Kinder- und Jugendpolitik

BAG Landesjugendämter weiter unter Vorsitz von Rheinland-Pfalz

Hans Meyer, Birgit Zeller und Roland Kaiser
Bild: BAG Landesjugendämter Hans Meyer, Birgit Zeller und Roland Kaiser

Vom 14. bis 16. Mai 2014 fand die 116. Arbeitstagung der BAG Landesjugendämter in Mainz statt. Die Arbeitstagungen der Landesjugendamtsleitungen finden abwechselnd in den Bundesländern statt. Nun war Rheinland-Pfalz an der Reihe.

Das heißt, die BAG-Geschäftsstelle hatte es nicht weit bis zur Tagungsstätte im Zentrum von Mainz. Zudem standen nach Ablauf der ersten Amtsperiode von Birgit Zeller als Vorsitzende Wahlen auf der Tagesordnung. Die Mitgliederversammlung beschloss einstimmig, Birgit Zeller für weitere 4 Jahre zur ihrer Vorsitzenden zu wählen. Damit bleibt die Geschäftsstelle beim rheinland-pfälzischen Landesjugendamt. Neu gewählt wurde auch der stellvertretende Vorsitzende. Nach vielen Jahren im BAG-Vorstand hat Hans Meyer, Leiter des LWL-Landesjugendamtes Westfalen-Lippe ruhe-standsbedingt sein Amt abgegeben. Als Nachfolger wurde Roland Kaiser vom Landesjugendamt Baden-Württemberg gewählt.

Die Tagung begann mit der Begrüßung von Werner Keggenhoff. In seiner Rede ging er auf die Historie der alten Römerstadt und auf die Bedeutung des rheinland-pfälzischen Landesjugendamtes ein. Das Landesjugendamt übernimmt viele Dienstleistungen für Fachkräfte sowie für andere Institutionen und Behörden in Rheinland-Pfalz.

Die Tagesordnung war lang:
Klaus Peter Lohest vom Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen stellte als Mitglied des Lenkungsausschusses des Fonds Heimerziehung Zahlen zur Inanspruchnahme, zur aktuellen Finanzsituation und Auslastung sowie Zwischenbilanzen und Prognosen zum Fonds vor.
Susanne Kros berichtete aus der Fachkonferenz der Fortbildungsverantwortlichen in den Landesjugendämtern, die zuletzt im Januar 2014 stattfand. Der Austausch mit der Leitungsebene verfolgt als Ziel, das hohe qualitative Niveau der Fortbildungsangebote der Landesjugendämter aufrecht zu erhalten und weiter zu entwickeln.
Derzeit auf Bundesebene ein großes Thema ist die Evaluation des am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Bundeskinderschutzgesetzes. Zwei Vertreter des Deutschen Jugendinstituts, welches mit der Evaluation beauftragt worden ist, stellten die Kooperationsplattform vor, die alle vier vorhandenen Forschungsprojekte bündelt. U.a. ist eine Erhebung bei den Landesjugendämtern vorgesehen, denn diese sind zentrale Akteure bei der Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes.

Das Statistische Bundesamt entwicklelt eine neue Statistik zu den Angeboten der Jugendarbeit. Derzeit werden in verschiedenen Bundesländern Testverfahren durchgeführt. Die Projektverantwortlichen Dr. Ludwig Karg von Destatis und Julia von der Gathen-Huy von der Technischen Universität Dortmund nutzen diverse Plattformen – so auch die Arbeitstagung der Landesjugendamtsleitungen –, um das Projekt großflächig im fachpolitischen Raum zu bewerben sowie Anregungen aus der Fachpraxis aufnehmen zu können.

Weitere Themen waren die Bundesinitiative Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen, die EU-Jugendstrategie, die Weiterentwicklung und Steuerung der Hilfen zur Erziehung, der 15. Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag vom 3. bis 5. Juni 2014 in Berlin u.v.m.

Trotz der langen Tagesordnung blieb am Abend ein wenig Zeit, um Mainz von der kulturellen Seite kennen zu lernen. Dennoch hatte man sich nicht für die klassische Domführung oder die Stephanskirche entschieden, sondern für eine Führung in der Synagoge in der Mainzer Neustadt, die alle sehr beeindruckt hat.

Besonders gefreut haben sich die Leitungen der Landesjugendämter über den Besuch von Ministerin Irene Alt bei einem Abendessen. Sie hatte sich viel Zeit genommen, um mit den Leitungen in einen regen und intensiven Austausch über aktuelle Belange in der Kinder- und Jugendhilfe treten zu können.

Um noch einmal zu den Inhalten der Arbeitstagung zurück zu kommen. Die Mitgliederversammlung hat zwei neue Papiere verabschiedet: „Handlungsempfehlungen zum Umgang mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen“ und „Soziale Arbeit in der Schule – Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe“. Erstere geben einen bundesweiten Überblick über die Situation von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland, benennen Standards der Inobhutnahme von unbegleiteten Minderjährigen und wollen dabei unterstützen, Verfahren bundesweit zu vereinheitlichen und fachliche Netzwerke aufzubauen. Im zweiten Papier hat sich die BAG Landesjugendämter zu den Aufgaben und zu der Verantwortung von Kinder- und Jugendhilfe im Feld Schulsozialarbeit positioniert.

Quelle: BAG Landesjugendämter vom 27.05.2014

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