Kinder- und Jugendpolitik / Nachhaltigkeit

„Wir wollen deine Stimme hören“ – BMZ gründet Jugendbeirat

Jugendliche halten frabige Schilder hoch auf denen Icons mit hochgestrecktem Daumen zu sehen sind
Bild: rawpixel.com

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) gründet erstmals einen Jugendbeirat. Mit diesem Gremium, für das sich ab sofort junge Menschen zwischen 14 und 22 Jahren bewerben können, soll noch stärker auf die Stimme von Kindern und Jugendlichen gehört werden.

Die Schirmherrschaft für den zukünftigen Jugendbeirat übernimmt die Parlamentarische Staatssekretärin beim BMZ Dr. Maria Flachsbarth. Wer sich engagieren möchte, kann noch bis zum 28. August 2020 seine Bewerbungsunterlagen einschicken. Insgesamt 16 Bewerber/-innen werden später ausgewählt. Die Ausschreibung wurde in Zusammenarbeit mit Jugendlichen erarbeitet und veröffentlicht. Ziel des Jugendbeirates ist es, als Sprachrohr die deutsche Entwicklungspolitik kind- und jugendgerechter zu gestalten.

Internationales Jugendforum ist geplant

Der Jugendbeirat bringt die jugendliche Perspektive ein, wenn im Ministerium Strategien und Konzepte entwickelt werden. Er nimmt an ausgewählten Veranstaltungen teil, macht Vorschläge für mehr Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Entwicklungspolitik und verfasst dazu Positionspapiere. Dafür treffen sich seine Mitglieder mehrmals im Jahr – zweimal davon mit dem BMZ. Die Treffen finden in Bonn oder Berlin statt. Auch Treffen mit Kindern und Jugendlichen aus Partnerländern sind geplant: So soll alle zwei Jahre ein internationales Jugendforum organisiert werden.

Die Meinung der Jugendlichen ist wichtig

Wer sich beteiligen möchte, sollte folgende Fragen beantworten können:

  • Möchtest du dich stark machen für Kinder- und Jugendrechte weltweit?
  • Willst du dich einsetzen für Klima- und Umweltschutz?
  • Ist es dir wichtig, dass wir in Deutschland bewusster und fairer einkaufen?
  • Findest du auch, dass Krisen und Konflikte endlich ein Ende haben sollten und Menschen auf der Flucht besonderen Schutz brauchen?

Vielleicht sind Interessierte bereits politisch oder sozial aktiv und beschäftigen sich mit ähnlichen Fragen. Ihre Meinung ist dem Ministerium wichtig! Wie denken Jugendliche über Themen der Entwicklungspolitik nach? Müsste auf die Stimme von Kindern und Jugendlichen nicht weltweit mehr gehört werden?

Neue Ideen und Lösungen sind gefragt

Das BMZ hat sich aus mehreren Gründen für die Etablierung des Jugendbeirates entschieden. Es fragt sich: Was denken junge Menschen über die drängenden Fragen unserer Zeit? Wie stellt ihr euch die Zukunft einer gerechten Welt vor? Was macht euch Hoffnung? Was macht euch wütend? Wo seht ihr Lösungen? Die Ideen der Jugendlichen sollen helfen, die Politik des Ministeriums nachhaltig zu gestalten.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – kurz BMZ – setzt sich weltweit ein für weniger Armut und Ungleichheit, für Frieden, Freiheit, Demokratie und Menschenrechte, für eine faire Gestaltung der Globalisierung, für den Erhalt der Umwelt und der natürlichen Ressourcen. Um diese Ziele zu erreichen, gibt es die deutsche Entwicklungszusammenarbeit. Gemeinsam mit Partnerländern arbeitet das Ministerium an besseren Lebensbedingungen für alle Menschen. Das BMZ hat einen Sitz in Bonn und einen in Berlin und ist mit Projekten und Programmen in vielen Ländern auf der Welt vertreten.

Jeder ist willkommen

Gesucht werden 16 Jugendliche im Alter von 14 bis 22 Jahren, die in Deutschland wohnen und Zeit und Interesse haben, die deutsche Entwicklungspolitik mitzugestalten. Sie können bis zu drei Jahre Mitglied im Jugendbeirat sein.

Der BMZ-Jugendbeirat soll so vielfältig sein wie die Jugend in Deutschland:

  • Ihr seid weiblich, männlich oder divers?
  • Ihr oder eure Eltern sind in Deutschland geboren oder nicht?
  • Ihr geht noch zur Schule, macht eine Ausbildung oder einen Freiwilligendienst, studiert oder arbeitet?
  • Ihr lebt mit oder ohne eine Behinderung?

Wie geht es weiter?

Eine Jury entscheidet, wer die zukünftigen Mitglieder des Jugendbeirats sein werden. Diese setzt sich zusammen aus Jugendlichen und Erwachsenen, die sich mit Entwicklungspolitik sowie Kinderrechten befassen. Danach wird den Bewerber/-innen mitgeteilt, ob sie für den Beirat ausgewählt wurden. Eine erste Sitzung des Beirats soll noch im Jahr 2020 stattfinden.

Weitere Informationen zur Umsetzung der Rechte junger Menschen in der Entwicklungszusammenarbeit finden sich auf dem hierfür eingerichteten Portal des Ministeriums: www.kinder-und-jugendrechte.de

Dort stehen auch die Bewerbungsunterlagen zur Verfügung: www.kinder-und-jugendrechte.de/bmz-jugendbeirat

Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

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