Kinder- und Jugendpolitik / Nachhaltigkeit

Bildungsqualität weltweit mangelhaft – 262 Millionen Kinder ohne Zugang zu Bildung

Äthiopisches Kind auf dem Feld
Bild: Christian Herrmanny

Die globalen Trends zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele sind beunruhigend – so das Ergebnis des Hochrangigen Politischen Forums für Nachhaltige Entwicklung vom 9. bis 18. Juli. Nur wenige der Nachhaltigkeitsziele werden bis 2030 erreicht, u.a. das Ziel einer inklusiven und hochwertigen Bildung für alle. Die Kindernothilfe fordert ein größeres Engagement der Politik für die Umsetzung der Ziele.

Die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen überprüften bei dem Hochrangigen Politischen Forums für Nachhaltige Entwicklung (High-level Political Forum on Sustainable Development, HLPF) vom 9. bis 18. Juli die Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele.

Bildungsziel wird bis 2030 nicht erreicht

Ein stärkeres Engagement zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele ist dringend geboten. Nur wenige der Nachhaltigkeitsziele werden bis 2030 erreicht. Das 4. Ziel – inklusive und hochwertige Bildung für alle bis 2030 – wird mit den derzeitigen Anstrengungen laut Angaben der UNESCO nicht realisiert werden können. 262 Millionen Kinder und Jugendliche gehen weltweit nicht zur Schule. Einschulungsraten stagnieren und die Schulabschlussraten sind gering. Kinder und Jugendliche, die zur Schule gehen, haben aufgrund der mangelnden Qualität der Schulbildung große Defizite im Lesen und Schreiben.

Nur wenige Fortschritte

Zudem müssen weltweit 152 Millionen Kinder arbeiten, um ihre Familien finanziell zu unterstützen, was sie unter anderem auch am Schulbesuch hindert. Auch das 16. Ziel „friedliche und inklusive Gesellschaften“ ist für viele Kinder und Jugendliche weit entfernt. Aktuelle Daten aus 83 (Entwicklungs-)Ländern zeigen, dass acht von zehn Kindern in irgendeiner Form von Aggression oder körperlicher Gewalt betroffen sind. Diese und andere Herausforderungen standen beim diesjährigen Hochrangigen Politischen Forum für Nachhaltige Entwicklung auf der Agenda. Dabei konnten nur wenige Fortschritte vermeldet werden.

Letztlich ist die Politik gefragt

Zivilgesellschaftliche Organisationen wie die Kindernothilfe leisten einen großen Beitrag zur Verbesserung der Situation. Sie wirken aktiv auf die Verwirklichung der Nachhaltigkeitsziele hin. „In unseren Projekten befähigen wir Menschen, ihre Kinder zur Schule zu schicken, und arbeiten eng mit Gemeinden, Schulen und lokalen Behörden zusammen, um Kinder vor Gewalt zu schützen“, sagt Katrin Weidemann, die Vorstandsvorsitzende der Kindernothilfe. „Aber letztlich ist die Politik gefragt. Alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen müssen darauf hinwirken, die Lebenssituation von Kindern weltweit zu verbessern. Auch Deutschland muss die Nachhaltigkeitsziele endlich ernsthaft umsetzen. Wir brauchen ein größeres Engagement der Regierungen im In- und Ausland.“

Quelle: Kindernothilfe e.V. vom 18.07.2019