Kinder- und Jugendpolitik / Nachhaltigkeit

Atommüll ist ein Zukunftsthema – Jugendprojekt zieht Bilanz

Drei Jugendliche mit einer Anti-Atomkraft-Fahne spazieren zusammen auf einer Wiese.
Bild: © Christof Martin/piclease

Die Weitergabe von Wissen, Erfahrung und Verantwortung zum Thema Atommüll und Endlagerung an die nächste Generation ist kein Selbstläufer. Deshalb hat das Fachportal Atommüllreport gemeinsam mit der BUNDjugend im April 2017 das Projekt „Jugend trifft Erfahrung“ gestartet, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) fachlich und finanziell gefördert wurde.

Atommüll wird noch über Jahrzehnte in oberirdischen Zwischenlagern aufbewahrt werden müssen. Es wird die heutige Generation der Jugendlichen sein, die sich in den nächsten Jahrzehnten mit der sicheren Aufbewahrung von Atommüll auseinandersetzen muss. Hier setzte das Projekt „Jugend trifft Erfahrung“ an.

„Jugendliche haben erkannt, dass sie ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen müssen“

Projektleiterin Ursula Schönberger vom Fachportal Atommüllreport erklärte: „In den letzten fünfzig Jahren wurden mit der Nutzung der Atomenergie, aber auch mit anderen industriellen Entwicklungen, Probleme erzeugt, mit denen sich die heute junge Generation auseinandersetzen muss, ohne selbst dafür verantwortlich zu sein. Dazu gehört der Klimawandel, die Verschmutzung der Meere mit Plastik, aber auch das Atommüllproblem. Die aktuellen Proteste der Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz zeigen, dass viele Jugendliche erkannt haben, dass sie ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen müssen.“

„Junge Leute wollen etwas bewirken!“

Undine Kurth, stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende der DBU sowie Vizepräsidentin des Deutschen Naturschutzringes, betont: „Junge Leute wollen etwas bewirken! Die Klimaschutz-Aktionen zu #FridaysForFuture bieten da ein gutes Beispiel auf internationaler Ebene. Auch bei der Atommülldebatte rund um die schwierige Endlagersuche und Sicherung von Lagerstätten müssen Jugendliche eingebunden werden. Eine wichtige Brücke zwischen den Generationen der Zivilgesellschaft leistete dabei das DBU-Projekt.“ Wie es umgesetzt wurde, erläutert Schönberger so: „In den engagierten Diskussionen, die wir in den letzten Monaten mit Jugendlichen geführt haben, waren sich diese immer einig, dass das Thema Atommüll eine solche Brisanz und Tragweite hat, dass es selbstverständlich in die Lehrpläne aufgenommen und bereits in der Schule darüber informiert werden sollte. Deshalb haben wir im Rahmen des Projektes Bildungsmaterial entwickelt, das ebenso wie zwei Lehrfilme kostenlos auf der Internetseite www.atommuellreport.de abgerufen werden kann.“

Antworten auf Fragen rund um Atomkraft und -müll

Auch außerhalb der Schule müsse jugendgerecht über das Thema Atommüll und Endlagerung aufgeklärt werden. Dafür habe die BUNDjugend auf www.bundjugend.de/atommuell ein Infoportal für Jugendliche geschaffen. Dieses liefere in verständlicher Sprache Antworten auf Fragen rund um die Themen Atomkraft und -müll. Gleichzeitig sei für die BUNDjugend klar: Bei reiner Information könne es nicht bleiben.

Beteiligungsformate für junge Menschen

Linda Mederake aus dem Bundesvorstand der BUNDjugend macht deutlich: „Meine Generation wird zukünftig mit den Risiken des Atommülls klarkommen müssen, ohne dass wir für seine Entstehung selbst verantwortlich sind! Dabei ist für uns klar, dass der durch die Nutzung der Atomkraft in Deutschland angefallene Müll auch in Deutschland dauerhaft und sicher gelagert werden muss.“ Gerade deshalb fordere der Verein wirkungsvolle Beteiligungsformate für junge Menschen, in denen diese mitentscheiden, wie der Atommüll gelagert wird und welche Optionen für zukünftige Generationen dabei offengehalten werden sollten. Nur mit echter Beteiligung könne verhindert werden, dass sich eine gesellschaftliche Spaltung wiederhole. Nach Meinung des Vereins sei die bisher vorgesehene öffentliche Beteiligung dafür nicht ausreichend.

Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt vom 14.02.2019