Thüringen

Umgang mit Heterogenität in Kindertageseinrichtungen wird gefördert

Kinder stehen auf einer Wiese im Kreis und fassen sich an den Händen
Bild: rawpixel.com

Bildungsminister Helmut Holter hat die Thüringer Förderrichtlinie „Vielfalt vor Ort begegnen – Professioneller Umgang mit Heterogenität in Kindertageseinrichtungen“ unterzeichnet und damit das gleichnamige Projekt bewilligt. Es hat einen finanziellen Gesamtumfang von 13,5 Millionen Euro und erstreckt sich über einen Projektzeitraum vom 1. Juni 2021 bis zum 31. Mai 2023. 82 Thüringer Kindergärten sind daran beteiligt.

Auf vielfältige Bedarfe von Kindern und Familien reagieren

Ermöglicht wird das Projekt im Wesentlichen durch das „Gute-KiTa-Gesetz“, mit dem der Bund die Länder bei der Verbesserung der Kita-Qualität unterstützt. Im Rahmen des Handlungsfeldes „Vielfältige pädagogische Arbeit“ hat Thüringen ein Landesprogramm initiiert, das Kindergärten darin stärken wird, auf vielfältige Bedarfe von Kindern und Familien zu reagieren. Aufgrund soziokultureller und sozioökonomischer Herausforderungen oder pluraler Lebenslagen der Familien, hat bedarfssensibele und multiprofessionelle Arbeit an Bedeutung gewonnen. Mit Hilfe des Projekts werden einerseits zusätzliche personelle Ressourcen in der Fachberatung für eine gezielte Prozessbegleitung bereitgestellt. Andererseits werden spezifisch auf die Bedarfe der teilnehmenden Kindergärten ausgerichtete neue Fortbildungs- und Qualifizierungsformate entwickelt und durchgeführt sowie eine wissenschaftliche Begleitung und Evaluation der Maßnahmen durch die Fachhochschule Erfurt sichergestellt.

Vielfältige Steuerungsteams

Ziel des Projektes ist, dass jeder teilnehmende Kindergarten seine spezifischen inklusiven Handlungsanforderungen identifiziert und, beraten von den Prozessbegleiterinnen und Prozessbegleitern, einen abgestimmten Handlungsplan entwickelt, zur Umsetzung bringt und den Prozess reflektiert. Jede Einrichtung hat dafür ein Steuerungsteam, das sich aus Erzieherinnen und Erziehern, aber etwa auch aus externen pädagogischen Fachkräften wie Musikpädagoginnen und -pädagogen zusammensetzt und das die zur nachhaltigen Qualitätsverbesserung notwendigen Veränderungen definiert. Sieben Fachberatungsverbünde beraten und unterstützen die Einrichtungen dabei thüringenweit vor Ort in regelmäßigem Turnus.

Dazu sagte Helmut Holter: „Jedes Kind ist anders und einzigartig. Aus dieser Individualität entsteht Vielfalt. Vielfalt vor Ort begegnen – das ist das Motto unseres Projektes für 82 Thüringer Kindergärten, und ich freue mich, dass dieses Projekt direkt zum Kindertag am 1. Juni startete! Täglich stehen die pädagogischen Fachkräfte in Kindergärten vor großen Herausforderungen, um allen Kindern gleichwertige Teilhabe und Bildung zu ermöglichen. Dabei sollen auch alle Kinder selbst Erfahrungen mit Vielfalt machen können. Eine vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung bedeutet, alle Kinder in ihrer eigenen Identität zu stärken. Mit diesem Projekt wollen wir pädagogische Fachkräfte gezielt dabei unterstützen. Und das individuell und nach ihren jeweiligen Bedarfen vor Ort im Kindergarten. Sie erhalten zusätzliches Personal und Sachkostenzuschläge, Fortbildungen zum professionellen Umgang mit Heterogenität und der Zusammenarbeit mit Familien, zusätzliche Fachberatung und wissenschaftliche Begleitung. Das ist ein wichtiges Programm, das die Qualität in unseren Kindertagesstätten weiter fördern wird."

Quelle: Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport vom 12.05.2021

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