Bildungspolitik

Eingeschränkter Zugang zu Bildungsdaten: Verpasste Chancen für Deutschlands Nachwuchs

Kinder lesen im Park
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Erfolge der Bildungssysteme der Bundesländer sollten transparenter kommuniziert werden. Dies ist das Ergebnis eines vom wissenschaftlichen Beirat beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) veröffentlichten Gutachtens "Mehr Transparenz in der Bildungspolitik". Daten zu den Erfolgen unterschiedlicher Ansätze und Konzepte der Bildungspolitik der Länder sollen systematisch bereit gestellt werden, um die Qualität und Leistungsfähigkeit des deutschen Bildungssystems zu verbessern.

Der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) unterstützt die Empfehlung, aussagekräftige Daten systematisch bereit zu stellen. Das föderale System in Deutschland bietet die Möglichkeit, aus der Erprobung unterschiedlicher Politikmaßnahmen im Bildungssystem über die Bundesländergrenzen hinaus zu lernen, so die Vorsitzende des RatSWD, Prof. Riphahn, die federführend an dem Bericht beteiligt war.

Der wissenschaftliche Beirat des BMWi empfiehlt den Ländern einen transparenteren Umgang mit Informationen zu den Erfolgen ihrer Bildungspolitik. Dazu gehört u.a. die Bereitstellung von Schülerkerndatensätzen im Rahmen der Datenschutzvorgaben. Auch die uneingeschränkte Verwendbarkeit von Bundeslandindikatoren in allen verfügbaren Datensätzen inklusive der IQB-Ländervergleiche und dem Nationalen Bildungspanel (NEPS) würde zur Verbesserung der Transparenz beitragen.

Auch der RatSWD engagiert sich für einen besseren Zugang zu Bildungsdaten auf Länderebene -insbesondere für die Bereitstellung von Schülerkerndatensätzen durch die einzelnen Bundesländer.

Die bundesweite Einführung des Schülerkerndatensatzes wurde bereits 2003 von der Kultusministerkonferenz (KMK) beschlossen. Bis heute wurde jedoch nur in wenigen Bundesländern mit der Umsetzung begonnen und die Daten werden für die Forschung in der Regel nicht zur Verfügung gestellt.

Die im Schülerkerndatensatz erfassten anonymisierten und länderübergreifend einheitlichen Daten ermöglichen den länderübergreifenden Vergleich von bildungspolitischen Maßnahmen. Der RatSWD setzt sich im Austausch mit den verantwortlichen Akteuren dafür ein, die Bundesländer bei der Etablierung entsprechender Infrastrukturen und bei der erforderlichen Umstellung der Datenaufbereitung zu unterstützen.

Zum vollständigen Gutachten „Mehr Transparenz in der Bildungspolitik“

Quelle: Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) vom 12.05.2016

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