Kinder- und Jugendpolitik / Jugendforschung

Projekt: Erwachsen werden – Die Lebensphase Jugend und ihre Herausforderungen

Junger Mann mit Käppi lacht herzlich in Runde von Freunden
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In der aktuellen Ausgabe seines Forschungsmagazin analysiert das Deutsche Jugendinstitut vor welchen Herausforderungen junge Menschen stehen und wie Gesellschaft und Politik sie unterstützen können. Die Jugendphase dürfe nicht mehr zeitlich, sondern müsse inhaltlich beschrieben werden, sagt DJI-Direktor Thomas Rauschenbach.

Das Jugendalter hat sich innerhalb weniger Jahrzehnte enorm verändert: Jugendliche werden zu einem Zeitpunkt volljährig, zu dem sie den Weg zum Erwachsenwerden längst noch nicht abgeschlossen haben. Im Gegensatz zu früheren Jugendgenerationen liegen viele Entscheidungen und Aufgaben noch vor ihnen: Abschluss der Schule und einer Berufsausbildung, feste Anstellung, eigene Wohnung, Gründung einer Familie. Vor welchen Herausforderungen junge Menschen heutzutage stehen und wie Gesellschaft und Politik sie unterstützen können, ist Thema der neuen Ausgabe des Forschungsmagazins DJI Impulse mit dem Titel "Projekt: Erwachsen werden".

Jugendalter als eigenständige Lebensphase

"Wer im Jahr 2017 über das Jugendalter reden will, muss auch über junge Erwachsene und das dritte Lebensjahrzehnt reden", schreibt DJI-Direktor Thomas Rauschenbach in seinem Artikel. Er kritisiert, dass die fachliche und politische Debatte der letzten 25 Jahre so stark von der Kindheit geprägt gewesen sei, dass das Jugendalter als eigenständige Lebensphase aus der Wahrnehmung gerückt sei. Statt zeitlich müsse das Jugendalter deshalb inhaltlich beschrieben werden: Wie werden junge Menschen durch Bildungsprozesse sozial und beruflich handlungsfähig? Wie erlangen sie soziale, politische und ökonomische Eigenständigkeit? Und wie entwickeln sie ihren eigenen Standpunkt und ihre Urteilskraft? Daran schließen sich weitere Fragen an: Wie gehen junge Menschen mit digitalen Medien um? Was leistet die Ganztagsschule? Wo steht die organisierte Jugendarbeit? Wie kann die politische Bildung für junge Menschen verbessert werden?

Gesellschaftliche und politische Konsequenzen 

Diesen Fragen gehen die Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis nach, die an dem im Februar 2017 erschienenen 15. Kinder- und Jugendbericht mitgewirkt haben. Die Autorinnen und Autoren fassen nicht nur zentrale Befunde des Berichts zusammen, sondern formulieren in DJI Impulse notwendige gesellschaftliche und politische Konsequenzen. Darüber hinaus äußert sich die Parlamentarische Staatssekretärin Caren Marks im Interview über die neue jugendpolitische Strategie des Bundesfamilienministeriums und setzt sich für eine Ausweitung der politischen Bildung an Schulen ein. Marks tritt zudem für eine stärkere Beteiligung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen an politischen Entscheidungen ein, äußert sich hinsichtlich einer freiwilligen Jugendquote in Parteien aber kritisch.

DJI Impulse: "Projekt: Erwachsen werden"

Das Forschungsmagazin DJI Impulse berichtet über die wissenschaftliche Arbeit am Deutschen Jugendinstitut (DJI), einem der größten sozialwissenschaftlichen Institute für Forschung und Entwicklung in Deutschland. Vier Mal jährlich informieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über Themen aus den Forschungsbereichen Familie, Jugend, Kindheit, Migration, Bildung, Ausbildung und Arbeit. DJI Impulse können kostenlos abonniert und einzelne Ausgaben als Print-Exemplar bestellt oder im PDF-Format heruntergeladen werden.

Die aktuelle Ausgabe des  DJI Impulse "Projekt: Erwachsen werden" steht auf der Webseite des DJI zum Downlaod zur Verfügung. 

Quelle: Deutsches Jugendinstitut vom 29.03.2017

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