Nationale Weiterbildungsstrategie

Wohlfahrtsverbände und Gewerkschaften fordern umfassende Förderung digital unterstützter Weiterbildung

Ein leerer Schulungsraum mit Bildschirmen und Kopfhörern.
Bild: Michal Jarmoluk – pixabay.com   Lizenz: CC0 / Public Domain Arbeiten Dritter

Anlässlich der Diskussion über die Nationale Weiterbildungsstrategie weisen die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW), die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) auf den dringenden Handlungsbedarf zur Verwirklichung digital unterstützter Weiterbildung hin. Jetzt müsse „Teilhabe an Weiterbildung für alle“ ermöglicht werden.

In einem gemeinsamen „Forderungspapier zur Unterstützung der Weiterbildungseinrichtungen im Rahmen der Digitalisierung“ betonen die Wohlfahrtsverbände und Gewerkschaften:

„Die Gesellschaft und der Arbeitsmarkt werden digitaler. Die Pandemie hat zusätzlich einen erheblichen Digitalisierungsschub gebracht. Weiterbildung ist dabei ein zentraler Schlüssel, um Menschen mit den notwendigen Kompetenzen auszustatten, mit der Dynamik der Digitalisierung Schritt halten zu können.“

Die Voraussetzungen für unterschiedliche Personengruppen, die anstehenden digitalen Herausforderungen zu bewältigen, seien aber sehr unterschiedlich verteilt:

„So laufen Erwerbslose eher Gefahr, bei der Digitalisierung am Arbeitsmarkt abgehängt zu werden als Erwerbstätige, die sich häufig auch am Arbeitsplatz (weiter-)qualifizieren können. Menschen, die in Armut leben, drohen von den immer stärker digitalisierten Bereichen der Gesellschaft ausgeschlossen und so für die digitalisierte Gesellschaft unsichtbar zu werden.“

„Die öffentlichen und gemeinnützigen Weiterbildungseinrichtungen in der Arbeitsförderung und Erwachsenenbildung sind zentrale Partner, um jetzt ein breites Angebot der digital unterstützten Weiterbildung aufzubauen“, betont Ulrich Lilie, Präsident der BAGFW. „Dabei müssen wichtige Zielgruppen direkt und mit passenden Angeboten angesprochen werden wie Frauen, Menschen mit Migrationsgeschichte, mit Behinderung, Lebensältere oder Menschen in ländlichen Gebieten, Erwerbslose oder sogenannte bildungsferne Menschen.“

„Aber nicht nur kurzfristige und befristete Programme sind nötig“, betont Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand. „Perspektivisch müssen Träger durch grundlegende Veränderungen in der Organisation und Finanzierung finanziell besser ausgestattet werden, um damit zu besseren Arbeitsbedingungen der Beschäftigten beitragen. Zudem sind langfristige Investitionen in die digitalunterstützte Weiterbildung notwendig, und diese sind nachhaltig zu sichern.“

Zusätzliche Investitionen in die digitale Infrastruktur, in Qualifizierungen des Lehrpersonals und Konzeptentwicklungen bei öffentlichen und gemeinnützigen Weiterbildungseinrichtungen sind über das Bestehende und in der Pandemie kurzfristig Beschaffte hinaus dringend notwendig, macht GEW-Vorstandsmitglied Ansgar Klinger klar. „Diese Weiterbildungseinrichtungen gehen bislang bei öffentlichen Programmen zur Digitalisierung nahezu leer aus.“

So fordern Wohlfahrtsverbände und Gewerkschaften: „Bund und Länder sollen ein nationales Förderprogramm für die digital unterstützte Weiterbildung auflegen und damit den Prozess der Digitalisierung dieser Weiterbildungseinrichtungen unterstützen.“

Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege vom 07.06.2021

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