Aus­bil­dungs­för­de­rung

Alternativer BAföG-Bericht der DGB-Jugend 2021

Sechs junge Erwachsene sitzen und stehen um eine Sitzgruppe mit Arbeitsmaterialien (Laptop, Stifte, Papier) und besprechen eine Gruppenarbeit.
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Po­li­ti­ker/-in­nen in den Bun­des­tag­aus­schüs­sen Fi­nan­zen und Bil­dung, For­schung und Tech­nik­fol­ge­ab­schät­zung haben Post von der DGB-Ju­gend be­kom­men: Die DGB-Ju­gend schließt mit ei­nem Al­ter­na­ti­ven BAföG-Be­richt die zeit­li­che Lücke zwi­schen dem letz­ten Be­richt der Bun­des­re­gie­rung von 2017 und dem auf das Jahr 2022 ver­scho­be­nen 22. BAföG-Be­richt. So soll auch im Jahr der Bun­des­tags­wahl die De­bat­te um Stand und Per­spek­ti­ven der Aus­bil­dungs­för­de­rung be­rei­chert wer­den.

DGB-Bun­des­ju­gend­se­kre­tä­rin Ma­nue­la Con­te for­dert an­läss­lich der Ver­öf­fent­li­chung des Al­ter­na­ti­ven BAföG-Be­richts der DGB-Ju­gend: „Wir brau­chen schnells­tens ein bes­se­res BAföG."

Der Be­richt zeige, dass die Be­darfs­sät­ze für Stu­die­ren­de und Schü­ler/-in­nen in Städ­ten mit ho­hem Mi­et­ni­veau deut­lich zu nied­rig sind. Die Zahl der Ge­för­der­ten sinke nicht nur bei den Stu­die­ren­den, son­dern auch bei den Schü­ler/-in­nen: Im Ver­gleich zu den Da­ten des vor­an­ge­gan­ge­nen Al­ter­na­ti­ven BAföG-Be­richts wur­den 27 Pro­zent we­ni­ger Schü­ler/-in­nen und 21 Pro­zent we­ni­ger Stu­die­ren­de ge­för­dert.

Die Aus­ga­ben für die BAföG-För­de­rung sind nach den Zah­len der DGB-Ju­gend im Un­ter­su­chungs­zeit­raum so­wohl ab­so­lut als auch re­la­tiv zum Brut­to­in­land­s­pro­dukt (BIP) und zu den Aus­ga­ben des Bun­des zu­rück­ge­gan­gen. Sie san­ken zwi­schen 2015 und 2019 um 350 Mio. Eu­ro, wäh­rend das BIP um 432 Mrd. Eu­ro und die Ge­samt­aus­ga­ben des Bun­des um 45 Mrd. Eu­ro stie­gen.

Ein wei­te­res Er­geb­nis: Schü­ler/-in­nen er­hal­ten bis zu 22 Pro­zent we­ni­ger als Stu­die­ren­de. Auch das zeigt, dass das BAföG nicht von den Be­dar­fen der Ge­för­der­ten her ge­dacht wird.

Das sagt die DGB-Jugend

DGB-Bun­des­ju­gend­se­kre­tä­rin Ma­nue­la Con­te kom­men­tiert die Zah­len des Al­ter­na­ti­ven BAföG-Be­richts der DGB-Ju­gend:

Zu den Da­ten für ein bes­se­res BAföG:
„Wie­der­holt schließt die DGB-Ju­gend mit ih­rem Al­ter­na­ti­ven BAföG-Be­richt ei­ne Lücke, bie­tet ei­ne Grund­la­ge für die De­bat­te um die Aus­bil­dungs­för­de­rung und zeigt: Wir brau­chen schnells­tens ein bes­se­res BAföG. Die so­zia­le Her­kunft darf nicht über Bil­dungs­chan­cen ent­schei­den."

Zu der Hö­he und Ge­stal­tung der Be­darfs­sät­ze:
„Ich hof­fe sehr, dass das Ur­teil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts zur Ver­fas­sungs­wid­rig­keit des BAföG ein deut­li­ches Si­gnal für die Bun­des­re­gie­rung ist, end­lich die Be­darfs­sät­ze im BAföG an­ge­mes­sen zu ge­stal­ten."

Zu den För­der­mög­lich­kei­ten für Schü­ler/-n­nen:
„Bil­dungs­ge­rech­tig­keit fängt nicht an der Hoch­schu­le an. Die Ge­werk­schafts­ju­gend for­dert seit Jah­ren die Wie­der­ein­füh­rung des ech­ten Schü­ler/-in­nen-BAföG. Dass nur 27 von 100 Kin­dern aus nicht aka­de­misch ge­bil­de­ten El­tern­häu­ser ein Stu­di­um an­fan­gen im Ver­hält­nis zu 75 Kin­dern aus Aka­de­mi­ker/-in­nen­fa­mi­li­en, ist ein­fach ein Ar­muts­zeug­nis."

Das sagt der DGB

Deutsch­land kön­ne und dür­fe es sich nicht leis­ten, Ar­bei­ter­kin­der von ih­ren Bil­dungs­chan­cen ab­zu­schnei­den, sagt die stell­ver­tre­ten­de DGB-Vor­sit­zen­de El­ke Han­nack. „Es ist höchs­te Zeit, dass die Po­li­tik dies end­lich ein­sieht und schnells­tens ei­ne grund­le­gen­de BAföG-Re­form be­schließt."

Der Alternative BAföG-Bericht der DGB-Jugend 2021 steht online zum Download bereit.

Quelle: DGB-Jugend vom 15.06.2021

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