Familienpolitik / Sozialpolitik

Bekämpfung der Kinderarmut hat in Brandenburg Priorität

Trauriges Kind
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In Brandenburg ist jedes vierte Kind von Armut bedroht. Ministerin Golze plant "Runden Tisch zur Bekämpfung der Kinderarmut" zur Entwicklung von Lösungsstrategien und konkreten Handlungsmöglichkeiten.

Als neue Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg zog Diana Golze am 09.02.2015 eine positive 100-Tage-Bilanz und stellte ihre Arbeitsschwerpunkte vor:

"Die Bekämpfung der Kinderarmut hat für meine Arbeit oberste Priorität. Dieses Ziel ist die Klammer für die Politik meines Ministeriums in den nächsten fünf Jahren. Kinderarmut ist eines der bedrückendsten Probleme in unserer Gesellschaft. In Brandenburg ist jedes vierte Kind von Armut bedroht. Das ist kein kleines Randproblem. Wir dürfen die Augen vor diesem strukturellen Problem nicht verschließen, sondern müssen es in den Fokus der Öffentlichkeit und der Landespolitik stellen."

Golze sagte weiter: "Die Armutsfolgen für Kinder sind extrem: Sie leiden unter Benachteiligungen in der Gesundheit, bei der sozialen Teilhabe, in der Bildung, und später beim Übergang in das Erwerbsleben. Kein Kind darf in dieser Armutsfalle stecken bleiben. Jedes Kind muss die gleichen Start- und Entwicklungschancen haben – und zwar unabhängig von der Einkommenssituation seiner Eltern. Für die wirksame Bekämpfung der Kinderarmut und der Armutsfolgen brauchen wir einen breiten gesellschaftlichen Diskurs. Ich werde in diesem Jahr, vor dem Internationalen Kindertag, den ersten Brandenburger ‚Runden Tisch zur Bekämpfung der Kinderarmut‘ starten, um gemeinsam mit den verschiedenen staatlichen und gesellschaftlichen Akteuren Lösungsstrategien und konkrete Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln."

Beim "Runden Tisch zur Bekämpfung der Kinderarmut" sollen aus den unterschiedlichen Perspektiven Erkenntnisse und Erfahrungen gebündelt werden, um aufzuzeigen, welche Bedürfnisse Kinder aus prekären Lebensverhältnissen haben und wie hierauf reagiert werden muss. An dem Diskurs sollen Vertreterinnen und Vertreter aus Verbänden, Initiativen, Vereinen, Kommunen, Politik, Verwaltung und anderen Institutionen, aber auch betroffene Kinder und Familien beteiligt werden. Der Runde Tisch soll einen längerfristigen Prozess der Auseinandersetzung mit dem komplexen Problem Kinderarmut in Brandenburg einleiten. Dabei sollen die Lebenslagen in allen Regionen Brandenburgs berücksichtigt werden.
Golze betonte: "Es gibt keine einfachen, keine schnellen Lösungen. Und die landespolitischen Gestaltungsmöglichkeiten sind bei der Bekämpfung der Kinderarmut begrenzt. Aber damit dürfen wir uns nicht abfinden."

Golze: "Kinderarmut ist in den meisten Fällen Elternarmut. Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro ist ein erster wichtiger Schritt, die Einkommenssituation von über 355.000 Brandenburgerinnen und Brandenburgern zu verbessern. Das kann aber nur ein Anfang sein. Unser Ziel ist nicht nur ein verlässliches existenzsicherndes gesetzliches Mindestlohnniveau, sondern die rot-rote Landesregierung will die ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen dafür schaffen, dass Jede und Jeder durch ‚Gute Arbeit‘ ein auskömmliches Leben führen kann. Das bedeutet zum Beispiel, dass wir in der Arbeitsmarktpolitik vor allem Langzeitarbeitslose und Erwerbslose mit minderjährigen Kindern intensiv fördern werden, damit sie wieder eine gute Arbeit finden. Außerdem ist der Lohnunterschied zwischen Ost und West 25 Jahre nach der Wende immer noch zu groß. Brandenburgerinnen und Brandenburger verdienen im Schnitt 20 Prozent weniger."

Die gesamte Pressemitteilung ist zum Download als PDF-Datei (138 KB) verfügbar.

Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales,Gesundheit, Frauen und Familie Brandenburg vom 09.02.2015