Bildungspolitik / Qualifizierung

Hessen unterstützt internationale Fachkräfte und investiert 127.000 Euro

Menschenmenge
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Das Projekt WELCOMECENTER Hessen wird ab dem 1. Januar 2015 unter der Federführung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration fortgeführt.

Anlässlich der Weiterführung des Gemeinschaftsprojektes des Landes und der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit/Agentur für Arbeit Frankfurt am Main in Kooperation mit der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main betonte der Hessische Minister für Soziales und Integration, Stefan Grüttner, dass "kompetente Fachkräfte" aus dem Ausland nicht nur "herzlich willkommen" seien, sondern "dass wir diese auch dringend für uns gewinnen müssen" um dem Fachkräftebedarf der Zukunft zu begegnen.

Fachkräftebedarf steigt

"Angesichts des demografischen Wandels ist die Versorgung der Wirtschaft mit Fachkräften eine der großen Zukunftsaufgaben zur Sicherung des wirtschaftlichen und sozialen Wohlstandes. Prognosen zufolge werden wir in Hessen bis 2030 einen Fachkräftebedarf zwischen 400.000 bis 600.000 Menschen haben. Das liegt daran, dass es weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 64 Jahren geben und die Altersstruktur der Belegschaften sich verändern wird. Um diese Lücke zu füllen, bedarf es der Hebung und Nutzung der Potentiale der hessischen Fachkräfte, aber auch weiterer internationaler Fachkräfte. Deshalb ist es wichtig und richtig, internationale Fachkräfte in Hessen willkommen zu heißen und sie mit Rat und Tat zu unterstützen.", so der Minister.
"Neu in Hessen ankommende internationale Fachkräfte und an der Beschäftigung internationaler Fachkräfte interessierte Arbeitgeber sollen auch 2015 in dem WELCOMECENTER Hessen eine zentrale Anlauf-, Beratungs- und Servicestelle für Hessen vorfinden. Mit der Fortführung des WELCOMECENTERs Hessen bekennt sich Hessen auch weiterhin zu einer klaren Willkommenskultur und einer bewährten Willkommensstruktur – ein deutliches und starkes Signal an internationale Fachkräfte.", erläuterte Grüttner.

Erste Anlaufstelle für Ratsuchende aus dem Ausland

Für Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen, ist das WELCOMECENTER in den Räumen der Agentur für Arbeit Frankfurt am Main ein Beispiel gelebter und erfolgreicher Willkommenskultur: "Das WELCOMECENTER Hessen hat sich erfolgreich als erste Anlaufstelle für Ratsuchende aus dem Ausland etabliert und ich bin froh, dass wir dieses Angebot weiterhin aufrecht erhalten können. Zusammen mit der Anerkennungsberatung, die sich ebenfalls in den Räumen der Agentur für Arbeit Frankfurt befindet, bieten wir Menschen aus dem Ausland auf kurzem Wege schnelle und umfassende Hilfestellungen. Das WELCOMECENTER ist für mich ein unverzichtbarer Bestandteil gelebter Willkommenskultur. [...] Auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung in unserem Land und die Tatsache, dass immer mehr Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen zu uns finden, sei es aus wirtschaftlichen Gründen oder weil in ihrem Land Krieg ist, sollten wir allen einen guten Start in unsere Gesellschaft und die Arbeitswelt ermöglichen."

Hilfe bei grundlegenden Belangen wie Wohnungssuche oder Kontoeröffnung

Karl-Heinz Huth, Leiter der Arbeitsagentur Frankfurt führt aus: "Für uns stellt [das WELCOMECENTER] eine Bereicherung unseres Dienstleistungsangebotes dar. Ratsuchende Menschen aus dem Ausland haben die Möglichkeit, sich eingehend beraten zu lassen. Hierbei geht es nicht nur um die Suche nach Arbeit, denn auch alltägliche Dinge wie Kontoeröffnung, Wohnungssuche oder wo man am besten Deutsch lernen kann, werden erklärt. Das WELCOMECENTER in Frankfurt ist Ausdruck einer gelebten Willkommenskultur, die dazu beiträgt, dass sich ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Rhein-Main-Region wohlfühlen und Wirtschaft und Gesellschaft bereichern."

"Wir haben das Thema der Fachkräftesicherung vielfältig angepackt. So konnten wir im Rahmen eines Projektes spanische Pflegekräfte für Hessen gewinnen, wir haben eine Stabsstelle Fachkräftesicherung in Hessen im Ministerium für Soziales und Integration eingerichtet und damit zuverlässig eine Verabredung des Koalitionsvertrages umgesetzt. Die Arbeit des WELCOMECENTERs ist ein weiterer wichtiger Baustein, um die Herausforderungen der Zukunft anzupacken.", so Grüttner abschließend.

Ratsuchende Fachkräfte werden im WELCOMECENTER Hessen:

  • willkommen geheißen und begrüßt,
  • zu Fragestellungen rund um ihren neuen Aufenthaltsort, Arbeitssuche und -aufnahme einzelfallbezogen je nach Bedarf auf Deutsch, Englisch, Spanisch oder Arabisch beraten,
  • über die Beratungsangebote zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse informiert,
  • bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen und der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche unterstützt,
  • bei Bedarf an Willkommenskurse und Integrationskurse vermittelt,
  • bei der Arbeitssuche unterstützt ggf. auch zur Arbeitsvermittlung begleitet,
  • im Einzelfall bei auftretenden Problemen Hilfestellungen erhalten und ggf. begleitet und gezielt an die im Einzelfall in Frage kommenden Institutionen, Vereine und sonstige Organisationen verwiesen (Verweisberatung).

Unternehmen werden:

  • über die Gesamtstrategie des Landes zur Fachkräftesicherung, vor allem zum Handlungsfeld 3, über Fragestellungen rund um die Beschäftigung internationaler Fachkräfte und über bestehende Unterstützungsangebote informiert
  • und gezielt an die im Einzelfall in Frage kommenden Institutionen, Vereine und sonstige Organisationen verwiesen (Verweisberatung).

Weiterführende Informationen sind auf der Internetseite des WELCOMECENTER Hessen zu finden.

Quelle: Hessisches Ministerium für Soziales und Integration vom 08.01.2015

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