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Wohnungspolitik

An den Bedürfnissen von kinderreichen Familien wird vorbeigebaut

Ein Mädchen steht erhöht und legt einem Jungen ein Buch auf den Kopf
Bild: Teddy - rawpixel.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Familien haben es besonders schwer, sich mit angemessenem Wohnraum zu versorgen. Aus Sicht des Verbandes kinderreicher Familien Deutschland e.V. bestätigt das Frühjahrsgutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses e.V. (ZIA) den eklatanten Mangel an großen Wohnraum für Mehrkindfamilien.

Familien brauchen Wohnraum, und zwar bezahlbaren, idealerweise mitwachsenden/mitschrumpfenden und bei Bedarf barrierefreien. Vor allen Dingen benötigen größere Familien, in denen drei Kinder und mehr leben, einen mehrkindtauglichen Wohnraum, der über die mittlerweile üblichen zwei Kinderzimmer hinausgeht, schreibt der Verbands kinderreicher Familien Deutschland e.V. in einer Pressemitteilung.

„Die jüngst veröffentlichten Zahlen im Frühjahrsgutachten des ZIA („dem Rat der Immobilienweisen“) sprechen jedoch eine andere Sprache“, so die Vorsitzende des Verbands kinderreicher Familien Deutschland e. V. „Der Anteil an großen, familiengerechten Wohnungen sinkt. Zwar wurde in den letzten Jahren gebaut, aber der Bau von mehrkindfamiliengerechten Wohnungen nimmt stetig ab.“

Im Gutachten heißt es, dass an den Bedürfnissen der Familien 'vorbeigebaut' wurde und immer noch wird (vgl. S. 211). Große Wohnungen seien besonders knapp (vgl. S. 210). Sie zu bekommen, entspreche der berühmten „Nadel im Heuhaufen“.

Kinderreiche Familien bezahlen für große Wohnungen einen Knappheitsaufschlag

Dass sich im Neubau der Anteil der Wohnungen mit vier und mehr Räumen in allen A-Städten von rund 60 bis 80 Prozent in den 2000er Jahren auf zuletzt 20 bis 30 Prozent halbiert hat, bestätigt den Eindruck des Verbands. Der Rückgang bei Wohnungen mit fünf und mehr Zimmern ist noch deutlicher sichtbar. Bei ihnen sank der Anteil von 30 bis 50 Prozent auf zuletzt nur noch 10 bis 20 Prozent. Hinzu kommen die Angebotsmieten, die 2021 weiter auf 8,46 Euro/m² gestiegen sind.

„Wir beobachten das Marktgeschehen kritisch. Diese enorme Höhe der Preise sowie das hohe Volumen der Wohnungsbaukredite bereiten kinderreichen Familien seit längerem Sorgen“, so Müller. „Sie trifft es doppelt hart, denn kinderreiche Familien müssen für große Wohnungen einen Knappheitsaufschlag bezahlen.“

Finden Familien keinen passenden Wohnraum, ist die andere Option, dass sie sich anpassen und in viel zu beengten Verhältnissen leben. Zu welch hohem Gegenpreis hat die Corona-Pandemie mitunter schonungslos offenbart. Ein Zuhause sollte sowohl Raum für eine ruhige Lern- und Arbeitsatmosphäre bieten, um allen Kindern gleiche Bildungs- und Entwicklungschancen zu ermöglichen, als auch die Möglichkeit eines Rückzugortes bereithalten.

Wohnungspolitische Vorschläge

Der Verband fordert wiederholt ein wohnungspolitisches Umdenken. Mehrkindfamilien sollte ein sehr viel größerer Stellenwert eingeräumt werden. Weder sollte man es hinnehmen, dass Familien die Städte verlassen müssen, noch dass sie sehr beengt wohnen. „Wir sollten in Familien investieren, denn damit investiert man in unser aller Zukunft“, so die Vorsitzende. Schnellere Genehmigungsverfahren, die Verbesserung der Baulandverfügbarkeit, die Wiedereinführung des Baukindergelds sowie höhere Einkommensgrenzen bei Wohngeld und Lastenzuschuss wären denkbar, um Wohnraum suchende Familien zu entlasten, heißt es von Verbandsseite.

Über den Verband

Der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. ist im Jahr 2011 aus der Initiative engagierter kinderreicher Familien entstanden, vertritt 1,4 Millionen kinderreicher Familien in Deutschland und setzt sich in Politik, Wirtschaft und Medien für ihre Interessen ein. Der Verband versteht sich als Netzwerk von Mehrkindfamilien, die sich untereinander unterstützen und die Öffentlichkeit für ihre Anliegen erreichen wollen. Der Verband ist konfessionell ungebunden und überparteilich.

Quelle: Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. vom 07.03.2022

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