Bayerischer Jugendring

Junge Menschen haben ihre Stimme schon abgegeben

Auf einer Hauswand ist ein Graffiti mit der Aufschrift Vote
Bild: Moran - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Der Bayerische Jugendring stellte bei der U18-Bundestagswahl am 17. September eine Rekordbeteiligung fest: Rund 68.000 bayerische Kinder und Jugendliche haben in fast 700 Wahllokalen im ganzen Freistaat ihre Stimmen abgegeben.

Diese Parteien schnitten bei dem vom Bayerischen Jugendring (BJR) koordinierten Urnengang für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren im Freistaat am besten ab (Stand 18. September, 10:15 Uhr):

  • CSU: 21,15 Prozent (CDU/CSU bundesweit: 16,91 Prozent)
  • Bündnis 90/Die Grünen: 18,44 Prozent (bundesweit 20,99 Prozent)
  • SPD: 16,74 Prozent (bundesweit 19,30 Prozent)
  • FDP: 12,38 Prozent (bundesweit 11,97 Prozent)
  • AfD: 5,75 Prozent (bundesweit 5,82 Prozent)
  • Die Linke: 5,58 Prozent (bundesweit 7,52 Prozent)
  • Sonstige Parteien: 19,95 Prozent (bundesweit 11,81 Prozent)

„Die hohe Wahlbeteiligung und der Rekord bei den Wahllokalen in Bayern zeigen: Junge Menschen wollen, dass ihre Lebenswirklichkeit endlich zum Gegenstand von Politik wird“, analysierte BJR-Präsident Matthias Fack.

Nicht zuletzt die Corona-Pandemie habe deutlich gemacht, dass die Bedürfnisse, Wünsche und Sorgen der Jugend nicht ausreichend wahrgenommen und gehört werden.

„Es wird endlich Zeit, das Wahlalter zu senken“, erklärte Fack. „Junge Menschen besser zu beteiligen und ihnen eine richtige Stimme zu geben, ist ein längst überfälliger Schritt.“

Der BJR fordert seit 2005 eine Absenkung des aktiven Wahlrechts für Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europawahlen auf das 14. Lebensjahr. Politische Beteiligung ist ein Recht junger Menschen: Sie tragen Verantwortung und setzen sich für die Gesellschaft ein. Deswegen müssen sie aus Sicht des BJR endlich die vollständige politische Mündigkeit erhalten.

„Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Parteien die Belange junger Menschen bei einem niedrigeren Wahlalter ernster nehmen und besser berücksichtigen würden“, so Fack.

Die U18-Wahlen, eine der größten Initiativen politischer Jugendbildung in Deutschland, sind eng mit dem Thema Wahlalterabsenkung verbunden. Sie beweisen immer wieder aufs Neue: Junge Menschen würden durchaus wählen, wenn sie dürften. Der BJR koordiniert seit 2009 die U18-Wahlen im Freistaat. Kinder und Jugendliche unter 18, die aufgrund ihres Alters nicht an offiziellen Wahlen teilnehmen dürfen, konnten vom 10. bis 17. September ihre Stimme abgeben, unabhängig von Alter oder Staatsangehörigkeit. Bei der U18-Bundestagswahl haben fast 250.000 Kinder und Jugendliche in ganz Deutschland in über 2.600 Wahllokalen ihre Stimme abgegeben.

Quelle: Bayerischer Jugendring vom 18.09.2021