Kinder- und Jugendpolitik / Kinder- und Jugendarbeit

UN-Jugenddelegierte im Dialog mit Jugendlichen aus ganz Deutschland

Bild: Michael Scholl/DBJR Der KLJBler Andreas Deutinger aus Tacherting (Landkreis Traunstein) und seine Kollegin Heidrun Fritze aus Magdeburg.

Bad Honnef-Rhöndorf, 22. Juni 2011. Im Rahmen einer groß angelegten Deutschlandtour sind die beiden UN-Jugenddelegierten Andreas Deutinger (25) und Heidrun Fritze (22) in diesen Wochen quer durch die Republik unterwegs, um Forderungen deutscher Jugendlicher an die Politik zusammenzutragen.

Die Delegierten werden im Oktober nach New York reisen und dort an der Generalversammlung der Vereinten Nationen teilnehmen. "Jugendliche sind in vielerlei Hinsicht Expertinnen und Experten in eigener Sache. Wir wollen dazu beitragen, dass ihre Stimme in der Politik gehört wird - vor Ort und international", sagt Andreas.

Die gesammelten Forderungen und Wünsche werden Andreas und Heidrun in einer Rede vor den Diplomatinnen und Diplomaten in New York vortragen. Sie sind dabei, wenn UN-Resolutionen ausgehandelt werden - und können in vielen offiziellen und inoffiziellen Gesprächen gemeinsam mit Jugenddelegierten aus rund 30 anderen Ländern Einfluss auf die Entscheidungen nehmen. Andreas ist langjähriges Mitglied der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) und Landesvorsitzender in Bayern - politische Mitbestimmung ist ihm ein Herzensanliegen. Auch aufgrund dieses Engagements war er im Frühjahr für das Vollzeit-Ehrenamt des UN-Jugenddelegierten ausgewählt worden.

Seit Februar reisen Andreas und Heidrun nun quer durch Deutschland - bis September werden sie mehrere zehntausend Kilometer von Kiel bis Passau, von Essen bis Dresden gefahren sein. "Das Jugenddelegiertenamt hat uns jetzt komplett gepackt", schwärmt der Student Andreas. Dabei gibt er zu: Der Job sei noch ein wenig zeit- und arbeitsintensiver als erwartet. Freie Wochenenden gehörten schon lange der Vergangenheit an, und auch in der Woche gebe es zahlreiche Termine, Telefonate und Mail-Verkehr. Sein Studium hat Andreas bis Oktober auf Eis gelegt, seine Arbeit als KLJB-Landesvorsitzender ist nur mit der Unterstützung durch seine Vorstandskollegen möglich.

Bei Workshops, Vorträgen, Fachkonferenzen oder Festivals sammeln Andreas und Heidrun die Meinungen der rund 20 Millionen Jugendlichen in Deutschland. "Dabei achten wir auf eine gute regionale Verteilung und darauf, dass wir möglichst viele gesellschaftliche Milieus erreichen - in den Verbänden, vor allem aber auch darüber hinaus", sagt Heidrun. "Bisher haben uns die Gespräche viele wertvolle Erkenntnisse gebracht", erzählt Andreas. "Die Forderungen sind von Region zu Region und von Gruppe zu Gruppe ganz unterschiedlich. Aber wir bemerken, dass viele unserer Altersgenossen sich Gedanken um eine gerechtere Welt machen und sich für Benachteiligte einsetzen. Sie sind politisch viel aktiver, als man der angeblich politikverdrossenen Jugend nachsagt."

Bis September stehen noch zahlreiche Termine in Schulen, Jugendverbänden und anderen Jugendeinrichtungen an - darunter natürlich auch die ein oder andere KLJB-Veranstaltung. "Besonders freue ich mich auf unseren Workshop auf dem KLJB-Bundestreffen im August", sagt Andreas. Vom 4. bis 7. August dieses Jahres werden rund 1.200 KLJB-Mitglieder aus ganz Deutschland im rheinland-pfälzischen Ochtendung erwartet. "Beim Bundestreffen geht es darum, wie KLJB-Mitglieder sich politisch für die Zukunft ländlicher Räume engagieren können - da dürfen die UN-Jugenddelegierten natürlich nicht fehlen". Von ihren Tourstationen und im Herbst natürlich auch live von der UN-Generalversammlung berichten die Jugenddelegierten regelmäßig auf www.jugenddelegierte.de.

Quelle: Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) e.V.

Info-Pool