Kinder- und Jugendpolitik / Freiwilliges Engagement

Wenn die Schule zum Fulltime‐Job wird

Team von der EA-Kampagner des LJR Berlin mit zwei Kreidetafeln und der Forderung für ein Herz und mehr Zeit für das Ehrenamt
Bild: © LJR Berlin Wenn die Schule zum Fulltime-Job wird

35 Stunden pro Woche für Schüler_innen – inklusive Hausaufgaben, Vorbereitung auf Klassenarbeiten und Nachhilfe: Das fordert der Landesjugendring Berlin im Rahmen der Kampagne „EA‐TEAM: Mission gutes Ehrenamt“ von der Berliner Politik. Junge Menschen wollen sich ehrenamtlich engagieren – nur brauchen sie dafür mehr Zeit.

Schule ist heute ein Vollzeitjob. Kinder und Jugendliche arbeiten im Schnitt 38,5 Stunden pro Woche dafür. Das fand UNICEF in einer Umfrage heraus. Ab Klasse 9 sind sogar 44 Stunden pro Woche die Regel. Zeit für Ehrenamt bleibt da häufig auf der Strecke. „Die Bereitschaft junger Leute sich zu engagieren ist sehr groß. Dafür brauchen sie mehr Freiräume und die 35-Stunden-Schulwoche“, sagt Tilmann Weickmann, Geschäftsführer des Landesjugendring Berlin. Lehrpläne müssen dafür entschlackt werden und bewusst Zeit für Freiräume geschaffen werden.

35-Stunden-Schulwoche für Engagement

„Ehrenamtliches Engagement von Kindern und Jugendlichen ist wichtig. Sie lernen hier, sich für ihre Interessen und für andere Menschen einzusetzen. Und das freiwillig und völlig unverzweckt. Das ist die Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Eine 35-Stunden-Schulwoche inklusive aller schulischen Verpflichtungen wie Hausaufgaben, Vorbereitung auf Klassenarbeiten oder Nachhilfe würde ihr Engagement spürbar erleichtern“, sagt Weickmann.

Gerade Jugendverbände und die außerschulische Jugendarbeit leben von ehrenamtlich engagierten jungen Menschen: Schüler_innen bilden Jugendleiter_innen aus, organisieren Ferienfreizeiten oder helfen freiwillig in Sportvereinen. Neben Schule, Hobbies, Lernen und Hausaufgaben bleibt kaum noch Zeit, sich im Verband zu engagieren. Zeit, die junge Menschen in der Schule verbringen, muss deshalb auf das Notwendigste begrenzt werden. 

Partizipation in der Ganztagsschule

Ganztagsschulen nehmen viel Raum und Freizeit ein, die dann für Engagement fehlt. Erkannt hat man das teilweise auch in der Politik. Wie Marianne Burkert-Eulitz, Sprecherin für Familie, Bildung und Kinder von Bündnis 90/Die Grünen im Abgeordnetenhaus beim Politischen Abend des Landesjugendring am Tag des Ehrenamts bemerkte: „Auch das Modell Ganztagsschule bietet die Möglichkeit zur Partizipation. Wie wir diese ermöglichen und ausgestalten können, müssen wir weiter diskutieren.“

Über die Kampagne

Mit der Kampagne „EA‐TEAM: Mission gutes Ehrenamt“ macht der Landesjugendring die Berliner Politik auf Probleme aufmerksam, die ehrenamtliches Engagement junger Menschen erschweren. Sieben Forderungen zeigen, wo junge Ehrenamtliche mehr Zeit und Anerkennung für Engagement brauchen. Allein in Berliner Jugendverbänden engagieren sich 51.215 junge Menschen ehrenamtlich. www.team‐junges‐ehrenamt.berlin 

Über den Landesjugendring Berlin

Der Landesjugendring Berlin e.V. ist der Zusammenschluss der Berliner Jugendverbände. Er tritt ein für Selbstorganisation, Mitbestimmung und ehrenamtliches Engagement junger Menschen. Er setzt sich ein für das Recht junger Menschen auf Entwicklung ihrer Persönlichkeit und gesellschaftliche Teilhabe. Weitere Informationen: www.ljrberlin.de.

Quelle: Landesjugendring Berlin e.V. 

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