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Familienpolitik

Kristin Alheit: Förderung von Familienzentren wichtiger Beitrag zur Kita-Qualität und zur Familienfreundlichkeit in Schleswig-Holstein

Eine Familie liegt auf dem Bett
Bild: © Patrizia Tilly - Fotolia.com

Das Land Schleswig-Holstein fördert den Aufbau und Betrieb von bis zu 100 Familienzentren. Familienzentren bieten Hilfe- und Unterstützungsangebote für Familien und sind beispielsweise an Kitas angesiedelt. Im Rahmen des Aufbaus sollen u.a. bestehende Kitas zu Familienzentren weiterentwickelt werden.

Anlässlich der Landtagsbefassung vom 11. Juli dazu betonte Familienministerin Kristin Alheit:

„"Dass es uns im vergangenen Jahr gelungen ist, im Schulterschluss mit Kommunen und Trägern die Betreuungs-Angebote im Bereich für Kinder unter 3 Jahren (U3) so auszubauen, dass die Eltern im Land ihren Rechtsanspruch erfüllt bekommen und ihn nicht einklagen müssen, ist ein Erfolg, auf den wir nach wie vor stolz sind. Und ich bin sicher, dass wir auch in Zukunft weitere Anstrengungen für den Kita-Ausbau brauchen, die wir gemeinsam mit den Akteuren vorantreiben."

"Zugleich wollen wir qualitativ vorankommen – auch mit Angeboten, die nicht nur die Kinder im Fokus haben, sondern auch ihre Eltern und Familie insgesamt stärker in den Blick nimmt. Wobei nach dem Verständnis dieser Landesregierung Familie sowohl die klassische Kleinfamilie als auch – gleichermaßen – Alleinerziehende, Patchwork oder Regenbogenfamilien Unterstützung verdienen. Der Landtag hat die Landesregierung gebeten, über den Stand der Konzeptentwicklung zu Familienzentren zu berichten. Auf die zentralen Punkte dieses Ihnen vorliegenden Berichts möchte ich eingehen:"

"Familien sind mit wachsenden und auch widersprüchlichen Anforderungen konfrontiert. Kindergärten, Horte, Familienbildungsstätten und Mehrgenerationenhäuser merken diese Entwicklungen deutlich: Eltern müssen höhere berufliche Anforderungen und ihre Familie vereinbaren. Sie haben mehr Fragen und sind im Umgang mit der Erziehung unsicherer als früher. Und sie wollen auch verstärkt am Alltag in der Einrichtung teilhaben und dort gehört werden. Und es geht vermehrt darum, Eltern in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken. "

"In einem Familienzentrum werden Familien in ihren Betreuungs-, Erziehungs- und Bildungsauftrag viel umfassender mit einbezogen als etwa in Kita oder Schule, wo Elternarbeit zwar auch wichtig ist, aber eben nicht im Zentrum steht. "

"Familienzentren sollen in ihrer Angebotsstruktur von den Menschen im jeweiligen Sozialraum mitgestaltet werden. Sie sollen die Bedarfe aufgreifen, die an sie – in genau ihrem Sozialraum – herangetragen werden. Dabei wäre es ein Missverständnis, dass es nur um grundlegend neue Angebote ginge. Es geht – vor allem im ersten Schritt - darum, bestehende Angebote besser zu vernetzten und Kooperation zu verstärken. "

"Denn wir haben bereits viele sehr gute Angebote. Es kommt darauf an, dass Eltern sie kennen, dass Eltern sie annehmen und dass Eltern nicht durch 1.000 Wege und die Hürde, sich an jeweils neue unbekannte Personen zu wenden, abgehalten werden. "

"Hier bieten sich Kitas an, weil das ein Ort ist, den junge Eltern über einen längeren Zeitraum regemäßig besuchen. Wobei ein Familienzentrum nicht nur von einer Kita, sondern auch von einer anderen Einrichtung ausgehen kann. Wichtig ist, dass es ein für Eltern vertrauter Ort ist. Familienzentren sollten jeweils besondere Angebote in verschiedenen Handlungsfeldern entwickeln:"

  •     "zur Förderung von sozial besonders benachteiligten Kindern;"
  •     "zur Stärkung der Erziehungskompetenz durch Elternbildung "
  •     "oder z.B. zur Förderung der Integration durch Sprachförderung."


"Damit bieten Familienzentren den Familien Unterstützung dort, wo sie täglich sind. "

"Zugleich ist der Aufbau von Familienzentren aber auch ein Beitrag zur Qualität in der Kita bzw. dem Aufwachsen unserer Kinder. Denn die Akteure vor Ort werden nach genauer Analyse der konkret vorhandenen Angebote und Bedarfe ein kommunales Gesamtkonzept zu erstellen. Wir fördern neue oder auch bereits bestehende Familienzentren jeweils bis zu einer Höhe von 25.000 € pro Jahr. "

"In erster Linie sollen dabei anteilige Personalkosten erstattet werden. Denn ein funktionierendes Zentrum braucht gute Koordinierung, die von jemand in die Hand genommen werden muss. Dabei obliegt den Kreisen und kreisfreien Städten, die Mittel eigenverantwortlich an öffentliche und auch an freie Träger weiterzuleiten. "

"Wir starten bereits zum 1. August 2014 mit der Förderung von Familienzentren. Wir haben uns das Ziel gesetzt, jetzt sofort Aufbau und Betrieb von bis zu 100 Familienzentren im Land zu fördern. Für 2014 werden dafür 1,3 Mio. € zur Verfügung gestellt."

"Ab 2015 sollen es jährlich 2,5 Mio. € sein. Wir nehmen hier eine Menge Geld für Familienfreundlichkeit und für Qualität in früher Bildung und Betreuung in die Hand. Deshalb werden wir den landesweiten Aus- und Aufbau von Familienzentren auch mit einer Evaluation begleiten, um Qualitätssicherung, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit sicherzustellen. "

"Landesregierung und Koalitionspartner haben sich vorgenommen, die Familienfreundlichkeit unseres Landes weiter zu stärken. Bedarfsgerechte Kapazitäten im Bereich Betreuung und frühkindlicher Bildung sind dabei ein Aspekt. Die Entwicklung von mehr und passgenauerer Unterstützung für Kinder und Eltern zu einem gelingenden Familienalltag ein weiterer. Die von uns auf den Weg gebrachten 100 Familienzentren sind dazu ein substanzieller Beitrag"."

Quelle: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein vom 11.07.2014