Familienpolitik

Diakonie kritisiert die längst überfällige Anhebung des Kindergeldes

Mutter und Sohn am Strand
Bild: sxc

Die Diakonie ist der Meinung, dass die Politik Familien im Stich lasse und hat eine Stellungnahme zum geplanten Gesetzentwurf zum Kinderzuschlag vorgelegt.

"Die Kindergelderhöhung in diesem Jahr um nur vier Euro und im nächsten Jahr um weitere zwei Euro ist vor allem für Familien mit geringem Einkommen eine große Enttäuschung", sagt Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland anlässlich der Entscheidung im Bundeskabinett.

Familien mit Kindern im Hartz IV-Bezug sowie Alleinerziehende gehen dabei leer aus, weil die Kindergelderhöhung auf die Regelsätze und den Unterhalt angerechnet wird. "Werden die Pläne der Bundesregierung umgesetzt, profitieren die Besserverdienenden, denn die steuerliche Entlastung durch den Kinderfreibetrag ist wesentlich höher als das Kindergeld. Wieder wurde eine Chance verpasst, etwas für  Familien zu tun, die es am dringendsten benötigen. Diese Ungerechtigkeit ist nicht hinnehmbar", betont Loheide.

Weiter kritisiert die Diakonie, dass der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende erst dann erhöht werden soll, wenn die nötigen Mittel aus dem Haushalt des Familienministeriums zur Verfügung stehen. Das heißt, dass erst an anderer Stelle Leistungen für Familien gekürzt oder ganz eingestellt werden müssen. "Die Koalition spielt Unterstützungsleistungen für Familien gegeneinander aus statt mehr soziale Gerechtigkeit für Familien und Kinder zu schaffen. Die Diakonie wird nicht nachlassen, sich für eine zielgenaue soziale Sicherung von Familien und Kindern einzusetzen, für eine Politik, die den Namen Familienförderung verdient", betont Loheide.

Die Stellungnahme der Diakonie zum Gesetzentwurf gibt es zum Download (PDF, 193,48 KB) unter www.diakonie.de/media/StN_Ref-E__Kindergeld_Kinderzuschlag_150311.pdf

Quelle: Diakonie Deutschland - Evangelischer Bundesverband vom 24.03.2015