Kinder- und Jugendpolitik / Kinder- und Jugendarbeit

BundesNetzwerk Kinder- und Jugendbeteiligung diskutiert kreative Beteiligungsmethoden

Viele Jugendliche halten leere Sprech- und Gedankenblasen hoch
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Das BundesNetzwerk Kinder- und Jugendbeteiligung diskutierte am 11. und 12. März 2016 in Nürnberg über kreative Methoden der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Ein besonderer Schwerpunkt wurde dabei auf das Erfordernis unterschiedlicher Methoden im Kontext unterschiedlicher soziokultureller Milieus gelegt.

Denn abhängig vom Alter und von den Lebensumfeldern, aus denen Kinder stammen, sind jeweils unterschiedliche Kompetenzen und Methoden gefragt, um Kinder für Beteiligungsprozesse zu interessieren und an demokratischen Abläufen teilhaben zu lassen. Zum Treffen des BundesNetzwerkes kamen rund 100 Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe aus ganz Deutschland zusammen.

Neben mehreren Experteninputs wird die kreative Beteiligung ebenfalls Gegenstand eines intensiven fachlichen Austausches sein. Auch Qualifizierungen und Schulungen zu Menschen- und Kinderrechten am Beispiel der Verwaltungspraxis in der Stadt Nürnberg und die Beteiligung von Flüchtlingskindern sind Schwerpunkte auf dem Treffen des BundesNetzwerkes. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Kinderkommission und dem Jugendamt der Stadt Nürnberg statt.

"Als Referent für Jugend, Familie und Soziales der Stadt Nürnberg liegt es mir besonders am Herzen, junge Menschen in all ihren Facetten wahrzunehmen und zu stärken. Durch unterschiedlichste Angebote der Kinder- und Jugendhilfe tragen wir zur Durchsetzung ihrer Rechte auf Förderung ihrer Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit bei. Gelingende Beteiligungsmöglichkeiten sind für den Erfolg der Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe unentbehrlich. Partizipation wird in Nürnberg als Chance zur Mitgestaltung und Selbstbestimmung verstanden. Diesem Leitgedanken fühlen sich die Stadt Nürnberg und ihre Kooperationspartner seit vielen Jahren verbunden und haben daher vielfältige Beteiligungsformate entwickelt. Starke Kinder und Jugendliche bringen Bewegung und neue Akzente in eine sich ständig wandelnde Stadtgesellschaft. Diese greifen wir durch unsere Beteiligungsstrukturen für Kinder und Jugendlichen gerne auf", betont Reiner Prölß, Sozialreferent der Stadt Nürnberg.

"In meinen Augen ist es unsere gesellschaftliche Aufgabe Kinder und Jugendliche zu selbständigen Persönlichkeiten zu erziehen, die in der Lage sind sich für ihre Interessen einzusetzen. In Nürnberg geben wir den Kindern und Jugendlichen dafür mit den verschiedensten Beteiligungsformaten das Handwerkszeug. Beteiligung ist für die Nürnberger Kinderkommission mehr als eine demokratische Übung - wir wollen, dass die Kinder mit ihren Sorgen und Interessen ernst genommen werden. Die Umsetzung der Kinderrechte muss zur Querschnittsaufgabe in den Kommunen werden und in den Köpfen der Verantwortlichen ankommen", sagt Ilka Soldner, Stadträtin und Vorsitzende der Kinderkommission Nürnberg.

"Eine große Herausforderung hinsichtlich des Kinderrechts auf Beteiligung besteht darin, Mitspracherechte sowohl in der Alltagspraxis, beispielsweise durch die Qualifizierung von Fachkräften, als auch durch konkrete gesetzliche Bestimmungen zu verwirklichen. Studien haben gezeigt, dass Beteiligung hilft, Kinder zu stärken und negative Armutserfahrungen auszugleichen. Das funktioniert aber nur mit gut ausgebildeten Fachkräften und mit ausreichenden zeitlichen Ressourcen zur Umsetzung der Beteiligungsprozesse. Verbindliche gesetzliche Regelungen, die Beteiligungsprozesse obligatorisch machen und zudem entsprechende Infrastruktur bereitstellen, sind dringend notwendig, damit Deutschland nicht weiterhin ein Flickenteppich beim Thema Beteiligung bleibt. Die Stadt Nürnberg ist mit der seit über 20 Jahren existierenden Kinderkommission beispielgebend. Hier arbeitet ein breites Bündnis, dem Mitglieder des Stadtrats und Vertreter von Kitas, Schulen, Jugend- und Gesundheitsamt sowie freien Trägern und Wohlfahrtsverbänden angehören, sowohl auf der Verwaltungsebene als auch durch direkte Initiativen für die bessere Beteiligung der Kinder zusammen", erklärt Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Über das BundesNetzwerk Kinder- und Jugendbeteiligung

Das BundesNetzwerk Kinder- und Jugendbeteiligung ist ein bundesweites Netzwerk von Fachkräften aus dem Bereich der Kinder- und Jugendbeteiligung. Das BundesNetzwerk setzt sich dafür ein, dass das Recht von Kindern und Jugendlichen, sich zu beteiligen, gesetzlich in Bund, Ländern und Kommunen verankert wird. Außerdem tritt das BundesNetzwerk dafür ein, dass Partizipation von Kindern und Jugendlichen ein Qualitätsmerkmal in allen Planungs- und Entscheidungsprozessen wird. Das BundesNetzwerk Kinder- und Jugendbeteiligung wurde 2008 auf Initiative des Deutschen Kinderhilfswerkes gegründet und hat rund 170 Mitglieder. Mehr Informationen zum BundesNetzwerk unter www.kinderpolitik.de/netzwerk.

Quelle: Deutsches Kindeshilfswerk vom 11.03.2016.

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