Kinder- und Jugendpolitik / Kinderrechte

Welttag der sozialen Gerechtigkeit: PARITÄTISCHER fordert Einführung einer Kindergrundsicherung

Unter kleinen Turnschuhen liegen Euroscheine als Symbol für das Wort Kindergeld.
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Am Welttag der sozialen Gerechtigkeit bekräftigt der PARITÄTISCHE Baden-Württemberg seine Forderung nach Einführung einer Kindergrundsicherung und bittet Baden-Württembergs Sozialminister Lucha, sich weiterhin nachdrücklich in der Sozialministerkonferenz dafür einzusetzen.

„Nur so kann Kinderarmut wirksam bekämpft werden“, sagt Ursel Wolfgramm, Vorstandsvorsitzende des PARITÄTISCHEN Baden-Württemberg. „Das bürokratische Nebeneinander von pauschal bemessenen Transferleistungen wie Kindergeld, Kinderzuschlag, Bildungs- und Teilhabepaket sowie Kinderfreibetrag muss ein Ende haben und in einer Kindergrundsicherungsleistung zusammengeführt werden“, fordert Wolfgramm. „Nur so können wir die Bildungschancen für alle Kinder aus armutsgefährdeten Familien fördern und Chancengerechtigkeit erhöhen“, so Wolfgramm weiter.

„Was wir brauchen, ist eine Kindergrundsicherung als neue Leistung, die zudem unbürokratisch, effizient, gerecht und auskömmlich ist. Nur so können wir alle armutsgefährdeten Kinder erreichen und neben dem materiellen Bedarf auch den Anspruch auf Bildung und Teilhabe erfüllen“, so die Vorstandsvorsitzende. Auf Basis des Existenzminimumberichtes der Bundesregierung muss eine sozial gerechte Kindergrundsicherung 628 Euro im Monat betragen, die zwar nach dem individuellen Steuersatz versteuert werden muss aber nicht gegen andere Sozialleistungen in Abzug gebracht wird.

Außerdem begrüßt der Verband die von der Landesregierung geplante regelmäßige Aktualisierung der Kerndaten des Armuts- und Reichtumsberichts des Landes aus dem Jahr 2015. „Dies ist ein erster Schritt in die richtige Richtung“, so Wolfgramm. „Anhand der so erhobenen Zahlen wird ein Monitoring möglich sein, auf dessen Grundlage dann aber zwingend auch gehandelt werden muss.“

Der PARITÄTISCHE Baden-Württemberg ist einer der sechs anerkannten Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege. Er ist weder konfessionell, weltanschaulich noch parteipolitisch gebunden. Der Verband steht für Solidarität, soziale Gerechtigkeit und Teilhabe und wendet sich gegen jegliche Form sozialer Ausgrenzung. Ihm sind in Baden-Württemberg über 870 selbständige Mitgliedsorganisationen mit insgesamt rund 4000 sozialen Diensten und Einrichtungen angeschlossen sowie rund 40.000 freiwillig Engagierte. Weitere Infos unter www.paritaet-bw.de

Quelle: DER PARITÄTISCHE Baden-Württemberg vom 20.02.2019

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