EU-Jugendkonferenz

Forderungen von Jugendlichen an die Politik übergeben

Bundesfamilienministerin steht am Rednerpult und hält einen bedruckten Pappwürfel hoch.
Bild: Michael Scholl/DBJR   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Mit der Übergabe der Ergebnisse an Bundesjugendministerin Franziska Giffey ist die EU-Jugendkonferenz, die im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft stattfand, am 5. Oktober 2020 zu Ende gegangen. Sie versprach, die Forderungen und Vorschläge mit ihren Kolleg(inn)en in Europa zu diskutieren.

Die Forderungen der Jugendvertreter/-innen

Nach vielen Sessions und Dialogen mit politisch Verantwortlichen der EU konzentrierten sich die Jugendvertreter/-innen auf sieben Forderungen, die in den nächsten Monaten im Mittelpunkt stehen sollen:

  • Wir fordern, dass kritisches Denken in den obligatorischen Lehrplan privater und öffentlicher Schulen für mindestens eine Stunde pro Woche für die Altersgruppe der 10-16-Jährigen aufgenommen wird, um gefälschte Nachrichten und Desinformation mit Medien- und Informationskompetenz zu bekämpfen und die Partizipation/Motivation der Jugendlichen zu fördern, Teil der Debatte zu sein.
  • Wir fordern Mitentscheidungsprozesse auf allen Ebenen mit jungen Menschen und Jugendorganisationen, die auf einer rechtlichen Grundlage umgesetzt werden.
  • Wir fordern den Zugang junger Menschen zur formellen  Entscheidungsfindung durch das Herabsetzen des Alters für die Stimmabgabe und die politische Kandidatur auf 16 Jahre bei allen Wahlen. Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass alle Jugendlichen die Möglichkeit haben, ausreichend motiviert zu werden und Kompetenzen zu erwerben, um aktiv und passiv an den Wahlen teilzunehmen. Alle Hindernisse für die Stimmabgabe müssen beseitigt werden.
  • Wir fordern, dass Entscheidungsträger/-innen Prozesse fördern und in diese investieren, die Stimmen junger Minderheiten verstärken und ihr direktes Engagement sicherstellen.
  • Wir fordern einen neuen EU-Fonds, um Jugendräume einzurichten und zu erhalten.
  • Wir fordern, dass die Europäische Kommission sichere digitale Räume für junge Menschen schafft. Sie muss die Unterstützung und Finanzierung der Entwicklung von Aktivitäten zur digitalen Kompetenz als eine der obersten Prioritäten in allen Programmen festlegen und diese horizontal auf europäischer Ebene priorisieren.
  • Wir fordern Mittel, die für dauerhafte Strukturen der Beteiligung zur Verfügung stehen.

Youthless policy ist useless policy

Bundesjugendministerin Franziska Giffey, der portugiesische Bildungsminister Tiago Brandão Rodrigues und Themis Christpophdou als Generaldirektor für Bildung, Jugend, Kultur und Sport der Europäischen Kommission versicherten, dass sie mit den Ergebnissen der EU-Jugendkonferenz weiterarbeiten.

Der Vorsitzende des Deutschen Bundesjugendrings Tobias Köck betonte, dass Beteiligung ein Recht und kein Angebot der Politik an junge Menschen sei. Bei vielen Themen müssten junge Menschen einbezogen werden, etwa bei der Klimapolitik, bei der Migrationspolitik, bei der Sozialpolitik … kurzum bei nahezu allen Politikfeldern in Europa. Er zitierte als Botschaft einen Satz aus den Debatten der Jugendvertreter/-innen: Youthless policy ist useless policy (Jugendlose Politik ist nutzlose Politik)

Mit der Übergabe des Staffelstabes durch DBJR-Vorstandsmitglied Marius Schlageter an Rita Saias, Vorsitzende des portugiesischen Jugendrings Conselho Nacional de Juventude, endete am Abend des 05.10.2020 die EU-Jugendkonferenz in der deutschen Ratspräsidentschaft. Alle Ergebnisse aus vier Tagen intensiver Arbeit werden aufbereitet und unter anderem die Schlussfolgerungen zur Stärkung der Demokratie in Europa beeinflussen.

Weitere Informationen

Weiterführende Infos zur EU-Jugendkonferenz finden sich auf der Sonderseite des DBJR sowie in der Meldung des BMFSFJ Europäischer Jugenddemokratiekongress endet.

Der Artikel "Ergebnisse der EU-Jugendkonferenz an Politik übergeben" wurde vom DBJR am 05.10.2020 erstveröffentlicht. Wir danken für die freundliche Genehmigung der Übernahme.

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