Kinder- und Jugendpolitik / Kinder- und Jugendarbeit

BKJ: Jugendbeteiligung ist eine Lebensversicherung für die Demokratie

Eine Gruppe von sechs Jugendlichen, teilweise Huckepack, die gemeinsam unterwegs sind und freudig lächeln
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Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) begrüßt die ressortübergreifende Ausrichtung der neuen Jugendstrategie der Bundesregierung. Denn Demokratie braucht die Mitsprache von Kindern und Jugendlichen auf allen Ebenen. Die Partizipation junger Menschen in allen Lebensbereichen und auf allen politischen Ebenen ist die beste Lebensversicherung für die Demokratie. Dafür gilt es, die Strukturen der Jugendarbeit und ihre zivilgesellschaftlichen Orte zu stärken.

Bundesjugendministerin Dr. Franziska Giffey hat am 24. September auf der Konferenz „Politik für, mit und von Jugend“ die neue Jugendstrategie der Bundesregierung vorgestellt. Der Koalitionsvertrag für die 19. Legislaturperiode sieht vor, eine gemeinsame Jugendstrategie der Bundesregierung unter Beteiligung von Jugend und Zivilgesellschaft zu entwickeln und umzusetzen. Sie soll zum Ziel haben, junge Menschen an allen Entscheidungen zu beteiligen, die sie betreffen. Die Bundesjugendministerin sieht hier alle Ressorts in der Verantwortung: „Wir wollen, dass sich das gesamte Kabinett verbindlich zur Verantwortung für die Jugend bekennt“, betonte sie in einer Ansprache.

Kinder- und Jugendrechte umsetzen

Die BKJ begrüßt diesen Ansatz und hofft, dass es damit gelingen wird, mit der Umsetzung der Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen endlich ernst zu machen. Der Vorsitzende der BKJ, Prof Dr. Gerd Taube, erklärt: „Wir dürfen nicht bis morgen warten, wir müssen jetzt anfangen, Kinder- und Jugendrechte umzusetzen. Denn die umfassende und ernstgemeinte Partizipation junger Menschen auf allen Ebenen, in Einrichtungen und Kommunen, Ländern, Bund sowie auf europäischer Ebene ist ein unentbehrlicher Bestandteil einer demokratischen Gesellschaft. Deshalb ist die Frage nach der Realisierung des Rechtes auf Partizipation eine zentrale gesellschaftspolitische Frage, zu der die zivilgesellschaftlichen Akteure der Kulturellen Bildung ihren Beitrag leisten werden.“

Kulturelle Bildung

Das Praxisfeld der kulturellen Kinder und Jugendbildung mit seinen zivilgesellschaftlich organisierten Strukturen und Orten übernimmt Verantwortung dafür, jungen Menschen die Erfahrung zu ermöglichen, dass das eigene Dazutun etwas bewirken und einen Unterschied ausmachen kann. Nach Ansicht der Akteure der Kulturellen Bildung bedeutet Jugendgerechtigkeit, dass junge Menschen im Hier und Jetzt gehört werden – und nicht erst irgendwann in der Zukunft. Positive Erfahrungen aktiver Mitgestaltung können das Vertrauen in die Demokratie nachhaltig fördern. Die Partizipation junger Menschen in allen Lebensbereichen und auf allen politischen Ebenen ist deshalb die beste Lebensversicherung für die Demokratie. Dafür gilt es, die Strukturen der Jugendarbeit und ihre zivilgesellschaftlichen Orte zu stärken.

Demokratie in Not – Aufruf zum Innehalten

Wie dringend die demokratische Gesellschaft der Stärkung und der Verteidigung durch jeden Einzelnen bedarf, hat die BKJ mit dem Appell „Demokratie in Not – Aufruf zum Innehalten“ (PDF, 59 KB) zum Ausdruck gebracht.

„Politik für, mit und von Jugend – Konferenz zur bundespolitischen Jugendstrategie“

Die BKJ war als Gestaltungspartner an der Veranstaltung „Politik für, mit und von Jugend – Konferenz zur bundespolitischen Jugendstrategie“ beteiligt, die das Bundesjugendministerium und die Koordinierungsstelle „Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft“ der AGJ gemeinsam vom 24. bis 25. September 2018 ausrichtete.

Im Forum mit dem Titel „Selbstbestimmt lernen – Anforderungen an eine jugendorientierte Ganztagsbildung“ brachte  die BKJ die Perspektive der außerschulischen Akteure kultureller Kinder- und Jugendbildung ein. Im Zentrum steht die Frage, wie Ganztagsbildung weiter entwickelt werden muss, damit sie den Anforderungen des Aufwachsens und den Bedürfnissen junger Menschen besser gerecht werden kann.

In einem weiteren Forum mit dem Titel „Kein Luxusproblem – Mehr Freiräume für alle schaffen!“ ging es um die Auseinandersetzung mit der Frage, warum Freiräume für junge Menschen so wichtig sind, unter welchen Bedingungen Freiräume entstehen und wie sie politisch ermöglicht werden können – und müssen. Diskutiert wurde das Thema mit Expert(inn)en aus den Bereichen Kulturelle Bildung, Sport und Offene Kinder- und Jugendarbeit.

Über die BKJ

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ) ist der Dachverband der kulturellen Kinder- und Jugendbildung in Deutschland. Sie ist ein Zusammenschluss von 56 bundesweit agierenden schulischen und außerschulischen Institutionen, Fachverbänden und Landesdachorganisationen der Kulturellen Bildung. Die Mitgliedsorganisationen repräsentieren die unterschiedlichen Künste, Kultursparten und kulturpädagogischen Handlungsfelder. Ihr Ziel ist die Weiterentwicklung und Förderung der Kulturellen Bildung: gesellschaftlich sensibel, nachhaltig, möglichst für jeden Menschen zugänglich, von Anfang an und ein Leben lang.

Quelle: Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) vom 25.09.2018

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