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„Youth for Peace“: Macron und Steinmeier loben die Ideen junger Menschen

fünf Hände formen einen Stern
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Krieg überwinden, Frieden gestalten und Zukunft des Friedens in und um Europa – zu diesen Themen diskutierten 500 junge Menschen aus 48 Ländern bei der Jugendbegegnung „Youth for Peace“ und erarbeiteten gemeinsame Ideen für den Frieden. Zum Abschluss stellten sie 20 ausgewählte Ideen dem deutschen und dem französischen Präsidenten vor.

Ein Paneuropäisches Jugendwerk, das Schulfach Interkultureller Dialog und eine Friedenslinie als Reiseroute entlang bedeutender Mahnmale in Europa und Nordafrika, im Nahen Osten und in östlichen EU-Nachbarschaftsländern: Diese und viele weitere Ideen für den Frieden erarbeiteten 500 junge Menschen aus 48 Ländern bei der internationalen Jugendbegegnung „Youth for Peace“, darunter 100 Schülerinnen und Schüler vom Projekt „Botschafter für den Frieden“ des Institut français Deutschland und der Französischen Botschaft.

Der Übergabe von 20 ausgewählten Ideen an den deutschen und den französischen Präsidenten gingen vier Tage intensiver interkultureller Austausch voraus – unter den Teilnehmenden selbst, aber auch mit Experten aus Forschung, Medien und Zivilgesellschaft. Die Workshops stellten die Themen „Krieg überwinden“, „Frieden gestalten“ und „Zukunft des Friedens in und um Europa“ in den Mittelpunkt.

Forderungen der Präsidenten nach Engagement und Erinnerungskultur

„Das Friedenswerk Europa braucht täglichen Einsatz und neue, frische Ideen“, so Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der am 18. November 2018 bei der Abschlusszeremonie mit den Jugendlichen über ihre Vorschläge diskutierte. Er appellierte an sie, das Wunder Europa zu erhalten und zu erneuern. Auch der französische Präsident Emmanuel Macron würdigte ihr Engagement und unterstrich: „Junge Menschen müssen ihre Geschichte kennen, um Neues erschaffen zu können.“

Aus der Geschichte lernen, um die Zukunft gestalten zu können

Mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung in Friedenspädagogik und Erinnerungsarbeit hat das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) seit 2014 an den Ersten Weltkrieg erinnert und über 100 Projekte für den Frieden gefördert. Nach deutsch-französischen Jugendbegegnungen am Hartmannswillerkopf (2014) und in Verdun (2016) trafen sich bei „Youth for Peace“ nun junge Menschen aus 48 Ländern – von Ägypten über Irland bis hin zu Bosnien-Herzegowina oder der Ukraine. „Das gemeinsame Gedenken der ehemaligen Erzfeinde Deutschland und Frankreich kann andere Länder ermutigen, trotz unterschiedlicher Sichtweisen zusammen die Vergangenheit zu ergründen und Zukunft zu gestalten“, so Generalsekretärin Béatrice Angrand.

Erfolgreiche Zusammenarbeit mit einem Netzwerk internationaler Partner

„Youth for Peace“ ist eine Initiative unter der Schirmherrschaft des Auswärtigen Amtes und der Mission du Centenaire de la Première Guerre mondiale. Die Veranstaltung wurde vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) in Zusammenarbeit mit dem Institut français Deutschland, der französischen Botschaft in Deutschland, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und dem Office national des anciens combattants et victimes de guerre durchgeführt.

Acht bi - und multilaterale Jugendorganisationen, die Körber-Stiftung, der Bundesarbeitskreis „Arbeit und Leben e.V.“, die Agentur „JUGEND für Europa“ und „IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.“ trugen maßgeblich zum Gelingen von „Youth for Peace“ bei, insbesondere zur Auswahl der Jugendlichen und zur Ausarbeitung des pädagogischen Konzepts.

Eine unvergessliche Erfahrung für alle Beteiligten

  • „Durch den Austausch mit anderen jungen Menschen aus so vielen Ländern, habe ich auch ganz neue Seiten an mir selbst entdeckt.“ – Marko, 18, Montenegro
  • „Ich habe gelernt, wie wichtig Vertrauen ist – in sich selbst und in andere. Und dass man offen und freundlich auf andere zugehen sollte, selbst wenn man sie nicht kennt.“ – Saran, 16, Frankreich
  • „Mein Land aus der Perspektive der anderen zu sehen, hat auch meinen Blick verändert. Ich sehe den Nationalismus in meinem Land nun viel kritischer. Außerdem habe ich durch ‚Youth for Peace‘ verstanden: Frieden ist nicht selbstverständlich.“ – Karolina, 18, Polen
  • „Nach diesen vier Tagen mit Jugendlichen aus Ländern, mit denen meine Heimatland Krieg führt, glaube ich daran, dass eines Tages Frieden möglich ist.“ – Teilnehmerin aus Israel

Weitere Informationen zu „Youth for Peace“ sowie die Ideen für den Frieden finden sich auf der Internetseite des DFJW.

Quelle: Deutsch-Französisches Jugendwerk vom 22.11.2018

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