Familienpolitik

Alleinerziehend, weiblich, arm SkF fordert bessere Chancen für alleinerziehende Mütter

Anlässlich des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung plädiert der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) insbesondere für eine Verbesserung der Situation alleinerziehender Mütter und ihrer Kinder.

Dortmund. Derzeit gibt es in Deutschland ca. 1,6 Mio. Alleinerziehende mit 2,18 Mio. Kindern unter 18 Jahren. Fast jede zweite Ein-Eltern-Familie lebt an der Armutsgrenze oder darunter und ist auf staatliche Unterstützung angewiesen. Rund 95% der Alleinerziehenden mit Hartz-IV-Bezug sind Frauen. Das Armutsrisiko Alleinerziehender ist fast doppelt so hoch wie das in Paarhaushalten mit Kindern.

„Für alleinerziehende Mütter und ihre Kinder ist das Armutsrisiko in Deutschland am höchsten“, darauf weist Maria Elisabeth Thoma, Bundesvorsitzende des SkF hin. „Es darf nicht sein, dass der Alleinerziehendenstatus ausschlaggebend für eine Verarmung von Müttern und ihren Kinder ist.“ Ein Arbeitsplatz oder eine Ausbildung mit Aussicht auf eine Tätigkeit mit ausrei-chendem Einkommen würde die Situation vieler Alleinerziehender verbessern. Für die Betreuung ihrer Kinder fehlen jedoch Krippenplätze. Deren Ausbau ist zwar mittlerweile gesetzlich geregelt, doch planen einige Kommunen in Finanznot die Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren durch den Abbau von Plätzen über Dreijähriger und durch reduzierte Äffnungszeiten zu finanzieren. Damit wäre eine kontinuierliche Kinderbetreuung nicht sichergestellt und die Möglichkeiten für Alleinerziehende, einer Ausbildung oder Erwerbstätigkeit nachzugehen, sehr eingeschränkt.

Besser ginge es den meisten Alleinerziehenden und ihren Kindern, wenn Ansprüche auf Unterhalt vom früheren Partner und Vater ernst genommen würden. Doch ein Drittel der Unterhaltspflichtigen zahlt unregelmäßig oder nicht in voller Höhe, ein weiteres Drittel gar nicht. Zumindest für die Kinder springt hier der staatliche Unterhaltsvorschuss ein, allerdings nur für max. 6 Jahre und nur bis zum 12. Lebensjahr. Die geplante Heraufsetzung der Bezugszeit auf das 14. Lebensjahr bleibt wirkungslos, wenn nicht gleichzeitig auch die mögliche Bezugsdauer verlängert wird. Der SkF ist in Delegation des Deutschen Caritasverbandes in der Nationalen Armutskonferenz (nak) vertreten. Die nak ist ein Zusammenschluss der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege, bundesweit tätiger Fachverbände und Selbsthilfeorganisationen sowie des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Die nak unterstützt als Partner des BMAS das Europäische Jahr 2010 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. Die Konferenz gründete sich im Herbst 1991 als deutsche Sektion des Europäischen Armutsnetzwerkes.

Mehr Informationen unter: http://www.nationale-armutskonferenz.de/

Quelle: Sozialdienst katholischer Frauen (SkF)

 

Info-Pool