Bildungspolitik / Bildungsforschung

Deutsches Bildungssystem eröffnet Chancen – BMBF kommentiert Ergebnisse der OECD-Studie

Dunkelhäutiger Lehrer  erklärt zwei Mädchen etwas
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Deutschland überzeugt in der OECD-Studie mit einem flexiblen Bildungssystem und zukunftsweisender Qualifizierung. Mit vereinten Kräften müsse allerdings daran gearbeitet werden, allen Menschen in Deutschland die gleichen Chancen in Bildung, Ausbildung und Beruf zu ermöglichen, betont Bundesbildungsministerin Anja Karliczek bei der Präsentation der Daten in Berlin. Die hohe Beschäftigungsquote für junge Erwachsene im Alter zwischen 25 und 34 Jahren wird besonders betont.

Deutschland steht im internationalen Vergleich mit seinem zweigleisigen Bildungssystem aus beruflicher und akademischer Bildung gut da: Es ermöglicht Chancengerechtigkeit und die Integration junger Zuwanderer. Zudem schafft es durch die hohe Bildungsbeteiligung von Frauen und Männern gleichermaßen und die weit überdurchschnittliche MINT-Orientierung gute Voraussetzungen für die digitale Zukunft. Der diesjährige OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick 2018“, der von der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) am 11. September 2018 gemeinsam mit der OECD in Berlin vorgestellt wurde, bescheinigt Deutschland ein stabiles, leistungsfähiges Bildungssystem.

Mehr Chancengerechtigkeit in Bildung, Ausbildung und Beruf

„In Deutschland haben wir ein Bildungssystem, das Chancen eröffnet. Es ermöglicht jeder und jedem, die eigenen Fähigkeiten auszubauen, den passenden Karriereweg zu gehen und damit die Grundlage für ein gutes L eben zu legen“, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek bei der Präsentation der Daten. „Berufliche Bildung und akademische Bildung sind bei uns gleichwertige und zukunftsfähige Karrierealternativen. Das ist unser Wettbewerbsvorteil im internationalen Vergleich und diesen werde ich weiter ausbauen. Es freut mich sehr, dass der OECD-Bericht diese besondere Stärke Deutschlands anerkennt. Wir erkennen aber auch die Herausforderungen. Wir wollen uns mit vereinten Kräften weiter dafür einsetzen, allen Menschen in Deutschland die gleichen Chancen in Bildung, Ausbildung und Beruf zu ermöglichen.“

Beschäftigungsquote für junge Erwachsene weit über Durchschnitt

In den letzten 10 Jahren ist die Beschäftigungsquote für junge Erwachsene im Alter von 25 bis 34 Jahren mit einem Abschluss im mittleren Qualifikationsbereich um sechs Prozentpunkte von 77% (2007) auf 83% (2017) angestiegen. Sie liegt damit weit über dem OECD-Durchschnittswert (77%). Auch bei jungen Zuwanderern funktioniert der Übergang von Bildung in Beschäftigung gut. Die Beschäftigungsquoten von Menschen, die in Deutschland geboren wurden und solchen, die in einem jungen Alter (vor ihrem 15. Lebensjahr) nach Deutschland eingewandert sind, unterscheiden sich kaum: Die Beschäftigungsquote im mittleren Qualifikationsbereich liegt gleichauf hoch bei jeweils 82%. Im höheren Qualifikationsbereich, das heißt bei Personen mit einem tertiären Bildungsabschluss beträgt die Differenz in der Beschäftigungsquote lediglich einen Prozentpunkt (91% für in Deutschland geborene Personen bzw. 90% für jung Eingewanderte).

Höhere Wertschätzung für den Lehrerberuf

Was den Lehrerbedarf betrifft, haben die Länder vereinbart, sich über länderspezifische Konzepte zur Gewinnung von Lehrkräften auszutauschen. „Gerade in Zeiten des erhöhten Lehrerbedarfs, der auch durch die neu Zugewanderten beeinflusst wird, ist es uns wichtig, dass der Lehrerberuf in der Öffentlichkeit eine höhere Wertschätzung erhält. Dies betrifft auch die Quereinsteiger, die eine wichtige und wertvolle Rolle spielen, wenn es darum geht, geregelten Unterricht zu gestalten“, unterstreicht Helmut Holter, Präsident der Kultusministerkonferenz und Thüringer Minister für Bildung, Jugend und Sport. „Zusätzlich unterstützen wir die Lehrer mit Schulsozialarbeitern, Assistenten und Integrationshelfern“, erklärt Holter.

MINT-Abschluss so beliebt wie in keinem anderen OECD-Land

In keinem anderen OECD-Land ist der MINT-Abschluss so beliebt wie in Deutschland. Mehr als ein Drittel aller Absolventen (36%) erwarb 2016 einen tertiären Abschluss, d.h. einen Hochschulabschluss oder einen berufsorientierten tertiären Bildungsabschluss, in einem MINT-Fach (OECD-Durchschnitt: 24%). Das Interesse von Frauen an einem Promotionsstudium, auch in MINT-Fächern, ist gestiegen. Fast jeder zweite Anfänger im Promotionsstudium (46%) in Deutschland ist eine Frau und rund 37% der Anfängerinnen entscheiden sich für eine Promotion in einem MINT-Fach. Im OECD-Durchschnitt sind es 31%. Holter erklärt dazu: „Erfreulich ist, dass der Anteil der MINT-Absolventen gemessen an den Absolventen des tertiären Bereichs sehr hoch ist. Wir werden bei den Hochschulen dafür werben, noch mehr internationale Studierende für diese Fächergruppen zu gewinnen, und Bemühungen der Schulen und Hochschulen unterstützen, die das Interesse der Frauen an den MINT-Fächern wecken und ihren Anteil in diesen Studiengängen weiter steigern.“

Eine Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse der OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2018“ stellt das Bundesbildungsministerium in einem Hintergrundpapier (PDF, 2 MB) zur Verfügung. 

Ausführliche Informationen zur OECD-Studie mit weiterführenden Links finden sich in der Berichterstattung auf dem Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe.

Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung vom 11.09.2018

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