Familienpolitik / Sozialpolitik

Ein Jahr Baukindergeld – 135.000 Familien haben bisher Anträge gestellt

Auf einer Schiefertafel mit einer Zeichnung von einem Haus und Kindern liegt Geld. Das Bild symbolisiert Baukindergeld.
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Rund 135.000 Familien in Deutschland haben innerhalb eines Jahres seit der Einführung des Baukindergeldes Förderanträge gestellt. Damit wurden den Antragstellern innerhalb der kurzen Programmlaufzeit bereits Zuschüsse in Höhe von insgesamt rund 2,8 Mrd. Euro gewährt. Für die gesamte Laufzeit stehen 9,9 Mrd. Euro für das Baukindergeld zur Verfügung.

Bundesinnenminister Horst Seehofer: „Nach einem Jahr Programmlaufzeit und 135.000 Förderanträgen ist klar: Das Baukindergeld ist ein echter Renner. Wir haben damit schon Tausenden Familien den Erwerb der eigenen vier Wände erleichtert. Und mehr noch – mit dem Baukindergeld entlasten wir den Mietwohnungsmarkt in Deutschland und schaffen für die Familien langfristig eine solide Altersvorsorge. Das Baukindergeld ist damit einer der zentralen Pfeiler der Wohnungspolitik dieser Bundesregierung. “

Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe Dr. Ingrid Hengster: „Wir freuen uns, dass das Baukindergeld die gewünschten Zielgruppen erreicht. Insbesondere junge Familien mit kleinen Kindern werden bei der Schaffung von Wohneigentum unterstützt. Das ist ein großer Erfolg. “

Die Bilanz der Förderung nach einem Jahr

Das Ziel, vor allem junge Familien mit kleineren und mittleren Einkommen mit dem Baukindergeld zu unterstützen, wird erreicht: 35 Prozent der Familien haben Kinder bis zu zwei Jahren, 65 Prozent haben Kinder bis zu 6 Jahren. 70 Prozent der Antragsteller sind zwischen 25 und 40 Jahre alt. Mehr als 80 Prozent der geförderten Familien haben ein oder zwei Kinder, rund 60 Prozent ein zu versteuerndes Haushaltseinkommen in Höhe von bis zu 40.000 Euro.
Die meisten Anträge kommen aus Nordrhein-Westfalen (29.728), gefolgt von Baden-Württemberg (18.072), Bayern (17.974) und Niedersachsen (16.569).

Räumlich verteilen sich die Anträge wie folgt:

  • Kreisfreie Großstädte: 16 Prozent
  • Städtische Kreise: 44 Prozent
  • Ländliche Kreise mit Verdichtungsansätzen: 21 Prozent
  • Dünn besiedelte ländliche Kreise: 19 Prozent

Seit Jahresbeginn wurde Baukindergeld zu 24 Prozent für Neubauvorhaben und zu 76 Prozent für den Kauf von Bestandsimmobilien beantragt. Die Neubauquote hat sich mit den zunehmenden Baufertigstellungen in 2019 erhöht und entspricht dem Marktdurchschnitt beim Erwerb von Wohneigentum.

Hintergrund

Das Baukindergeld ist eine Förderung des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat, um den Bau oder Kauf von selbstgenutztem Wohneigentum für Familien mit Kindern in Deutschland zu unterstützen. Ziel ist es vor allem, die im europäischen Vergleich sehr niedrige Wohneigentumsquote von jungen Familien in Deutschland zu erhöhen. Seit dem 18. September 2018 kann das Baukindergeld bei der KfW Bankengruppe online beantragt werden.

Pro Jahr erhält eine Familie 1.200 Euro je Kind. Das Baukindergeld wird zehn Jahre lang gezahlt, sodass Familien mit einem Kind insgesamt 12.000 Euro, Familien mit zwei Kindern 24.000 Euro usw. erhalten. Einen Antrag auf Baukindergeld können Familien stellen, die zwischen dem 01. Januar 2018 und dem 31. Dezember 2020 ihren Kaufvertrag unterzeichnet bzw. eine Baugenehmigung erhalten haben. Die Anträge werden bei der KfW – immer nach Einzug innerhalb von sechs Monaten in die geförderte Immobilie – online über das KfW-Zuschussportal gestellt.

Weitere Informationen zum Thema finden sich auf den Webseiten www.bmi.bund.de und www.kfw.de/baukindergeld.

Quelle: Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat vom 12.09.2019