Familienpolitik / Recht

Heute bei Mama - morgen bei Papa? – Position der Diakonie zum Wechselmodell

Das Bild zeigt ein Papierenschnitt von zwei Erwachsenen und einem Kind. Im Hintergrund sieht man ein gebrochenes Herz.
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Das Betreuungsmodell bei einer Scheidung muss sich am Kindeswohl orientieren, fordert die Diakonie in einem Positionspapier anlässlich einer Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestags am 13.02.2019. Die Diakonie lehnt eine gesetzliche Verankerung eines einheitlichen Betreuungsmodells ab. Notwendig seien Lösungen, die den individuellen Lebensrealitäten der Familien entsprechen.

Wochentags bei der Mutter, jedes zweite Wochenende beim Vater - so sieht der Lebensalltag von 73 Prozent aller Scheidungskinder aus. Das so genannte Wechselmodell sieht eine andere gesetzliche Regelung als Normalfall vor. Dabei leben die Kinder abwechselnd zu gleichen Teilen bei der Mutter und dem Vater. Der Bundestag wird sich mit diesem Betreuungsmodell beschäftigen. "So vielfältig wie Familien sind, so individuell müssen die Lösungen sein, wenn sich Eltern nach Trennung oder Scheidung gemeinsam um ihre Kinder kümmern wollen", sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland anlässlich einer Anhörung des Rechtsausschusses im Bundestag am 13. Februar 2019.

Betreungsmodell muss sich am Kindeswohl orientieren

"Entscheidend ist, dass sich getrennt lebende Eltern, die sich die elterlichen Aufgaben weitgehend paritätisch teilen wollen, einvernehmlich verständigen. Ob die Kinder mal bei dem einen oder anderen Elternteil wohnen, muss dabei in der Eigenverantwortung der Eltern bleiben und darf nicht gesetzlich vorgeschrieben werden ", betont Loheide. Die Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Betreuungsmodell müsse sich vor allem am Wohl der Kinder orientieren. "Das Wechselmodell stellt für Eltern und Kinder eine große Herausforderung dar. Außerdem sind viele familien- und steuerrechtliche sowie sozialrechtliche Fragen noch nicht geklärt. Das führe bei dem einen oder anderen Elternteil zu Ungerechtigkeiten ", sagt Loheide.

Die Diakonie hält nichts von einer gesetzlichen Verankerung eines einheitlichen Betreuungsmodells. "Notwendig ist eine gute Begleitung und ein leicht erreichbares und flächendeckendes Beratungsangebot für Familien in der Trennungsphase, um die besten Lösungen für die Kinder und die Eltern zu finden.", betont Loheide.

Die Stellungnahme der Diakonie "Wechselmodell: nur unter Beachtung des Kindeswohls" (PDF, 242 KB) steht bei der Diakonie als Download zur Verfügung.

Quelle: Diakonie Deutschland, Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. vom 12.02.2019