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Bildungspolitik / Bildungsforschung

Mecklenburg-Vorpommern, Bayern und das Saarland im Bildungsmonitor 2017

Schülergruppe lernt gemeinsam
Bild: © Christian Schwier - fotolia.com

Mecklenburg-Vorpommern hat im Bildungsmonitor 2017 einen Sprung nach vorne gemacht. Im bundesweiten Vergleich der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft belegt der Nordosten Platz sieben. Im Bildungsmonitor 2016 war es noch Platz elf. Bayern führt die berufliche Bildung an und liegt insgesamt auf Platz drei. Das Saarland ist auf Platz sechs geklettert und verbesserte sich das dritte Jahr in Folge am stärksten gegenüber den anderen Bundesländern.

Der Bildungsmonitor 2017 misst seit dem Jahr 2004 bereits zum vierzehnten Mal, in welchen Handlungsfeldern der Bildungspolitik Fortschritte erzielt werden konnten.

Zu den in die Studie einbezogenen Indikatoren gehören u.a. die Beschreibung der Infrastruktur, beispielsweise die Verfügbarkeit von Ganztagsschulen und Ganztagsbetreuungsmöglichkeiten oder die Betreuungsrelationen an Schulen. Des Weiteren sind es Indikatoren, die den Zugang zu Bildung beschreiben, wie Schulabbrecherquoten, Abbrecherquoten von Ausländern und der Anteil der Schüler, die von Bildungsarmut betroffen sind. Außerdem werden Indikatoren einbezogen, welche die Qualität der schulischen Leistung und den Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen abbilden. Damit messen die Indikatoren sowohl Aspekte der Bildungsgerechtigkeit als auch Impulse des Bildungssystems zur Stärkung der Qualifikationsbasis der Volkswirtschaft.

Als größten Herausforderungen gelten laut der Studie der demografische Wandel, die Digitalisierung und die Integration.

Weitere Informationen zum Bildungsmonitor 2017

Mecklenburg-Vorpommern

Ministerin Hesse: Bildung nicht allein aus wirtschaftlicher Perspektive betrachten

„Ich freue mich darüber, dass sich die soziale Herkunft der Kinder vergleichsweise wenig auf ihre Bildungsergebnisse auswirkt. Das ist eine gute Nachricht. Positiv ist ebenfalls die zweithöchste Promotionsquote aller Bundesländer“, sagte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Dennoch dürfen wir die Ergebnisse des Vergleichs nicht überbewerten. Der Bildungsmonitor ist keine unabhängige Studie, sondern versucht aus ökonomischer Sicht die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Bildung darzustellen. Bildungserfolge von Kindern und Jugendlichen dürfen wir aber nicht allein aus wirtschaftlicher Perspektive betrachten“, mahnte Hesse.

Handlungsbedarf sieht der Bildungsmonitor beim Anteil der Jugendlichen, die ihre Ausbildung abbrechen, der Altersstruktur von Lehrerinnen und Lehrern und beim Anteil der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im MINT-Bereich.

„Alle angesprochenen Themenfelder sind uns bekannt“, betonte Bildungsministerin Birgit Hesse. „Mit einer zielgerichteten Berufs- und Studienorientierung wollen wir den Übergang von der Schule in den Beruf verbessern. In der Statistik müssen wir aber auch die Jugendlichen bedenken, die in eine andere Ausbildung wechseln. Grund für die Altersstruktur der Lehrerinnen und Lehrer ist das damals beschlossene Lehrerpersonalkonzept von Gewerkschaften und Landesregierung. Im Übrigen müsste mir mal jemand erklären, was gegen erfahrene Lehrerinnen und Lehrer an unseren Schulen spricht. Mit der Kampagne ‚Studieren mit Meerwert‛ werben wir für attraktive Studiengänge in den naturwissenschaftlichen und mathematisch-technischen Fächern. Wir wollen deutlich machen, dass es sich lohnt, einen Beruf im MINT-Bereich zu ergreifen“, erläuterte die Ministerin.

Bayern

Minister Spaenle: Junge Menschen in Bayern haben vielfältige Chancen für Ausbildung, Beruf und Studium

Bayerns Bildungs- und Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle zur aktuellen Erhebung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft "Bayern rangiert auch im Bildungsmonitor 2017 in der Spitzengruppe. Das Institut der Deutschen Wirtschaft bestätigt zum wiederholten Mal: Junge Menschen in Bayern haben vielfältige Chancen für Ausbildung, Beruf und Studium. Spitzenreiter ist Bayern in der beruflichen Bildung und bei der effizienten Verwendung von Mitteln im Bildungswesen", so Bayerns Bildungs- und Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle zum Bildungsmonitor 2017.

"Die aktuellen Ergebnisse bestätigen Bayerns differenziertes und durchlässiges Schulsystem. Dieses bereitet die jungen Menschen nach den Feststellungen des Bildungsmonitors sehr gut auf die Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft vor", betont Minister Spaenle. Es ist auch erfreulich, dass Bayern - auch bei einer bisher schon sehr guten Positionierung - bei den Punkten in den Einzelbewertungen teilweise deutlich zugelegt hat. In der beruflichen Bildung und in der effizienten Verwendung von Steuermitteln führt Bayern den Vergleich sogar an.

Minister Spaenle: "Die Leistungsfähigkeit des bayerischen Bildungswesens dokumentiert sich auch darin, dass in Bayern der Anteil der Schulabsolventen, die diese ohne anerkannten Abschluss verlassen, mit am niedrigsten liegt. Damit zeigt Bayerns Schulsystem, dass es Schülern mit unterschiedlichsten Talenten und Förderbedarfen gerecht zu werden vermag." "Auch ein sehr leistungsfähiges Schulwesen muss ständig weiterentwickelt werden", so Minister Spaenle: "Mit dem weitreichenden, Bildungspaket ,Für Bildung begeistern! Fördern, Fordern, Forschen', das die Staatsregierung nun in den Landtag eingebracht hat und das mit zusätzlich 2.000 Stellen allen Schularten zugutekommen wird, untermauern wir unseren Willen, kräftig in Bildungsqualität zu investieren. Auf Basis der Regierungserklärung des Ministerpräsidenten von 2013 bauen wir den Ganztag weiter kontinuierlich bedarfsgerecht und flächendeckend aus. Wir eröffnen Kindern und Eltern etwa durch die Einführung offener Ganztagsgruppen auch an Grundschulen zusätzliche Wahlmöglichkeiten, die zu ihrer familiären Situation und zu den pädagogischen Wünschen passen." Neben Ganztagsschulen in gebundener und offener Form haben auch Angebote der Kinder- und Jugendhilfe und die Mittagsbetreuung in Bayern eine große Bedeutung.

Saarland

Minister Commerçon: Herkunft entscheidet nicht über Bildungserfolg

Bildungsminister Ulrich Commerçon zeigt sich erfreut über die Ergebnisse des Bildungsmonitors 2017. Den größten Erfolg bundesweit verbucht das Saarland bei der Bildungsgerechtigkeit und Integration. „Im Saarland entscheidet nicht die Herkunft der Kinder oder der Geldbeutel der Eltern über Abschlüsse und Schulerfolge, sondern was die Schülerinnen und Schüler im Kopf haben. Zudem erlangen bei uns deutlich mehr Schülerinnen und Schüler mit ausländischer Herkunft die Studienberechtigung. Auch das ist ein Riesenerfolg!“

Nach dem Bildungsmonitor 2017 belegt das Saarland Rang 6 im Vergleich der Bildungssysteme aller Bundesländer und verbessert sich das dritte Jahr in Folge am stärksten gegenüber den anderen Bundesländern.

Commerçon: „Bei meinem Amtsantritt 2012 lag das Saarland, was die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems angeht, noch auf Platz 12. Heute belegen wir bereits den 6. Platz. Wir konnten in den vergangenen drei Jahren nicht nur den größten Fortschritt im Bildungssystem insgesamt erzielen, sondern verbuchen auch bundesweit den Bestwert bei der Bildungsgerechtigkeit und Integration.

So geht aus dem Bildungsmonitor hervor, dass fast doppelt so viele Schülerinnen und Schüler mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit an den beruflichen Schulen die Studienberechtigung erlangten (Saarland: 13,7 Prozent, Bundesdurchschnitt: 7,1 Prozent). Auch an allgemeinbildenden Schulen erwarben überdurchschnittlich viele Jugendliche mit ausländischer Staatsangehörigkeit eine Studienberechtigung wie Abitur oder Fachhochschulreife (Saarland: 10,2 Prozent, Bundesdurchschnitt: 7,1 Prozent).

„Wir haben in den vergangenen Jahren den Fokus stärker auf eine gezielte individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler gelegt. So konnten Lerndefizite frühzeitig erkannt und ausgeglichen werden, sodass Schülerinnen und Schüler immer seltener die Schule ohne Abschluss verließen oder Klassen wiederholten“, so Commerçon. Die Wiederholerquote – zeigt der Bildungsmonitor 2017 – lag in der Sekundarstufe I mit lediglich 1,3 Prozent deutlich unterhalb des Bundesdurchschnitts von 2,6 Prozent. Handlungsbedarf sieht die Studie hingegen beim Ganztagsunterricht in den weiterführenden Schulen: „Wir haben in den vergangenen Jahren den Ganztag in Grundschulen flächendeckend ausgebaut. Davon sind wir bei den weiterführenden Schulen noch ein gutes Stück entfernt. Deshalb fordere ich für alle Schülerinnen und Schüler einen Rechtsanspruch auf Ganztagsschule.“

Quelle: Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern / Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst / Ministerium für Bildung und Kultur Saarland vom 17.08.2017

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