Kinder- und Jugendpolitik / Nachhaltigkeit

Rezension: SEE AND CHANGE. Worum es uns JETZT geht

Kinder und Jugendliche mit Plakaten und Bannern demonstrieren bei Fridays for Future
Bild: Mika Baumeister - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

„Leonard Hepermann denkt mit SEE AND CHANGE wie der Großteil der jungen Menschen der Fridays for Future-Bewegung", sagt Rainer Wiebusch, Referatsleiter im Bundesjugendministerium. In diesem Beitrag bespricht er das Buch des jungen Studenten, der sich für konsequenten Klimaschutz, die Zukunft Europas und eine friedenssichernde Weltordnung einsetzt. Sein Vorschlag: Lehrerinnen und Lehrer sollten SEE AND CHANGE als Peer-to-Peer-Unterrichtsmaterial nutzen. Möglicherweise eigne es sich auch darüber hinaus – als Arbeitsmaterial für die außerschulische Jugendbildung.

von Rainer Wiebusch, Leiter Referat Jugendstrategie, eigenständige Jugendpolitik im Bundesjugendministerium

Leonard Hepermann, der sich 2013 im Alter von 13 Jahren politisiert hat, hat ein ernsthaftes und wichtiges Anliegen: er will die Welt verbessern. Es geht ihm um konsequenten Klimaschutz, die Zukunft Europas, eine friedenssichernde Weltordnung. Er will Vorreiter sein, will die Allianz der Mutigen und Willigen anspornen, will mitreißen. Dabei sprüht es nur so vor Engagement, Tatendrang, Hoffnung, Optimismus. Er ist nicht abgehoben, bleibt realitätsbezogen.

„Dieses Buch ist für uns junge Menschen. Und für all diejenigen, die an unserer Seite kämpfen wollen.“ Schon fühlte ich mich angesprochen und hatte Spaß an den 152 Seiten, ließ mich auch von der Kritik an den „alten weißen Männern“ nicht abschrecken.

Ein Buch für junge Menschen und alle an ihrer Seite

Durchaus detailliert und differenziert werden die großen Themen runtergebrochen: Mitbestimmung, Kleidung, Essen, Demokratiestärkung, Müllvermeidung, smarte Städte (die ländlichen Regionen kommen ein wenig zu kurz), Geflüchtete, faire Produktion und fairer Handel…

„Junge Menschen gehören in die Politik, in die Parlamente und in die Parteien.“ Stimmt. Und da wird der junge Autor seinen Weg sicherlich gehen. „Die junge Generation ist politisch, mutig und vor allem laut.“ Stimmt (leider) nur zum Teil. Und je mehr junge Menschen das Buch lesen, desto größer wird die Zahl derjenigen, die sich auch auf diesen engagierten Weg begeben.

Junge Menschen gehören in die Politik, die Parlamente und in die Parteien

Auch gut gefallen hat mir sein Stil, junge Stakeholder themenspezifisch einzubinden. Er spricht mit Anna Braam über Generationengerechtigkeit, mit Maike Carius über lebendige Demokratie/Partizipation, mit Shia Su über Verpackungsmüll … mit Patrik Rosenow und Ninja Charbonneau über Weltordnung … mit Marie Rosenkranz über die Europäische Republik.

Leonard Hepermann denkt mit SEE AND CHANGE wie der Großteil der jungen Menschen der Fridays für Future – Bewegung. Für diese Zielgruppe lohnt sich die Lektüre. Und dann sollten gerade diejenigen das Buch lesen, die noch nicht davon überzeugt sind, dass sich was ändern muss.

Mein Vorschlag: Lehrerinnen und Lehrer nutzen SEE AND CHANGE als Grundlage für fächerübergreifenden Projektunterricht. Sozusagen als Peer-to-Peer – Unterrichtsmaterial. Über erste Erfahrungsberichte würde ich mich freuen.

Leonard Hepermann: SEE AND CHANGE. Worum es uns JETZT geht! – erschienen im März 2020 im marixverlag.

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