelingt und sich die Übergangsphase in den berufsvorbereitenden Bildungsgängen verkürzt. Bei ‚AV dual‘ sind die Jugendlichen von Anfang an bis zu zwei Tagen in der Woche im Betrieb. Das stärkt ihre Motivation und erhöht ihre Chance, nach einiger Zeit einen Ausbildungsvertrag zu erhalten. Die duale Ausbildung ist ein Garant für unsere geringe Jugendarbeitslosigkeit. Das wollen wir auch durch eine noch intensivere und früher einsetzende Berufsorientierung in allen Schularten vermitteln", betonte Marion v. Wartenberg, Staatssekretärin im Kultusministerium.

Entwicklungen auf dem Ausbildungsmarkt im Bündniszeitraum

Von 2010 bis 2014 stieg der Anteil der Bewerber, die erfolgreich eine Berufsausbildung aufgenommen haben, um 3,7 Prozentpunkte von 47,0 auf 50,7 Prozent. Im gleichen Zeitraum hat sich der Anteil der sogenannten Altbewerber von 41,6 auf 35,9 Prozent um 5,7 Prozentpunkte verringert. Altbewerber sind Bewerber, die bereits im Vorjahr oder früher die Schule verlassen haben. Erfreulich ist auch, dass sich 2013 insgesamt 6.845 weniger Jugendliche im schulischen Übergangsbereich befanden als 2010. Deren Zahl nahm von 41.637 auf 34.792 um 16,4 Prozent ab.

Im Bilanzzeitraum wurden durchschnittlich jährlich 76.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Die höchste Zahl wurde 2011 mit 78.813 erreicht, seitdem ist die Entwicklung allerdings rückläufig. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass es nicht gelungen ist, die unversorgten und alternativ verbliebenen Bewerber passgenau mit den unbesetzten Ausbildungsstellen zusammen zu bringen. Bewerber mit Alternative sind Jugendliche, die zwar eine meist schulische Alternative gefunden haben, aber ihren Wunsch nach einem Ausbildungsplatz weiterhin aufrechterhalten. Diese Jugendlichen besser in die duale Ausbildung zu bringen und das Ausbildungsplatzangebot auf hohem Niveau zu sichern, bleiben große Herausforderungen der kommenden Jahre, so Schmid.

Aktuelle Zahlen zum Ausbildungsmarkt im Jahr 2014

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt 2014 stellt sich differenziert dar (Stichtag 30.9.2014): 72.635 gemeldeten Ausbildungsstellen (+0,3 Prozent) stehen 65.424 gemeldete Bewerber (-1,0 Prozent) gegenüber. 862 Bewerber (Vorjahr 798) sind unversorgt, 7.941 Bewerber (Vorjahr 8.107) haben zwar eine meist schulische Alternative, halten aber ihren Wunsch nach einem Ausbildungsplatz aufrecht. 5.903 Ausbildungsplätze sind unbesetzt geblieben (Vorjahr 4.919).

Quelle: baden-wuerttemberg.de vom 10.11.2014