Kinder- und Jugendpolitik

Bundesjugendkuratorium fordert eine Neuaktivierung der Jugendhilfeplanung

Eine Schublade mit Ordnern
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Das Bundesjugendkuratorium (BJK) präsentiert Empfehlungen für eine lokale Kinder- und Jugendpolitik. Es fordert eine strategisch ausgerichtete Jugendhilfeplanung als Basis einer aktiven kommunalen Kinder- und Jugendpolitik und stellt Handlungsoptionen der Jugendhilfeplanung für die Herausbildung einer „Eigenständigen Jugendpolitik“ im kommunalen Bereich vor.

„Kinder- und Jugendpolitik muss als eigenständige Politik mit und für junge Menschen sichtbar werden. Sie muss Teil einer politischen Gesamtstrategie sein, gerade dort wo junge Menschen leben und aufwachsen, in der Kommune. Ein wichtiger Schritt dazu ist die beteiligungsorientierte Weiterentwicklung von Jugendhilfeplanung und Jugendhilfeausschüssen, so dass sie ihre jugendpolitische Steuerungsfunktion wahrnehmen können.“ Dies betont der Vorsitzende des Bundesjugendkuratoriums Mike Corsa beim Fachforum „Lokale Allianzen für Jugend – Mitdenken, Mitlenken!“, das von der Geschäftsstelle des „Zentrums Eigenständige Jugendpolitik“ in Kooperation mit dem Bundesjugendkuratorium und den Kommunalen Spitzenverbänden veranstaltet wurde.

Im Rahmen der Veranstaltung stellte das Bundesjugendkuratorium seine neue Stellungnahme zur Neuaktivierung der Jugendhilfeplanung vor. Die Stellungnahme betont die Bedeutung der Jugendhilfeplanung als Steuerungsinstrument bei der Entwicklung einer kinder-, jugend- und familienfreundlichen Umwelt. Jugendhilfeplanung ist für das BJK nicht nur Option, sondern strategischer Anknüpfungspunkt für eine kommunale Kinder- und Jugendpolitik. Hierfür muss diese aber ihren gesetzlichen Auftrag umfassend erfüllen und die Schnittstellen zu anderen Planungsbereichen gestalten. Im Interesse der Kinder und Jugendlichen müssen institutionelle Barrieren und Hindernisse überwunden werden. Eine notwendige, an den Interessen und Lebenslagen junger Menschen orientierte kommunale Gesamtplanung ist auf eine lebenslagenbezogene und sozialwissenschaftlich fundierte Jugendhilfeplanung angewiesen.

Das Bundesjugendkuratorium veröffentlicht zusammen mit der Stellungnahme eine Expertise zur Praxis und den Handlungsoptionen der kommunalen Jugendhilfeplanung. Die von Prof. Dr. Joachim Merchel durchgeführten Befragungen kommen zu ernüchternden Ergebnissen, die Ausgangspunkt für die politischen Forderungen des BJK sind. Eine profilierte Jugendhilfeplanung bietet demnach das Potenzial für eine beteiligungsorientierte, lebenslagenbezogene und bedarfsgerechte Kinder- und Jugendpolitik. Hierfür braucht es aber einer der Vielfalt und Komplexität der Themen und Aufgaben angemessene Ausstattung, ein transparentes Aufgabenprofil, eine kritische Bestandsaufnahme vor Ort und konkrete Zielvorstellungen sowie eine deutliche Verbesserung des Wissensstandes und einer daraus abgeleiteten Praxisentwicklung. Schließlich bedarf es einer stärkeren Beachtung, Entwicklung und Erprobung partizipativer Verfahren, wenn kommunale Planungen insgesamt den Bedürfnissen junger Menschen und ihren Familien besser Rechnung tragen sollen.

Die Stellungnahme „Neuaktivierung der Jugendhilfeplanung: Potenziale für eine kommunale Kinder- und Jugendpoltik“ steht zum Download auf den Internetseiten des Bundesjugendkuratoriums (PDF, 519 KB) bereit.

Das Bundesjugendkuratorium (BJK) ist ein von der Bundesregierung eingesetztes Sachverständigengremium. Es berät die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Kinder- und Jugendhilfe und in Querschnittsfragen der Kinder- und Jugendpolitik. Dem BJK gehören derzeit 14 Sachverständige aus Politik, Verwaltung, Verbänden und Wissenschaft an. Die Mitglieder wurden durch die Bundesministerin für Familien, Senioren, Frauen und Jugend für die Dauer der laufenden Legislaturperiode berufen.

Weitere Informationen: www.bundesjugendkuratorium.de

Quelle: Deutsches Jugendinstitut e.V. vom 05.12.2012

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