Kinder- und Jugendpolitik / Kinder- und Jugendarbeit

Arbeitshilfe zur Kinder- und Jugendbeteiligung in brandenburgischen Kommunen

Vier Jungenbeine auf Bohlen
Bild: Fotolia@prudkov

Immer mehr brandenburgische Kommunen teilen die Erfahrung, dass lebendige Partizipation viele Chancen für die Entwicklung des eigenen Ortes birgt. Diese Einschätzung teilen auch 17 brandenburgische Kommunen, die 2017 an einer Befragung zur Erfassung von Effekten, Verfahren und notwendigen Ressourcen von Kinder- und Jugendbeteiligungsprozessen mitgewirkt haben. Die kommunale Arbeitshilfe zur Kinder- und Jugendbeteiligung in brandenburgischen Kommunen stellt nun Tipps, Hinweise und Empfehlungen zur Planung und Umsetzung von Beteiligungsverfahren bereit.

Partizipation und Teilhabe machen das Leben in einer Kommune lebenswert. Kinder und Jugendliche wollen mitbestimmen, wo es in ihrem Dorf oder ihrer Stadt langgeht, wollen für ihren Jugendclub oder Bolzplatz Verantwortung übernehmen. Wenn diese Beteiligungskultur gelingt und sie sich eingebunden und ernst genommen fühlen, entsteht eine Verbundenheit mit der Region. Deshalb sind Partizipation und Teilhabe – gerade mit Blick auf den demografischen Wandel – von immenser Bedeutung für die Kommunen“, erklärt Britta Ernst, Ministerin für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg.

Erhebung zu Praxisverfahren, Effekten und Ressourcen von Beteiligungsprozessen

Die Erhebung wurde vom Kompetenzzentrum für Kinder- und Jugendbeteiligung des Landes Brandenburg in Kooperation mit der complan Kommunalberatung GmbH durchgeführt. Befragt wurden jeweils Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus der Kommunalpolitik und/oder der Verwaltung zu Praxisverfahren, Effekten und Ressourcen von Beteiligungsprozessen. Dabei umfassen die verschiedenen Beispiele alle Bereiche des kommunalen Alltags, wie z. B. Ortsentwicklung, Verkehrs- und Freiflächenplanung, Bildungsinfrastruktur, Kultur, Sport, Freizeit und die aktive Mitwirkung in der Kommunalpolitik.

Kommunen, denen es gelingt, Vorschläge von Kindern und Jugendlichen aktiv umzusetzen, beschreiben positive Auswirkungen auf das Ortsbild und definieren Kinder- und Jugendbeteiligung für sich als wichtigen Standortfaktor.  „Wenn wir mit den Kindern sprechen, dann sprechen wir über die Zukunft unserer Stadt. Die Kinder- und Jugendkonferenzen und vor allem die gemeinsamen Verabredungen dort sorgen dafür, dass die Kinder die Cottbuser Zukunft mit- und vor allem selbst gestalten können“, so Holger Kelch, Oberbürgermeister der Stadt Cottbus.  

Kommunen brauchen fachliche Begleitung und Unterstützung

„Das wachsende Interesse an Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche ist sehr zu begrüßen. Damit Beteiligung gelingt, brauchen brandenburgische Kommunen fachliche Begleitung und Unterstützung. Das Kompetenzzentrum verfügt über langjährige Erfahrungen in der Kinder- und Jugendbeteiligung und kann auf bewährte Moderationsinstrumente und Gesprächsformate zurückgreifen“, betont Andreas Kaczynski, Vorstandsvorsitzender des Paritätischen Brandenburg und Geschäftsführer des Paritätischen Sozial- und Beratungszentrum gGmbH, in dessen Trägerschaft das Kompetenzzentrum ist.

Download der Arbeitshilfe

Auf Grundlage der Erfahrungen der befragten Kommunen fasst die vorliegende kommunale Arbeitshilfe Tipps, Hinweise und Empfehlungen zur Planung und Umsetzung von Beteiligungsverfahren und -strukturen zusammen.

Die Kommunale Arbeitshilfe wurde finanziert durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Sie ist als Print- und PDF-Version kostenlos über das Kompetenzzentrum Kinder- und Jugendbeteiligung unter www.kijubb.de erhältlich.

Quelle: Der Paritätische, Landesverband Brandenburg e.V. vom 26.06.2018

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