Kinder- und Jugendpolitik / Kinder- und Jugendarbeit

Landesjugendring Saar fordert transparente und nachhaltige Jugendhilfeplanung

Trotz eines Teilerfolgs und einer Reduzierung der Kürzung muss der Landesjugendring empfindliche Einschnitte in seiner Unterstützungs- und Angebotsstruktur hinnehmen. Für die Zukunft fordert er eine transparente und nachhaltige Landesjugendhilfeplanung mit der Beteiligung aller Betroffenen.

Hier die Erklärung im Wortlaut:

"Der Vorstand des Landesjugendrings Saar wird nach dem Beschluss des saarländischen Landtags vom 8.12. zum Landeshaushalt 2011 um 25.400 Euro in seinen zentralen Führungsmitteln - also knapp 20% - gekürzt. Dies wird das Netzwerk von 21 Kinder- und Jugendverbänden im Saarland empfindlich in seiner Unterstützungs- und Angebotsstruktur zur Beratung, Qualifizierung und Vernetzung der ehrenamtlichen Jugendverbandsarbeit schwächen. Wir begrüßen daher, dass auf Initiative von jugend- und sozialpolitischen SprecherInnen der Koalitionsfraktionen ein Fördertopf über 10.000 Euro eingerichtet wurde, der dem Landesjugendring zumindest für einzelne Projekte zur Verfügung stehen soll. Dies zeigt, dass die Landtagsabgeordneten die Leistungen der Arbeitsgemeinschaft der Kinder- und Jugendverbände anerkennen und Möglichkeiten eröffnet haben, mit denen der Landesjugendring - allerdings mit erheblich reduzierten Angeboten und Projekten - 2011 ohne Kündigungen weiter arbeiten kann.

Diesen Teilerfolg verdanken wir auch den zahlreichen Organisationen aus allen gesellschaftlichen Bereichen und den Oppositionsfraktionen im saarländischen Landtag, die uns in den letzten Wochen beim Protest gegen die Kürzungspläne unterstützt haben. Dazu zählen vor allem aber auch die 1.000 UnterstützerInnen unserer Online-Unterschriftenaktion (www.landesjugendring-saar.de) sowie die vielen ehrenamtlichen UnterstützerInnen aus unseren Mitgliedsverbänden und weit darüber hinaus. Sie alle haben deutlich gemacht, dass die Jugendverbände und ihr landesweites Netzwerk sich nicht auseinander dividieren lassen. Für sie ist klar: Wer den Landesjugendring kürzt, kürzt auch wichtige Leistungen für die Kinder- und Jugendverbände!

Mehrfach hat der Landesjugendring die Landesregierung dafür gelobt, dass 2008 die Förderung außerschulischer Freizeit- und Bildungsmaßnahmen und Fortbildungen ehrenamtlicher MitarbeiterInnen verbessert wurde, sowie 2010 weitere 1,5 neue BildungsreferentInnen-Stellen bei Jugendverbänden bezuschusst werden. Wenn jetzt kurze Zeit später die Förderung der Freizeitmaßnahmen wieder beschnitten wird, müssen wir dies mit aller Deutlichkeit kritisieren. Eine Förderung ehrenamtlicher Jugendarbeit nach nicht planbarer Kassenlage demotiviert und zerstört die bisher schon knapp bemessene Infrastruktur.

Deshalb ist für die Zukunft - gerade angesichts weiter drohender Kürzungsrunden - eine transparente und nachhaltige Landesjugendhilfeplanung mit der Beteiligung aller Betroffenen gefordert. Dabei muss insbesondere dem Grundsatz der Subsidiarität (Vorrang der freien Träger vor den staatlichen Einrichtungen) Rechnung getragen werden. Im saarländischen Landtag ist der Landesjugendring bei der Forderung nach einer Landesjugendhilfeplanung in allen Fraktionen auf offene Ohren gestoßen. Es wird nun im Landesjugendhilfeausschuss darauf ankommen, den Worten Taten folgen zu lassen, um zügig in den Beteiligungsprozess für eine zukunftsorientierte Jugendhilfe einzusteigen."

Herausgeber: Landesjugendring Saar

 

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