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Familienpolitik

Alleinerziehende alleinlassen? SkF gegen Sparen an der falschen Stelle

Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) fordert mit Blick auf die in dieser Woche veröffentlichten Ergebnisse der DIW Studie die Bundesregierung auf, eine nachhaltige Familienpolitik trotz der Sparzwänge zu sichern.

Dortmund. Die materiellen Leistungen für Familien, insbesondere für Ein-Eltern-Familien und ihre Kinder sind zu verbessern und zukünftige Sparmaßnahmen sozial gerecht zu verteilen. Momentan erhalten ALG II Empfänger im ersten Lebensjahr des Kindes monatlich 300 Euro Elterngeld. Das Sparpaket der Bundesregierung sieht vor, dass dieser Betrag zukünftig auf das ALG II angerechnet wird und die Familien faktisch in dieser Lebensphase monatlich 300 Euro an Einkommen verlieren. Außerdem sollen auch keine Beiträge mehr zur Rentenversicherung für Empfänger von Arbeitslosengeld II übernommen werden. Dies bedeutet insbesondere für viele Alleinerziehende, die SGB II Leistungen beziehen, und ihre Kinder harte Einschnitte. Maria Elisabeth Thoma, Bundesvorsitzende des SkF, stellt fest: „Der Koalitionsvertrag 2009 sah vor, die Rahmenbedingungen für Alleinerziehende zu verbessern. Gerade sie und ihre Kinder sind am stärksten von Armut gefährdet. Dieser Beitrag zum Sparkonzept bedeutet eine unverhältnismäßige Härte und wird der finanziellen Belastungsfähigkeit dieser Bevölkerungsgruppe nicht gerecht.“ Besonders Alleinerziehende mit kleinen Kindern sind auf staatliche Unterstützung angewiesen. Rund 41 Prozent erhalten Leistungen nach dem SGB II. Damit stellen Alleinerziehende deutlich mehr als die Hälfte aller Bedarfsgemeinschaften mit Kindern. Die Armutsgefährdungsquote von Kindern bei alleinerziehenden Elternteilen liegt bei 46,5 Prozent. Und diese Familienform wächst. 1,6 der 8,4 Millionen Familien in Deutschland mit Kindern unter 18 Jahren sind Ein-Eltern-Familien. Ihr Anteil an allen Familien mit minderjährigen Kindern ist in den letzten 10 Jahren von 14 auf 19 Prozent gestiegen.

Der Familienreport 2010 des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) weist darauf hin, dass monetäre Maßnahmen die wirtschaftliche Stabilität Alleinerziehender sichern. Die geplanten Sparmaßnahmen hingegen würden die Armutsquote von Alleinerziehenden und ihren Kindern weiter erhöhen.

Quelle: Sozialdienst Katholischer Frauen