Kinder- und Jugendpolitik / Kinder- und Jugendarbeit

Millennial Wahl Manifest: Zehn Punkte für mehr Wahlbeteiligung

Hände halten den Schriftzug "Vote" hoch
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Mehr als 250 Erstwähler informierten sich kurz vor der Bundestagswahl beim Fake/Off Camp in Stuttgart über Mechanismen Sozialer Medien, Fake News und Verschwörungstheorien. Im Rahmen eines von fünf Workshops wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern konkrete Forderungen an Politiker erarbeitet. Daraus entstand das „Millennial Wahl Manifest“.

Mehr als 250 Millennials waren der Einladung zum „Fake/Off Camp“ der Baden-Württemberg Stiftung gefolgt. Im Workshop „Was Politiker von Social Media Stars lernen können“ überlegten die Teilnehmer gemeinsam mit Instagramerin Adrienne Koleszár sowie Politik- und Digitalberater Martin Fuchs, was Politiker besser machen könnten, um mit ihren Botschaften junge Wähler zu erreichen.

Zehn Forderungen  

Dabei entstand das Millennial Wahl Manifest (#mwm), das insgesamt zehn Forderungen umfasst. Damit Jugendliche sich für Politik interessieren und zur Wahl gehen, sollten Politiker …

  • Themen aufgreifen, die junge Menschen bewegen
  • junge Menschen dort abholen, wo sie gern sind – in den Sozialen Netzwerken
  • einfach und für jeden verständlich formulieren
  • nahbar sein und die Wähler mit in ihren Alltag nehmen
  • nicht versuchen, cool zu sein, sondern authentisch
  • in den Dialog gehen, statt nur zu senden
  • Mut zu Humor haben
  • direkt zum Punkt kommen und nicht umschweifig werden
  • die Wahl während der Unterrichtszeit möglich machen
  • Wählen ab 16 erlauben

„Wir brauchen außerdem mehr junge Politiker“, betont Politikberater Martin Fuchs. „Derzeit sitzt im Bundestag nur eine einzige Abgeordnete unter 30, der Altersdurchschnitt aller Abgeordneten liegt bei knapp unter 50. Wie sollen Millennials sich da repräsentiert fühlen?“

Demokratie lebt vom Mitmachen

„Wer junge Menschen für Politik interessieren will, darf das nicht von oben herab und belehrend tun, sondern auf Augenhöhe. Mit den richtigen Themen, in klarer Sprache und auch mit Kreativität und Spaß können wir die Jungwähler und Erstwähler erreichen. Das hat unsere Veranstaltung gezeigt. Demokratie lebt vom Mitmachen. Und dazu gehört unbedingt das Wissen darüber, wie ein demokratischer Rechtsstaat funktioniert“, sagt Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung.

Junge Wähler in Baden-Württemberg über die Hintergründe Sozialer Medien aufzuklären und sie für Demokratie und für die Teilnahme an der Bundestagswahl zu begeistern – das waren die Ziele des Fake/Off Camps, zu dem die Baden-Württemberg Stiftung am vergangenen Samstag Erstwählerinnen und -wähler aus dem ganzen Land nach Stuttgart eingeladen hatte. Bei YouTube-Star MrWissen2Go alias Mirko Drotschmann, Jung-Journalist Fabian Herriger und anderen Referenten aus der Medienwelt konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einiges dazulernen. Sie drehten eigene Videos, um Erstwähler zum Urnengang zu motivieren, identifizierten Fake News und Verschwörungstheorien oder schlüpften selbst in die Rolle eines Journalisten.

Beim Event wurde live gebloggt, Impressionen und Ergebnisse aus den Workshops stehen online zur Verfügung. 

Hintergrund

Die Baden-Württemberg Stiftung setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Württemberg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Baden-Württemberg Stiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger.

Quelle: Baden-Württemberg Stiftung vom 18.09.2017

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