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Familienpolitik

Achter Familienbericht: AWO vermisst Visionen für Familien

„Unsere Erwartungen an den Bericht wurden nur teilweise erfüllt“, kommentierte der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler die Empfehlungen der Sachverständigenkommission zum Achten Familienbericht „Zeit für Familie“, die gestern vom Kabinett beschlossen werden.

„Dem Bericht fehlen zeitpolitische Visionen und eine systematische Gesamtkonzeption, wie eine familienfreundliche Zeitpolitik entwickelt und vorangebracht werden kann“, bemängelte Stadler die vielfach eher unkonkreten bzw. bereits bekannten Vorschläge der Kommission. „Die Hauptfrage, wie die Zeitsituation aus Sicht der Familien verbessert werden kann, wird nur fragmentarisch beantwortet“, kritisiert der AWO Bundesvorsitzende. Dahingegen begrüßt die AWO ganz ausdrücklich, einige Empfehlungen der Kommission wie zum Beispiel, das Ehegattensplitting abzuschaffen und eine verbesserte steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten zu schaffen.

In weiten Teilen des Berichts „Zeit für Familie“ würde die Zeitproblematik der Familien an den Anforderungen der Wirtschaft entlang bzw. auch daran vorbei diskutiert. „Wir müssen kontinuierlich die individuellen Zeitbedürfnisse von Familien erheben und berücksichtigen. Nur so können befriedigende Lösungsvorschläge entwickelt werden“, betonte Stadler. Ein weiterer Kritikpunkt sind die zum Teil widersprüchlichen  Empfehlungen, wie zum Beispiel beim Thema Elternzeit. Hier soll es einerseits im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu flexibleren Möglichkeiten kommen, andererseits aber wird eine Verkürzung der Elternzeit von drei auf zwei Jahre in Erwägung gezogen. Zu wenig berücksichtigt wird zudem das Thema Altersarmut. Mit Blick auf die Entwicklungen sowohl des Renteneintrittsalters als auch der Renten stellt sich die Frage, inwieweit ein Zuviel an Zeit in dieser Lebensphase überhaupt noch für eine zeitpolitische Gesamtkonzeption zur Verfügung steht und genutzt werden kann. 

Quelle: Arbeiterwohlfahrt Bundesverband