Beteiligung

Aufwachsen in Armut – Betroffene junge Menschen berichten

Ein in eine Wand eingelassener Pfeil zeigt nach rechts
Bild: Hello I'm Nik - unsplash.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

In einem eindrücklichen 20-minütigen Video berichten von Armut betroffene junge Menschen selbst von ihrem Aufwachsen in Armut in München-Hasenbergl. Das Video entstand in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendeinrichtung Lichtblick Hasenbergl der Katholischen Jugendfürsorge der Erzdiözese München und Freising e.V.

Anlass für das Gespräch im Video war die zweite Münchener Armutskonferenz im Juli 2021 zum Thema „Junge Menschen stärken – Was brauchen junge Menschen in einer teuren Stadt“ und wurde im Corona-Lockdown im April 2021 aufgenommnen.

Die Jugendlichen sprechen eindrücklich und sehr offen von ihrer Erfahrung eines Aufwachsens in Armut und den damit verbundenen Schwierigkeiten und Belastungen und auch von ihren Wünschen und Hoffnungen.

Sie beantworten im Video folgende Fragen:

  • Was hast du für Ängste und Befürchtungen?
  • Was hat dein Leben in deiner Kindheit schwer gemacht?
  • Warum ist Armut so schambesetzt?
  • Was sollten Andere, die die Erfahrung nicht kennen, über ein Aufwachsen in Armut wissen?
  • Wo fühlst du dich alleingelassen?
  • Was müsste sich ändern?

Das Video ist abrufbar auf Seiten des Lichtblick Hasenbergl.

Beteiligung und „gehört werden"

Im Anschluss an die Unterhaltung nahmen Jugendiche selbst an der Armutskonferenz teil und kamen mit Verantwortlichen in Politik und Stadtverwaltung ins Gespräch. Die Workshops drehten sich um Themen wie Bildungsgerechtigkeit und die erlebten Auswirkungen von Armut, um das Wohnen in einer reichen Stadt, Ausbildungsgerechtigkeit und die Arbeitswelt. Für die jungen Menschen war die Erfahrung sehr positiv, denn sie konnten als Expertinnen und Experten für ihre eigene Situation sprechen und gehört werden.

Das Fazit der jungen Menschen zu der Konferenz: „Wir hätten nicht gedacht, dass sie uns wirklich so gut zuhören und so offen sind. Es tut gut, gehört zu werden und sich verstanden zu fühlen. Und jetzt sind wir gespannt, welche Schritte folgen. Wir bringen uns auf jeden Fall sehr gerne weiter ein.“

Über Lichtblick Hasenbergl

Im Münchner Stadtteil Hasenbergl Nord wachsen viele Kinder unter benachteiligenden Bedingungen in einer großen Sozialwohnungssiedlung auf. Ihr Leben ist von finanziellen Sorgen, einem niedrigen Bildungsniveau, einem schwierigen Umfeld und der Abhängigkeit von finanziellen Hilfen geprägt.

Ziel des Lichtblick Hasebergl ist es, den Kreislauf sozialer Benachteiligung zu durchbrechen und sicherzustellen, dass die Kinder gesund aufwachsen, eine Schulform besuchen können, die ihrer tatsächlichen Begabung entspricht und erfolgreich eine Ausbildung durchlaufen können.

Das Angebot beginnt mit Mutter-Kind-Gruppen und einem Kindergarten. Es begleitet durch die gesamte Schulzeit bis zum Schulabschluss und hilft den Jugendlichen in eine Ausbildung. Im Rahmen einer Ausbildungsbegleitung erhalten junge Erwachsene die nötige Unterstützung, um sicher im Beruf anzukommen.

Quelle: Lichtblick Hasenbergl der Katholischen Jugendfürsorge der Erzdiözese München und Freising e.V. vom Juli 2021