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Sozialpolitik / Kindertagesbetreuung

AWO: Soziale Berufe dürfen Fachkräfte von morgen nicht abschrecken

Eine Erzieherin sitzt mit mehreren Kindern auf einem Teppich, einige Kinder haben Musikinstrumente in der Hand
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Der AWO Bundesverband fordert eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die soziale Arbeit. Notwendig seien bessere Personalschlüssel, tarifgerechte Bezahlung und eine Aufwertung der Berufsfelder insgesamt. Werde das nicht in Angriff genommen, könne der Fachkräftemangel langfristig nicht behoben werden.

Eine repräsentative Jugendbefragung hatte gezeigt, dass soziale Berufe für Jugendliche grundsätzlich attraktiv sind, die Rahmenbedingungen der Arbeit aber abschrecken. Die Arbeiterwohlfahrt sieht sich in ihren langjährigen Forderungen bestätigt und fordert bessere Rahmenbedingungen für die Soziale Arbeit. Die Studie des Sinus-Instituts wurde im Auftrag des Bundesjugendministeriums durchgeführt. Insgesamt wurden 1.010 Jugendliche für den Bereich Frühe Bildung und 1.005 Jugendlichen für den Bereich Pflege befragt.

Arbeits- und Rahmenbedingungen für pädagogische Fachkräfte

Der Vorstandsvorsitzende des AWO Bundesverbandes, Wolfgang Stadler, erklärt: „Die Untersuchung zeigt ganz deutlich: Wenn das Gehalt nicht stimmt, werden wir den Fachkräftemangel auch in Zukunft nicht beheben können. Junge Menschen wollen sozial arbeiten – aber diese Arbeit muss sich für sie lohnen. Die AWO fordert seit langem, dass sich die Arbeits- und Rahmenbedingung für pädagogische Fachkräfte und Pflegekräfte verbessern müssen, damit die Attraktivität der Arbeitsfelder insgesamt ansteigt. Das bedeutet vor allem: Eine vernünftige Bezahlung muss her. Es kann einfach nicht sein, dass die Arbeit an Maschinen unserer Gesellschaft mehr wert sein soll als die Arbeit am Menschen. Im Bereich der Pflege ist ein erster wichtiger Schritt getan: Bereits im vergangenen Jahr wurde das Pflegelöhneverbesserungsgesetz beschlossen, um einen bundeseinheitlichen Tarifvertrag auf den Weg zu bringen. Jetzt muss dieser Tarifvertrag zügig kommen.“

Qualität der Arbeit in Kindertagesbetreuung zentral

Die Ergebnisse der Studie zeigten auch, dass neben einer guten Bezahlung eine angemessene Personalausstattung ein zentraler Punkt für die Attraktivität eines Berufs sind. In der Pflege sollte die Politik folglich das Augenmerk darauf legen, eine verbesserte Personalausstattung zu erlangen. Es müsse zügig ein Weg aufgezeigt werden, wie ein bundeseinheitliches Personalbemessungsinstrument in den Pflegeheimen umgesetzt und auch, wie die personelle Situation in der ambulanten Pflege verbessert werden kann, fordert der Wohlfahrtsverband.

„Auch in der Kindertagesbetreuung ist die verbesserte Vergütung der Tätigkeit ein wichtiger Baustein – gleichwohl gehören aber auch eine qualitativ hochwertige Ausbildung, verlässliche Arbeitsbedingungen und verbesserte strukturelle Rahmenbedingungen sowie Weiterentwicklungsmöglichkeiten für die pädagogischen Fachkräfte zu den wesentlichen Faktoren, die wichtig sind. Diese Bedingungen müssen in der Kindertagesbetreuung im Fokus stehen, da nicht nur die Anzahl an Personal bedeutsam ist, sondern die Qualität der Arbeit im Mittelpunkt stehen muss, um allen Kindern eine förderliche Bildung, Erziehung und Betreuung zukommen zu lassen,“ so Wolfgang Stadler abschließend.

Weitere Informationen zur Sinus-Jugendbefragung finden sich auch auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe. 

Quelle: AWO Bundesverband e.V. vom 08.07.2020

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