Kinder- und Jugendpolitik / Demokratie

Kinder- und Jugendbeteiligung im ländlichen Raum in Sachsen stärken

Sechs Jugendliche halten farbige Sprechblasen in der Hand
Bild: rawpixel.com

Was wollen Kinder und Jugendliche in ihrer Gemeinde? Was ist bei der Planung von Beteiligungsvorhaben zu beachten? Wer kann unterstützen? Wie lässt sich die Beteiligung verankern? Antworten auf diese Fragen bietet das Praxisportal des Programmverbundes „Stark im Land“ der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) in Kooperation mit dem Sächsischen Sozialministerium.

Regina Kraushaar, Staatssekretärin im Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz und Dr. Heike Kahl, Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) haben am 8. Mai das Praxisforum von Stark im Land auf dem Rittergut Limbach besucht. Mit dem Programmverbund Stark im Land engagiert sich die DKJS in Kooperation mit dem Sächsischen Ministerium für Soziales und Verbraucherschutz für mehr Kinder- und Jugendbeteiligung im ländlichen Raum in Sachsen.

Wenn junge Menschen mitentscheiden, gewinnen alle

Unter dem Motto „Beteiligung ist die beste Medizin“ tauschten sich Regina Kraushaar und Heiko Wersig, Hauptamtsleiter von Bannewitz, mit der Jugendgruppe Rodewisch darüber aus, wie unkonventionelle Ideen den ländlichen Raum in Sachsen beleben. „Ich freue mich sehr darüber, dass wir mit „Stark im Land“ Kindern und Jugendlichen im ländlichen Raum im Freistaat eine Stimme geben“, betonte Regina Kraushaar. „Wenn junge Menschen in den Kommunen darüber mitentscheiden, was passiert, gewinnen alle – Junge und Ältere, die Kleinen und die Großen! Kinder und Jugendliche müssen doch erfahren, dass sie gefragt werden, sie müssen konkret erleben können, dass sie etwas verändern und bewegen können! Denn dabei lernen sie – sozusagen ganz direkt – was Demokratie in ihrem direkten Lebensumfeld bedeutet. Uns allen sollte es wichtig sein, dass sich Kinder und Jugendliche in ihrer Gemeinde engagieren können. Denn genau das ist es, was die Verbundenheit mit der eigenen Heimat stärkt. Wenn man so will ist das ein Bleibefaktor für die ländlichen Regionen.“

Demokratie erleben

Jugendliche aus Wildenfels und Torgau zeigten, welche Projekte sie in ihren Gemeinden umsetzen. So organisiert der Jugendbeirat Wildenfels seit 2016 die „Verrückte Landolympiade“ in Wildenfels. Beim Gummistiefelweitwurf konnte sich Dr. Heike Kahl persönlich davon überzeugen, dass der Spaß dabei nicht zu kurz kommt. Auf dem „Youtube-Sofa“ nutzten Jugendliche aus Torgau die Gelegenheit, mit Heike Kahl über ihre Ideen und Wünsche ins Gespräch zu kommen. „Im ländlichen Sachsen schlummert enormes Potenzial. Ich bin begeistert, mit wie viel Engagement und Kreativität sich die Jugendlichen in die Dorfentwicklung einbringen. Nur durch Demokratie erleben kann man Demokratie lernen. Mit „Stark im Land“ setzen wir ein Zeichen für Demokratie und Mitbestimmung und machen deutlich, dass es sich immer lohnt, genauer hinzuschauen.“, erklärte Dr. Heike Kahl.

Weg zur kinder- und jugendgerechten Kommune

Heiko Wersig, Hauptamtsleiter von Bannewitz, ergänzte: „In Bannewitz haben wir erkannt, dass es sich enorm lohnt, Kinder und Jugendliche zu beteiligen, standen aber vor vielen Fragen: Was wünschen sich die jungen Menschen in unserer Gemeinde? Welche Bedürfnisse haben sie? Und wie erreichen wir sie? Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung begleitet uns seit 2016 auf unserem Weg zur kinder- und jugendgerechten Kommune und ist uns eine große Hilfe, wenn es darum geht, Antworten zu finden.“

Praxisportal für kommunale Kinder- und Jugendbeteiligung

Seit Anfang des Jahres können sich kommunale Akteure unter www.starkimland.de darüber informieren, wie sie junge Menschen in die Gestaltung ihrer Gemeinde einbeziehen können. Mit dem Praxisportal für Kinder- und Jugendbeteiligung will die DKJS ländliche Kommunen dabei unterstützen, junge Menschen wirksam zu beteiligen. Neben anschaulichen Praxisbeispielen bietet das Onlineportal nützliche Materialien und konkrete Anregungen rund um die Kinder- und Jugendbeteiligung im ländlichen Raum.

Hintergrund

Stark im Land – Lebensräume gemeinsam gestalten ist ein Programmverbund der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) in Kooperation mit dem Sächsischen Ministerium für Soziales und Verbraucherschutz. Es vereint unter seinem Dach die Beteiligungsprogramme Demokratie in Kinderhand, Hoch vom Sofa! und Jugend bewegt Kommune und macht sich für Kinder- und Jugendbeteiligung im ländlichen Raum in Sachsen stark.

Hoch vom Sofa!ermuntert Jugendliche dazu, sich einzumischen – im Dorf, in der Gemeinde oder im Jugendclub. Das Förderprogramm für Kinder- und Jugendprojekte unterstützt junge Menschen zwischen 12 und 18 Jahren in ganz Sachsen dabei, eigene Projektideen zu entwerfen und umzusetzen.

Mit dem Programm Jugend bewegt Kommune unterstützt und begleitet die DKJS sächsische Kommunen im ländlichen Raum, die Folgen des demografischen Wandels zu gestalten, attraktive Lebensbedingungen für junge Menschen zu schaffen und bedarfsgerechte Beteiligungsstrukturen zu entwickeln und zu verankern.

Demokratie in Kinderhand widmet sich speziell der Beteiligung von Kindern in ländlichen Kommunen. Es unterstützt Gemeinden im ländlichen Raum dabei, Kindern demokratische Mitsprache zu ermöglichen – damit Kinder früh Demokratie erleben und erlernen können.

Quelle: Deutschen Kinder- und Jugendstiftung vom 08.05.2019

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