Bildungspolitik / Ganztagsbildung

Gute Bildung braucht deutlich mehr Ressourcen

Schulbücher und ein Apfel
Bild: jarmoluk / pixabay.com

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW fordert die Finanzmittel für Bildung im Landeshaushalt zu erhöhen. Nur so könne die Qualität von Bildung, vor allem auch im Ländervergleich, verbessert werden, um sicherzustellen, dass kein Kind zurückbliebe.

Vor allem die Inklusion benötige nicht weniger, sondern mehr Personal, so Beckmann: "Wir brauchen kleinere Klassen und eine Doppelbesetzung in jeder inklusiv unterrichteten Klasse. Durch die rückläufigen Schülerzahlen und die damit verbundenen Demografiegewinne können die Pädagog(innn)en an diesen Stellen eingesetzt werden. Allein für die Umsetzung der Inklusion an Regelschulen gibt es einen Mehrbedarf von 7.000 bis 10.000 Fachkräften."

Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter werden zur Unterstützung dringend gebraucht

Aktuell müsse außerdem der Bedarf an Lehrkräften für die Beschulung von Flüchtlingskindern sichergestellt werden, sagt Beckmann: "Die Kapazitäten der vorhandenen Auffangklassen sind bereits ausgereizt, aber täglich steigt der Bedarf an zusätzlichen Plätzen. Die betroffenen Schulen brauchen dringend Unterstützung – und zwar durch weitere Kolleginnen und Kollegen, zum Beispiel mit Deutsch als Zweitsprache, aber auch durch Schulpsychologen, Schulsozialarbeiter und Dolmetscher. Allein können sie die Hilfe, die die teils stark traumatisierten Kinder brauchen, nicht gewährleisten."

Fachkräftemangel auch in leitenden Positionen

Auch dem Schulleitermangel müsse die Landesregierung endlich entschieden entgegentreten, fordert Beckmann: "Vor allem im Grundschulbereich gibt es zu wenig Bewerbungen – und das nicht, weil es nicht genügend interessierte und fähige Bewerberinnen und Bewerber gibt. Gut qualifizierte Lehrkräfte wissen jedoch: Die Bezahlung und die Leitungszeit werden weder der Aufgabenfülle noch der Verantwortung gerecht." Der VBE erwartet daher von der Landesregierung, dass sie eine höhere Attraktivität schafft: Dazu gehöre vor allem eine Anhebung der Besoldung: "Konrektoren sollten mindestens nach A13, Rektoren nach A14 bezahlt werden. Das bedeutet nach unseren Berechnungen abzüglich der Ersparnis durch Schulschließungen zwar eine Mehrausgabe von 9,9 Millionen Euro jährlich. Gemessen am Gesamthaushalt macht das jedoch nur 0,9 Promille aus. Soviel sollte dem Land eine funktionierende Schule wert sein."

Quelle: Verband Bildung und Erziehung Landesverband NRW vom 21.10.2014