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Sozialpolitik / Jugendsozialarbeit

AWO Jahrestagung: Ergebnisse der Berliner Strategiekonferenzen Wohnungslosenhilfe

Junger Mann in Kaputzenpulli sitzt auf der Straße
Bild: © jiduha - Fotolia.com

Die Berliner Senatorin für Arbeit, Integration und Soziales Elke Breitenbach stellte am 25.01.2019 bei der AWO Jahrestagung Sucht- und Wohnungslosenhilfe die Ergebnisse der Berliner Strategiekonferenzen Wohnungslosenhilfe 2018 vor. Neben den Themen Prävention, Gesundheitsversorgung und junge Obdachlose wurde auch über EU-Bürger, Kältehilfe, bezirkliche Wohnhilfe, Wohnraumversorgung sowie Frauen und Familien diskutiert. Das Land Berlin will das System der Wohnungslosenhilfe weiterentwickeln und verändern.

Wohnungssituation verschlechtert sich dramatisch

„Die Wohnungslosigkeit hat sich in den letzten Jahren sichtbar verändert. War es früher noch der deutsche Mann zwischen 35 und 55 Jahren, der obdachlos war, sehen wir jetzt viel mehr Frauen, mehr Familien, auch mehr ältere und mehr behinderte Menschen“, sagte Elke Breitenbach. Für manche Betroffenengruppe gebe es nicht einmal ein Angebot – etwa für Obdachlose mit Behinderungen. Die Berliner Senatorin für Arbeit, Integration und Soziales kündigte an, das  System der Wohnungslosenhilfe weiterzuentwickeln und zu verändern.

Gerade in Großstädten und Ballungsgebieten wie Berlin hat sich die Wohnsituation durch drastisch gestiegene Mieten dramatisch verschlechtert. Die Zahl der Menschen, die auf der Straße leben ist hoch. Die erschreckende Meldung, dass in diesem Winter bereits 12 Wohnungslose in Deutschland erfroren sind, muss zu massiven Anstrengungen der Soforthilfe führen. Auch muss das System der Wohnungslosenhilfe ganz besonders im Hinblick auf Präventionsmaßnahmen verbessert werden. 

AWO fordert bundesweite Wohnungsnotfallstatistik

AWO Vorstandsmitglied Brigitte Döcker wiederholt eine langjährige AWO-Forderung: „Eine bundesweite  Wohnungsnotfallstatistik ist dringend notwendig, um Präventionsmaßnahmen auszuarbeiten und umsetzen zu können. Die Zahl der Obdachlosen und von Wohnungsverlust betroffenen Menschen müssen klar zu beziffern sein, um daraus gezieltere Hilfsmaßnahmen ableiten zu können.“ Und sie fährt fort: „Wohnen ist ein Menschenrecht und sollte im Grundgesetz verankert ein. Mietpreise steigen, ohne dass das Wohngeld und die Kosten der Unterkunft und Heizung erhöht werden. Dies muss sich ändern, auch um insbesondere Menschen mit geringem Einkommen, Familien und Alleinerziehende mit Kindern vor Wohnraumverlust zu schützen.“

Die AWO Jahrestagung Sucht- und Wohnungslosenhilfe blickt inzwischen auf eine über 25-jährige Tradition zurück und findet jährlich im Januar mit Mitarbeitenden und Leitenden aus bundesweiten AWO Einrichtungen der Sucht- und Wohnungslosenhilfe in Berlin statt.

Quelle: AWO Bundesverband e.V. vom 25.01.2019