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Familienpolitik / Europa

Europa wählt: Alleinerziehende fordern gezielte Maßnahmen gegen Kinderarmut

Ein kleiner Junge hält einen 5-Euro-Schein hoch
Bild: © somenski - Fotolia.com

Mit Blick auf die Europawahlen fordert das Europäische Netzwerk der Einelternfamilien (ENoS) die europäische Staatengemeinschaft auf, Kinderarmut zu bekämpfen und am Arbeitsmarkt die Voraussetzungen für eine eigenständige Existenzsicherung von Alleinerziehenden als Frauen zu schaffen.

„Aus Europa sind in der Vergangenheit wichtige Impulse für den Ausbau der Kinderbetreuung und bessere Vereinbarkeit, für eine geschlechtergerechte Beschäftigungs- und Sozialpolitik sowie für eine gleichstellungsorientierte Familienpolitik gekommen, resümiert Ida Lanbacher, ENoS-Präsidentin. „Aber es besteht nach wie vor dringender Handlungsbedarf, denn die Situation von Alleinerziehenden und ihren Kindern ist weiterhin skandalös. Das viel zu hohe Armutsrisiko Alleinerziehender ist Ausdruck ihrer fortwährenden gesellschaftlichen Benachteiligung“, prangert Lanbacher an, Präsidentin der Südtiroler Plattform für Alleinerziehende.

Einelternfamilien leben in Europa mit 32 Prozent deutlich häufiger in Armut als verheiratete Ehepaare mit Kindern, die mit 12 Prozent besser gegen Armut geschützt sind. Alleinerziehende sind zum Großteil Frauen, fehlende Kinderbetreuung und das europaweite geschlechterungerechte Lohngefälle von 18 Prozent zuungunsten von Frauen bremsen Alleinerziehende in ihrem Wunsch aus, jenseits von Armut durch eigene Erwerbstätigkeit leben zu können.
 
„Der Ausbau von qualitativer Kinderbetreuung und der kostenlose Zugang zu Bildungseinrichtungen aller Art muss weiter vorangetrieben werden. Die Entgeltlücke zwischen den Geschlechtern gehört geschlossen. Kindern ist aus dem Steueraufkommen der Länder eine finanzielle Grundsicherung zu bezahlen, die es ermöglicht, jedes Kind mit gesundem Essen, mit kindgerechtem Wohnraum und mit autonomen Freizeit- und Bildungsmöglichkeiten zu versorgen. Es steht in der Verantwortung der Staatengemeinschaft, Kindern ein Aufwachsen ohne Armutserfahrung zu garantieren“, fordert Edith Schwab, Vize-Präsidentin von ENoS und Vorsitzende des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter e.V. in Deutschland.
 
Das Europäische Netzwerk der Einelternfamilien ruft Alleinerziehende dazu auf, bei der Europawahl ihre Stimme abzugeben und fordert das Europäische Parlament und die Kommission auf, sich europaweit für Alleinerziehende und ihre Kinder stark zu machen.

Quelle: Europäisches Netzwerk der Einelternfamilien (ENoS) vom 22.05.2014