Bildungspolitik

DGB: Ausbildungsbereitschaft auf historischem Tiefstand

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Der Deutsche Gewerkschaftsbund beklagt, dass der Ausbildungspakt sein Versprechen gebrochen habe, mehr Jugendlichen eine Ausbildung zu ermöglichen.

Zum Tag des Ausbildungsplatzes erklärte Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende, am Mittwoch in Berlin:

"Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe befindet sich auf einem historischen Tiefstand. Im Jahr 2012 wurden nur 548.100 Ausbildungsverträge abgeschlossen - das sind 3,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Seit der Wiedervereinigung hat es nur 2005 einen niedrigeren Stand gegeben. Fast nur noch jeder fünfte Betrieb bildet aus. Mit 21,7 Prozent hat die Ausbildungsbetriebsquote den niedrigsten Stand seit 1999 erreicht.

Diese Zahlen zeigen: Der Ausbildungspakt hat sein Versprechen gebrochen, mehr Jugendlichen eine Ausbildung zu ermöglichen. Die lautstarken Klagen der Wirtschaft über den Fachkräftemangel und ihr sinkendes Engagement für Ausbildung passen nicht zusammen. Die Unternehmen müssen gerade jetzt jungen Menschen mit niedrigen Schulabschlüssen eine Chance geben. Die faktische Abschottung vieler Ausbildungsberufe für Hauptschüler muss beendet werden.

Die Betriebe brauchen aber auch mehr Unterstützung. Ausbildungsbegleitende Hilfen müssen als Regelangebot für die Betriebe ausgebaut werden. Für jeden Auszubildenden wird dabei ein individueller Förderplan in Abstimmung mit dem Ausbildungsbetrieb erstellt, anhand dessen die Lernschritte und Lernerfolge verfolgt werden können."

Quelle: Deutscher Gewerikschaftsbund vom 17.04.3013