Kinder- und Jugendpolitik / Demokratie

Bayerische Jugendring: Mehr Demokratie wagen – Wahlalter senken

Eine junge Frau ruft fröhlich durch ihre Hände: Deine Stimme zählt!
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Vor 50 Jahren beschloss der Bundestag eine Absenkung des aktiven Wahlalters von 21 Jahre auf 18 Jahre. Der Bayerische Jugendring (BJR) fordert seit 2005 eine Absenkung des aktiven Wahlrechts für Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europawahlen auf das 14. Lebensjahr. Ein erster Schritt wäre die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre.

Vor 50 Jahren beschloss der Bundestag eine Absenkung des aktiven Wahlalters von 21 Jahre auf 18 Jahre. In seiner Regierungserklärung vom Oktober 1969 hatte Bundeskanzler Willi Brandt mit dem berühmt gewordenen Satz „Wir wollen mehr Demokratie wagen“ eine Wahlalterabsenkung angekündigt. Am 18. Juni 1970 war es dann so weit, nicht ohne intensive Debatten. Auch in Bayern erhielten 18-Jährige das Recht, den Landtag zu wählen.

Mehr Teilhabe für Bürgerinnen und Bürger, mehr Transparenz, was das Handeln der Regierenden angeht – das war damals und ist heute noch der Motor für eine funktionierende Demokratie. Der Bayerische Jugendring (BJR) fordert seit 2005 eine Absenkung des aktiven Wahlrechts für Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europawahlen auf das 14. Lebensjahr. „Die positiven Erfahrungen der vergangenen fünf Jahrzehnte sind eine überzeugende Grundlage für eine weitere Wahlalterabsenkung. Auch in Zeiten von Corona sind echte Teilhabe- und Gestaltungsmöglichkeiten für junge Menschen wichtig – angesichts vieler demokratiekritischer Tendenzen, wie wir sie derzeit beobachten können, sogar wichtiger denn je“, kommentiert Matthias Fack, BJR-Präsident.

„Jugendarbeit beweist täglich aufs Neue, dass junge Menschen die Gesellschaft mitgestalten wollen und können. Der BJR unterstreicht das mit seiner Initiative #junggerecht. Eine Absenkung des Wahlrechts auf das 16. Lebensjahr wäre ein erster Schritt, dieses Grundrecht auch für junge Menschen zu öffnen. Denn die Interessen von Kindern und Jugendlichen finden in der Politik häufig deswegen nur wenig Beachtung, weil ihnen keine Möglichkeit gegeben wird ihre Themen einzubringen. Bei Themen wie Klimaschutz, Digitalisierung oder Bildungspolitik brauchen wir die junge Perspektive. Es geht um die Zukunft der Kinder und Jugendlichen, deshalb ist es an der Zeit, ihnen das Mitgestaltungsrecht in Form von Wahlen endlich zuzugestehen“, so Fack.

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Quelle: Bayerische Jugendring vom 18.06.2020

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