Bildungspolitik

Bildungspolitisches Forum fördert die Zusammenarbeit von Forschung, Politik und Praxis

4 Männchen setzen ein Puzzle zusammen
Bild: © AKS - Fotolia.com

Das diesjährige "Bildungspolitische Forum" des Forschungsverbunds Bildungspotenziale der Leibniz-Gemeinschaft widmete sich dem Verhältnis von Bildungsinvestitionen und Bildungserträgen im Lebenslauf und beleuchtete an diesem Beispiel zugleich die Bedingungen der Möglichkeit wissenschaftlich informierter Entscheidungen in Politik, Verwaltung und Praxis.

In seiner Begrüßung stellte Prof. Dr. Josef Schrader, Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE), die Ziele der Veranstaltung vor: die Zusammenarbeit von Forschung, Politik, Administration und Praxis zu stärken, um verfügbares Forschungswissen für alle Adressaten von Bildungsangeboten besser nutzbar zu machen.

Der Vorsitzende der Sprechergruppe des Verbundes aus 16 Forschungsinstituten, Prof. Dr. Marcus Hasselhorn vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), kündigte an, durch jährliche Tagungen den Dialog zwischen Politik und Wissenschaft fördern zu wollen. Der Titel "Bildungspotenziale" verweise auf den Beitrag, den Bildung für individuelle und gesellschaftliche Entwicklung leiste bzw. leisten könne.

Pädagogische Reformen umsetzen

Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung NRW und derzeit Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), beschrieb den Austausch zwischen Wissenschaft und Politik im Blick auf die KMK als "pragmatisch" und "erfreulich", forderte die Bildungsforschung aber gleichzeitig auf, sich stärker als bisher mit Fragen der Umsetzung pädagogischer Reformen zu beschäftigen und einen stärkeren Austausch mit der Praxis zu suchen. Sie betonte: "Das Verhältnis von Wissenschaft und Politik ist immer dann besonders fruchtbringend, wenn die Wissenschaft Erkenntnisse und Lösungsansätze zu politisch relevanten Fragen bereitstellen kann und die Politik ihrerseits die daraus notwendigen Schlussfolgerungen zieht. Dafür muss es einen fortlaufenden und kritischen Dialog zwischen beiden Seiten geben, dies hat das Forum klar betont."

Lebenslanges Lernen erleichtern

Prof. Dr. Heinz-Elmar Tenorth zeichnete in seinem Hauptvortrag historische Etappen der Politikberatung mit den Mitteln der Bildungsforschung nach und begrüßte, dass der Forschungsverbund "Bildungspotenziale" die Frage in den Mittelpunkt stellt, wie Bildung im Lebenslauf besser möglich wird. Er ermunterte den Verbund, die "Sisyphusarbeit" der Kommunikation zwischen Politik und Wissenschaft weiter zu verfolgen.

In der abschließenden Podiumsdiskussion, an der neben Prof. Dr. Heinz-Elmar Tenorth und Prof. Dr. Marcus Hasselhorn auch Prof. Dr. Peter Drewek (Dean der Professional School of Education der Ruhr-Universität Bochum) teilnahm und die von Berichten der Moderatorinnen und Moderatoren aus den fünf Foren eröffnet wurde, zogen die Diskutanten ein insgesamt positives Fazit der Veranstaltung, plädierten aber zugleich dafür, den Dialog zwischen den verschiedenen Altersgruppen noch intensiver zu gestalten und dabei sowohl die Praxis als auch die Administration stärker einzubeziehen.

Informationen zur Tagung sowie eine Dokumentation der Tagungsbeiträge finden sich auf der Internetseite des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung.http://www.die-bonn.de/weiterbildung/veranstaltungskalender/bildungspotenziale2014/default.aspx?

Quelle: Deutsches Institut für Erwachsenenbildung - Leibniz-Zentrum für lebenslanges Lernen vom 27.10.2014

Info-Pool