Bildungspolitik

Rheinland-Pfalz fordert offene Diskussion zu Ferienregelungen

Ein Mädchen und ein Hund warten im Auto auf die Abreise in den Urlaub

Bei der Festlegung von Ferienterminen werde immer versucht, möglichst vielen Wünschen und Interessen aus unterschiedlichen Richtungen Rechnung zu tragen. Die Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz, Doris Ahnen, fordert hierzu offene Diskussionen und die Beachtung pädagogischer Gesichtspunkte.

Bei der Festlegung von Ferienterminen werde immer versucht, möglichst vielen Wünschen und Interessen aus unterschiedlichen Richtungen – sei es von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften, Eltern, Schulträgern, aus der Tourismuswirtschaft oder von Seiten der Verkehrspolitik – Rechnung zu tragen. „Dabei gilt aber nach wie vor die von den Ministerpräsidenten der Länder vor 50 Jahren festgeschriebene Vorgabe, dass Ferien in erster Linie nach pädagogischen Gesichtspunkten festgesetzt werden sollen.“ Das unterstrich heute im Landtag Bildungsministerin Doris Ahnen, die zugleich ankündigte, im Vorfeld der regulären Anhörung zur Festlegung der so genannten „Kleinen Ferien“ für die Jahre 2017 bis 2024 in Rheinland-Pfalz in einer großen Gesprächsrunde mit Vertreterinnen und Vertretern der Betroffenen ein Meinungsbild zur generellen Verteilung der Ferienabschnitte einzuholen. „Wir wollen eine umfassende Beteiligung sicherstellen“, kündigte die Ministerin an.

In der Diskussion über einen CDU-Antrag, der unter anderem eine Initiative auf Bundesebene für eine Neugestaltung der Sommerferien fordert, erinnerte Doris Ahnen an die erst im Juni beendete 18 Monate lange, intensive Debatte über die langfristige Festlegung der Sommerferien in den Bundesländern für die Jahre 2018 bis 2024. „Mit der letzten Endes festgelegten Verteilung der Sommerferien wird einerseits eine pädagogisch sinnvolle Gestaltung der Schuljahre in den Ländern ermöglicht. Und andererseits wird den touristischen Interessen der Reisenden und der Wirtschaft Rechnung getragen, dass die gesamte Sommerferienzeit aller Länder einen möglichst großen Zeitraum umfasst“, hielt die Ministerin fest. Diese Einigung sei erst nach zähem Ringen zustande gekommen und bilde den Rahmen bis 2024.

Um diesen Kompromiss zu erreichen, waren sogar einige Bundesländer bereit, ihre Sommerferien über die sechs Wochen hinaus zu verlängern. Rheinland-Pfalz ist davon nicht betroffen. Eine generelle Verkürzung der Sommerferien würde letztlich zu einer Verdichtung der touristischen Spitzenphasen mit absehbar steigenden Preisen für Urlaubsreisen führen.

Was die Verteilung der auf Landesebene festgelegten „Kleinen Ferien“ während des Schuljahres – bislang im Herbst sowie an Weihnachten und Ostern – angehe, so habe es auch bei den beiden zurückliegenden Festlegungen 2004 und 2009 Anhörungen gegeben, die nicht zu einer grundlegenden Veränderung der Verteilung geführt hätten. Eine Umfrage des Landeselternbeirats im Jahr 2005 unter allen Schulelternbeiräten, an der sich 650 Elternvertretungen beteiligt hatten, habe vielmehr eine Mehrheit für die heute immer noch geltende Verteilung der Ferienblöcke und im Übrigen ein differenziertes Bild bei der Beurteilung von Alternativvorschlägen ergeben. Dies habe maßgeblich dazu beigetragen, dass die Landesregierung sich damals für die Beibehaltung der bestehenden Regelung entschieden habe.

„Die Landesregierung misst der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei Entscheidungen in allen Aufgabenfeldern große Bedeutung bei. Dies gilt auch für die Verteilung und Festlegung der in einem Schuljahr zur Verfügung stehenden Ferientage“, betonte die Bildungsministerin und ergänzte: „Wir wollen einen möglichst breiten Konsens der an Schule Beteiligten zur Lage der Kleinen Ferien erreichen. Das war in der Vergangenheit schon so und wird auch in Zukunft so sein.“

Quelle: Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz vom 25.09.2014