Bildungspolitik / Ganztagsbildung

Die Kultusministerkonferenz empfiehlt Kulturelle Bildung für alle Kinder und Jugendlichen

Zwei Jungen malen an die Tafel
Bild: BKJ

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat ihre Empfehlungen zur Kulturellen Kinder- und Jugendbildung von 2007 überarbeitet. Sie hebt nun stärker hervor, dass die Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen an Kunst und Kultur das Handeln aller Beteiligten in einer Verantwortungsgemeinschaft erfordert und empfiehlt nachdrücklich die Zusammenarbeit von Einrichtungen der Bildung, der Kultur und der Jugendarbeit.

Die Kultusminister und Kultusministerinnen schreiben:

„Für ein gelingendes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen übernehmen Familie, Schule und außerschulische Bildung gemeinsam Verantwortung im Sinne einer umfassenden Bildung an unterschiedlichen Orten und in unterschiedlichen Formen. Kulturelle Bildung ist Bestandteil einer ganzheitlichen Bildung in gemeinsamer Verantwortung. Dazu arbeiten Schulen und Kindertagesstätten mit den Trägern und Einrichtungen der außerschulischen kulturellen Bildung in Jugendarbeit und Kultur z. B. auf der Basis von Kooperationsvereinbarungen verbindlich zusammen. […] Bei allen Formen der Kooperation ist ihre Wirksamkeit umso größer, je längerfristig und nachhaltiger die Projekte angelegt und politisch abgesichert sind.“

Kulturelle Schulprofile

Mit Blick auf die Ganztagsschule empfiehlt die KMK, Kulturelle Bildung „langfristig und – im Sinne der Gestaltung eines kulturellen Schulprofils – nachhaltig im Schulleben sowie in den curricularen Zusammenhängen zu verankern. Kulturelle Bildung findet dabei nicht nur im Unterricht der künstlerischen Kernfächer statt, sondern bezieht alle Unterrichtsfächer mit ein. Unterricht und außerunterrichtliche Angebote ergänzen sich und beziehen sich in ihren unterschiedlichen Funktionen aufeinander. Insgesamt kann damit auch der Stellenwert der musischen Fächer (z. B. Bildende Kunst, Musik, Darstellendes Spiel/Theater) gestärkt werden. Die Verankerung von kultureller Bildung sollte von der Schulverwaltung als ein anerkanntes Ziel der Schulentwicklung kommuniziert und unterstützt werden.“

Außerschulische Lernorte

Trägern der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit empfehlen die Kultusminister und Kultusministerinnen, im Dialog mit Kultur und Schule kulturelle Profile für ihre Einrichtungen zu entwickeln: „Dazu gehören auch die Verständigung über gegenseitige Qualitätsansprüche und verbindliche Verabredungen über ein aufeinander abgestimmtes Bildungsangebot.“ Außerdem sollte Kinder- und Jugendarbeit nach Auffassung der KMK „ein integraler Bestandteil der Arbeit aller Kultureinrichtungen der öffentlichen Hand sein und sowohl in die Bemessung der Budgets als auch in die Förderentscheidungen der Zuschussgeber einfließen. […] Kultureinrichtungen verschiedenster Trägerformen und aller Sparten sollten verstärkt außerschulische Lernorte zur Verfügung stellen, die eine authentische Begegnung mit künstlerisch-ästhetischer Praxis ermöglichen.“

Multiprofessionelle Kooperation

Hinsichtlich der Ausbildung von Fachkräften heißt es in den Empfehlungen: „Die pädagogische und künstlerische Ausbildung an den Hochschulen und Fachschulen sollte für die späteren Vermittler kultureller Bildung in allen Bildungseinrichtungen und Schulstufen nicht nur auf die Vermittlung von theoretischen und praktischen Grundlagen innerhalb der jeweiligen Fächer und Sparten, sondern auch auf die multiprofessionelle Kooperation der Akteure in lokalen Allianzen ausgerichtet sein.“

In der Lehrerausbildung, nicht nur in den künstlerischen Fächern, stellt nach Ansicht der KMK „die unmittelbare Einbindung kultureller Bildung in Kooperation mit den außerschulischen Partnern einen wichtigen Baustein dar“. Darüber hinaus wird eine gemeinsame berufsbegleitende Fortbildung von schulischen und außerschulischen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und von Künstler und Künstlerinnen empfohlen: „Diese sollte in ihrer Konzeption von einer Verantwortungsgemeinschaft der Träger und Professionen geprägt sein“.

Weitere Informationen

Pressemitteilung zu den Ergebnissen der 343. Plenarsitzung der KMK

Empfehlung der Kultusministerkonferenz zur kulturellen Kinder- und Jugendbildung vom 10.10.2013  (PDF)

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