Bildungspolitik / Bildungsforschung

Wir entwickeln eine nachhaltige Welt: Teilnehmende aus 100 Nationen diskutieren in Bonn die Rolle von Kultur, Bildung und Medien

Das Deutsche Welle Global Media Forum im ehemaligen deutschen Bundestag in Bonn
Bild: Anneli Starzinger   Lizenz: INT 3.0 – Namensnennung – nicht kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen CC BY-NC-SA 3.0

Rund 1.800 Teilnehmende werden vom 25.-27. Juni in Bonn erwartet zum Global Media Forum der Deutschen Welle, das sich 2012 dem Thema „Culture, Education, Media – Shaping a sustainable World“ widmet.

Zu Beginn ist der Plenarsaal des ehemaligen deutschen Bundestages noch nicht ganz gefüllt, aber die Erwartungen sind hoch. „Frische Impulse in Zeiten des Wandels“ wolle man mitnehmen, „von guten Beispielen lernen“ und „sich vernetzen“. So lauten Statements von Teilnehmenden aus Indonesien, Pakistan und den Philippinen.

Teilnehmende aus 100 Nationen werden zu Gast in Bonn sein und die Qual der Wahl haben bei 50 unterschiedlichen Veranstaltungen. Um das Recht auf Bildung geht es diesmal und die Rolle der Medien in der Vermittlung von Bildung und um Nachhaltigkeit. Noch immer haben – laut einem Bericht von UNICEF – 101 Millionen Kinder weltweit keine Chance, lesen und schreiben zu lernen. Laut der im Jahre 2000 von 189 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen verabschiedeten Milleniumserklärung sollen bis 2015 Kinder in der ganzen Welt, Mädchen wie Jungen, eine Primärschulbildung vollständig abschließen. Es verbleiben noch drei Jahre, dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, wieDr. Reinhard Hartstein, Vizedirektor der Deutschen Welle, in seiner Begrüßungsrede in Erinnerung ruft. Das Internet böte bei der Vermittlung von Bildung sowohl Chancen und Risiken, die es zu reflektieren gelte. Schon Kofi Annan habe davor gewarnt, dass die technologische Entwicklung zu einer 2-Klassen-Gesellschaft führen könne. Hartstein betont, die Medien hätten zwei Aufgaben: einerseits müssten sie Öffentlichkeit und Transparenz herstellen, andererseits sollten sie selber Träger von Bildung sein. Die Deutsche Welle stelle sich dieser Herausforderung und trage auch mit der Ausrichtung dieser mittlerweile gut etablierten internationalen Konferenz dazu bei, beide Funktionen zu bedienen.

Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch begrüßt die Teilnehmenden als Bonner Gastgeber und betont einmal mehr, die internationale Ausrichtung der ehemaligen Bundeshauptstadt. Als Stadt der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung mit bereits zahlreich stattgefunden Tagungen, etablierten Netzwerken und Beispielen guter Praxis sei das Thema „Sustainability“ hier besonders gut aufgehoben.

Dr. Marc Jan Eumann, Staatssekretär für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien begrüßt für das Land Nordrhein-Westfalen. Eumann hat viel über die Rolle von Medien publiziert und hebt die Notwendigkeit hervor, den Zugang zu Medien für marginalisierte Gruppen  zu ermöglichen. Das Internet böte dabei Chancen für Entwicklung und Bildung des Einzelnen, aber auch für ganze Gesellschaften. Globalisierte Welten könnten ohne Information nicht bestehen. Dennoch seien wir oft mehr amüsiert als informiert.

Volker Rieke, Leiter des Referates Europäische und internationale Zusammenarbeit in Bildung und Forschung des Bundesbildungsministeriums vertritt seine Ministerin, Annette Schavan. Er führt aus, dass Informationsflut auch zu Wissensferne und Bildungsdürre führen könne. Wissen entstehe erst, wenn Information bewertet, sortiert und in einen Zusammenhang gestellt werden könne. Bildung sei zudem auch ein wichtige Voraussetzung für Wohlstand. Allerdings bedürften wir einer neuen Definition von Wohlstand, der berücksichtige, dass Wachstum und Erhalt von Lebensgrundlagen in Einklang gebracht werden müssten.

Es gibt eine Menge zu diskutieren in den drei Tagen. Das wurde bereits in den Eingangsreden deutlich. Der emsige Austausch und hohe Geräuschpegel im Foyer des ehemaligen Bundestages in der ersten Pause macht deutlich: die Teilnehmenden nehmen die Chance zum Austausch wahr.

Sie können die Konferenz live auf der Webseite der Deutschen Welle verfolgen.

 

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