Jugend entscheidet

Hertie-Stiftung sucht innovative Kommunen für die 2. Runde

Junge Menschen sitzen als Abgeordnete in einem Parlamentsplenum und lauschen der Debatte.
Bild: Parlamentsdirektion / Bildagentur Zolles KG / Mike Ranz   Lizenz: DE 2.0 – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen CC BY-SA 2.0

Kinoabende in der Dorfhalle, Pump Tracks auf der Wiese oder grüne Dächer für eine umweltfreundliche Stadt: 2021 haben in ganz Deutschland Jugendliche im Rahmen des Programms Jugend entscheidet ihre Ideen in die Kommunalpolitik eingebracht. Nun sucht die Gemeinnützige Hertie-Stiftung neue Städte und Gemeinden, die 2022 lokalpolitische Entscheidungen an junge Menschen zwischen 12 und 17 Jahren abgeben möchten.

Bewerbungsphase läuft bis zum 10. Februar 2022

„In zehn Kommunen haben wir 2021 erlebt, wie groß die Bereitschaft ist, beim Thema Jugendbeteiligung neue Wege zu gehen. Deshalb wollen wir das Projekt mit 15 Kommunen fortsetzen“, sagt Elisabeth Niejahr, Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Die Kommunen profitierten von den Ideen, die im Rahmen von Jugend entscheidet entstünden. „Wir haben gelernt: Jugendliche sind oft gute Scouts, mit denen Politiker etwas über ihre Kommune herausfinden, was sie so noch nicht wussten oder sahen”, sagt Niejahr. Sie hätten ein gutes Gespür für den öffentlichen Raum und für die Herausforderungen, vor denen die Kommunen zum Beispiel in den Bereichen Umweltschutz oder Sicherheit stünden.

Jugend entscheidet in der Kommune

Das Programm richtet sich an Städte und Gemeinden mit weniger als 100.000 Einwohnern, die noch keine oder wenig Erfahrung mit Jugendbeteiligung haben. Jede Kommune erhält eine eigene, professionelle Prozessbegleitung, die die Verantwortlichen mit Workshops und anderen Beratungsangeboten unterstützt – von der Gewinnung der Jugendlichen bis hin zur langfristigen Verankerung von Jugendbeteiligung vor Ort. Die Jugendlichen werden von dem Verein „Politik zum Anfassen e.V.“ in der Entscheidungsfindung unterstützt.

Kern des Beteiligungsprozesses ist ein zweiteiliges Verfahren, in dem die Jugendlichen zunächst ihre Ideen und Vorschläge in Thementagen einbringen, diskutieren und priorisieren. Im Anschluss erarbeiten Politik und Verwaltung aus den Vorschlägen Anträge, über die die Jugendlichen entscheiden. Der Stadt- oder Gemeinderat übernimmt dann in einer öffentlichen Ratssitzung das Votum der Jugendlichen.

Um Veranstaltungen vor Ort durchführen zu können, erhalten die teilnehmenden Kommunen eine finanzielle Unterstützung von 5.000 €. Für die Gewinnung der Jugendlichen können sie die kostenlose und datenschutzkonforme App PLACEm nutzen, die von „Politik zum Anfassen” entwickelt und betreut wird.

Wer kann sich bewerben?

Bis zum 10. Februar 2022 können sich Kommunen, die bereit sind, eine echte politische Entscheidung an Jugendliche abzugeben, für Jugend entscheidet bewerben. Voraussetzung ist, dass sie nicht mehr als 100.000 Einwohner zählen, bislang keine institutionalisierten Gremien der Jugendbeteiligung haben und für die Bewerbung die Unterstützung der kommunalen Spitze und des Stadt- oder Gemeinderates haben.

Weitere Informationen auf der Seite des Projekts

Quelle: Gemeinnützige Hertie-Stiftung vom 01.12.2021

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